Gegen westliche Unkenntnis und falsche Bilder: Schweizer „Weltwoche“ klärt über Russland auf (Sputniknews)

Einschätzungen von Schweizer und deutschen Autoren. Einer von ihnen ist Wolfgang Koydl, der früher für die „Süddeutsche Zeitung“ gearbeitet hat und nun bei der „Weltwoche“ tätig ist.

„Der Westen hat dieses Russland nie verstanden“, stellt Koydl in einem seiner Beiträge in der Beilage fest und fügt hinzu: „Vielmehr versuchte er, es nach seinem Bild zu formen.“ Der Autor erinnert dabei an ein prägnantes Beispiel für das westliche Unverständnis: Winston Churchills bezeichnete Russland einst als „ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium“. Diese Bemerkung des britischen Politikers sei keine „Perle ewiger Weisheit“, sondern „nicht nur besonders töricht, sondern ein Armutszeugnis“.

Sie zeuge von Churchills Unfähigkeit und seinem Unwillen, sich mit Russland und seinen Menschen zu beschäftigen und sie zu verstehen. Koydl meint, diese Haltung gebe es auch heute noch, und dass es „sogar schlimmer geworden“ sei. „Wie sonst wäre es zu erklären, dass im Westen der Begriff ‚Russland-Versteher‘ zum Schimpfwort geworden ist und Unverständnis triumphiert?“

Der „Weltwoche“-Redakteur erinnert unter anderem daran, „dass Russland in der Geschichte öfter von fremden Mächten – Polen, Schweden, Frankreich, Deutschland – überfallen wurde, als dass es selbst einen Angriffskrieg vom Zaun gebrochen hätte“. Nach dem früheren „ex oriente lux“ („aus dem Osten kommt das Licht“), halte sich der Westen für den Nabel der Welt und die Quelle allen Fortschritts.

„Russland passte nicht in dieses Konzept, zumal die russische Weltsicht ihm diametral entgegengesetzt ist. Die Russen sehen sich als die wahren und alleinigen Erben der Christenheit.“ Koydl bringt dafür geschichtliche Beispiele wie die Tatarenherrschaft, die zu einem „Gefühl russischer Einzigartigkeit“ geführt habe, das dem der USA ähnlich sei: „Eine Nation, die sich berufen fühlt, dem degenerierten Westen wieder auf den richtigen Weg zurückzuhelfen.“ Dieser sei für Russen geprägt von Konsum, Habgier, Oberflächlichkeit und Geldgier, während das „ewige Russland“ für Tiefgang und fundamentale Werte stehe.

Zum kompletten Artikel von Thilo Gräser hier:

https://de.sputniknews.com/politik/20180620321251738-westen-russlandbild-medien-wm/

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