“Neue Weltunordnung” organisiert vom Nachrichtenmagazin “Der Spiegel” mit Mikhail Chodorkovsky, der behauptet, der Kreml sei nicht nur gefährlich, sondern auch kriminell.

Der Kreml ist nicht nur gefährlich, sondern auch kriminell, behauptete der in London ansässige russische Emigrant Michail Chodorkowski. Die Veranstaltungsreihe „Neue Weltunordnung“ der Körber-Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Nachrichtenmagazin Der Spiegel veranstaltet Podiumsdiskussionen mit prominenten Experten. Die Sitzungen werden live übertragen.

Diese Woche war der in London ansässige russische Emigrant Michail Chodorkowski zu Gast, und durfte die russische Regierung und Putin kritisieren.

Chodorkowski war 2003 in Russland zu jahrelanger Haft verurteilt worden weil er wesentliche Anteil von Jukos und anderen Ölfirmen an die US-Multis Exxon Mobile und Chevron verkaufen wollte und die russischen Konzerne damit unter die Kontrolle der USA bringen wollte. Zum Zeitpunkt seiner Verhaftung waren die Übernahmeverhandlungen mit diesen beiden Konzernen bereits im vollen Gange. Zuvor hatte Chodorkowski 1989 die „Bank Menatep“ gegründet, deren Hauptaufgabe die Privatisierung großer Staatsunternehmen war.

Mittels der Bank Menatep konnte Chodorkowski mit einem Einsatz von 42 Mio. US$ das Unternehmen Jukos gründen, dessen geschätzter Wert etwa 40 Mrd. US$ – also das Tausendfache – betrug.

Nach seiner Freilassung aus der Haft und seiner Ankunft in Deutschland im Jahr 2013, zusammen mit dem früheren Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher, der sich wesentlich für seine Freilassung eingesetzt hatte. konnte man in der Süddeutschen Zeitung lesen: „Die beiden amnestierten Musikerinnen der Band Pussy Riot fordern, dass Wladimir Putin den Posten des russischen Präsidenten räumt. An dieser Stelle wünschen sie sich Michail Chodorkowskij.“

“Es wäre für uns eine große Ehre, wenn wir irgendwelche Schnittpunkte in der Menschenrechtsarbeit fänden”, schrieben die Aktivistinnen und Band-Mitglieder Nadeschda Tolokonnikowa und Maria Aljochina damals in einem Brief an Chodorkowski.

Und Chodorkowski gratulierte natürlich seinerseits den Pussy Riot Mitgliedern zu deren Freilassung. „Ich bin froh zu hören, dass die Folter, die einem europäischen Staat im 21. Jahrhundert unwürdig ist, nun zuende ist“, schrieb er.

Chodorkowski baute in den Jahren vor seinem Absturz sehr beeindruckende Verbindungen im Westen auf. Mit seinen Milliarden, die er letztendlich dem russischen Volk gestohlen hatte, gewann er einige mächtige Freunde. Er gründete nach dem Modell der Open Society-Stiftung des US-Milliardär George Soros die Open Russia Foundation. Als Vorstände berief er zwei mächtige Männer im Westen – Henry Kissinger und Jacob Lord Rothschild.

Anschließend entwickelte der Verbindungen mit einigen der einflussreichsten Zirkeln in Washington und wurde zum Beirat der verschwiegensten Beteiligungskapitalfirma, der Carlyle Group, berufen, wo er mit anderen Beiräten wie George H.W. Bush und James Baker III an Sitzungen des Gremiums teilnahm.

Chodorkowski plante einen US-gestützten Staatsstreich zu inszenieren, um die Präsidentschaft bei den russischen Duma-Wahlen von 2004 an sich zu reißen. Er war dabei, seinen enormen Reichtum zum Stimmenkauf in den bevorstehenden Duma-Wahlen einzusetzen, um so die russischen Gesetze hinsichtlich der Ölrechte und der Pipelines abzuändern. Er plante Putin herauszufordern um selbst russischer Präsident zu werden.

Zu der Zeit seiner Festnahme war Chodorkowski, über seinen Carlyle-Freund George H.W. Bush, in Verhandlungen über den Verkauf von 40 % der Yukos-Anteile an Chevron, die frühere Firma von Condolezza Rice und an Exxon Mobile. Dies hätte die letzte Möglichkeit zunichte gemacht um die damals völlig am Boden liegende russische Volkswirtschaft wiederaufzubauen, nämlich russisches Öl über staatseigene Pipelines gegen harte Devisen in den Westen zu exportieren.

In den Untersuchungen der Staatsanwaltschaft in Sachen Yukos kam zutage, dass Chodorkowski auch einen Vertrag mit Lord Rothschild in London abgeschlossen hatte. Für den Falle einer möglichen Verhaftung sollte sein Anteil an Yukos an Lord Rothschild übertragen werden.

 

hier ein Bericht von RT Deutsch:

https://deutsch.rt.com/russland/71557-spiegel-und-chodorkowski-spekulieren-ueber-russlands-zukuft-nach-putin/