Zum Tod des Politikers und Pazifisten Roland Vogt (Akademie Bergstraße)

Roland Vogt (geb. 17. Februar 1941, gest. 20. Mai 2018) war ein deutscher Politiker und Pazifist.

Seit den 1970er-Jahren engagierte er sich in der Friedensbewegung. Vogt gehörte 1989 zu den Gründern des Bund für Soziale Verteidigung (BSV). Er engagierte sich gegen die Stationierung von Atomraketen (Pershing II und Cruise Missiles) in Deutschland sowie in Comiso/Südsizilien. Im Jahr 1992 war er Mitgründer der Bürgerinitiative FREIeHEIDe gegen einen Luft-Boden-Schießplatz der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Wittstock.

Als Bundestagsabgeordneter für die von ihm mitbegründeten Partei Die Grünen war Roland Vogt von 1983 bis 1985 als Mitglied des Verteidigungsausschusses für das Thema Rüstungskonversion zuständig.

Nach seiner Tätigkeit im Bundestag arbeitete er in verschiedenen Funktionen als Konversionsexperte in der brandenburgischen Landesregierung, u.a. als Referatsleiter in der Staatskanzlei sowie als Konversionsbeauftragter im Wirtschaftsministerium Brandenburg.

Roland Vogt hat sich dafür eingesetzt, den Pazifismus bei den Grünen zu stärken und sich gegen Bundeswehr-Auslandseinsätze gewandt. Beim Grünen-Parteitag im November 2001 forderte er als Landesvorsitzender von Brandenburg ein „Nein“ zur Beteiligung am so genannten Anti-Terror-Krieg, der zu mehr als einer Million Todesopfern führte.

2014 rief Vogt die Friedensakademie Rheinland-Pfalz mit ins Leben, die zivile und präventive Strategien des Konflikt- und Krisenmanagements ohne Waffengewalt und Ausbeutung entwickelt. Er arbeitete an Projekten zur Vermittlung ziviler Friedenskonzepte an rheinland-pfälzischen Schulen mit und war Mitglied des Instituts für Friedensarbeit und Gewaltfreie Konfliktaustragung.

In seinen letzten Jahren verfolgte Roland Vogt noch die Gründung der Akademie Bergstraße für Ressourcen-, Demokratie- und Friedensforschung. Am 10. März 2018 schrieb er, dass die „spezifische“ Herangehensweise der Akademie Bergstraße ganz in seinem Sinne sei.

Im Rahmen der von ihm 2015 mitgegründeten Kampagne Stopp Air Base Ramstein engagierte er sich gegen den US-Militärflughafen Ramstein. Als Gedankengeber für Konversionsüberlegungen arbeitete Roland Vogt bis kurz vor seinem Tod an einem Konversionsplan für den Kriegsflughafen in Rheinland-Pfalz.

Es war sein Anliegen, „diese Tötungsmaschinerie hinter uns lassen“ zu können.

Quelle: https://www.akademie-bergstrasse.de/lexikon/roland-vogt
Akademie Bergstraße für Ressourcen-, Demokratie- und Friedensforschung

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