Archive for Mai 28th, 2018

28. Mai 2018

Italien: Die jüngste Krise ist ein EU-Putsch 2.0 (RT Deutsch)

https://deutsch.rt.com/meinung/70559-italien-jungste-krise-ist-eu/

Die italienische Politik im Zeitalter des Euro ist ein einfaches Spiel: 50 Millionen Italiener gehen wählen – und am Ende entscheiden die Europäische Zentralbank, die Rating-Agenturen und die NATO, wer das Land regieren darf.

von Daniele Pozzatti

Damit verhält sich das Ganze ähnlich wie bei Gary Linekers Zitat über Fußball – „ein einfaches Spiel: 22 Männer jagen 90 Minuten lang einem Ball nach, und am Ende gewinnen die Deutschen.“

Mit einem Unterschied. In der heutigen italienischen Politik ist der Schiedsrichter entscheidend. Der Presidente della Repubblica, oder das Staatsoberhaupt Italiens, Sergio Mattarella.

Man stelle sich vor, ein Bundespräsident in Deutschland würde die Bildung einer zweiten Großen Koalition oder irgendeiner neuen Regierungskoalition aus rein politischen Gründen verhindern… Aber exakt das ist es, was am Sonntagabend in Rom geschah, als Präsident Mattarella die Bildung einer euroskeptischen Koalitionsregierung zwischen Lega Nord und der Fünf-Sterne-Bewegung ablehnte.

Der Streitpunkt war angeblich, wer Wirtschaftsminister werden soll. Was diese Funktion betrifft, hatten sich die Parteichefs Matteo Salvini (Lega Nord) und Luigi di Maio (Fünf-Sterne-Bewegung) auf den hoch erfahrenen Ökonomen Luigi Savona geeinigt.

Präsident schwingt sich zum Bauchredner einer Schattenmacht auf

Mattarella, der die ganze Woche über verkündet hatte, er sei kein Notar und akzeptiere von Parteichefs keine Diktate über die Ministerwahl, erklärte in der gestrigen Pressekonferenz, dass Savona als Wirtschaftsminister das Risiko eines Austritts Italiens aus dem Euro mit sich bringe.

Was lässt sich daraus entnehmen? Italiener dürfen den Euro nicht einmal in Frage stellen. Denn es gab gar keinen Plan für einen Austritt aus dem Euro im Koalitionsprogramm. Vorgesehen waren einzig Verhandlungen über die im EU-Stabilitäts- und Wachstums-Pakt festgelegte Defizitgrenze von drei Prozent. Spanien durfte diese Defizitgrenze in den letzten Jahren überschreiten. Nun wollte Rom das auch.

Italien ist, wie Deutschland, eine parlamentarische Republik. Von daher bestehen die Aufgaben des italienischen Staatsoberhaupts z. B. in der Wahrung der Gewaltenteilung, und sind sonst weitgehend symbolisch. Nur in einer Krise darf der „Presidente“ sich aktiv einsetzen.

Und eine finanzielle Krise oder das drohende Szenario einer solchen ist genau das, was die Finanzeliten stets pünktlich schaffen, wenn die Politik Italiens in eine unerwünschte Richtung zu laufen scheint.

Silvio Berlusconi, damals Ministerpräsident Italiens, wollte 2011 den Euro verlassen. Laut Angaben von Hans-Werner Sinn – von 1999 bis 2016 Präsident des ifo, des Instituts für Wirtschaftsforschung – hatten die Verhandlungen über Italiens Austritt aus dem Euro auch bereits begonnen.

Eine Zins-Spread-Krise folgte, worauf die Medien die angebliche finanzielle Unfähigkeit der Regierung Berlusconis beklagten. Berlusconi selbst war gleichzeitig in einer Reihe von Sex-Skandalen involviert, so dass er schließlich vom Amt zurücktreten musste.

Das damalige Staatsoberhaupt Italiens, Giorgio Napolitano, ersetzte ihn durch den Pro-Euro-Ökonomen und ehemaligen EU-Kommissar Mario Monti, dessen Rolle es war, die EU-Austeritätspolitik weiter zu implementieren, egal wie unpopulär und schließlich wirkungslos dieses Programm auch sein mochte.

Der Philosoph und politische Kommentator Diego Fusaro beschrieb den durch die EU erzwungenen Rücktritt Berlusconis als einen „Putsch der Finanzeliten“, einschließlich jener aus dem eigenen Land. Die italienische Wirtschaftslage hat sich seit damals ständig verschlechtert. Und seit der Ukraine-Krise haben anti-russische Sanktionen und die russischen Gegensanktionen die italienische Wirtschaft zusätzlich beschädigt.

Lega und Fünf Sterne streben Amtsenthebung Mattarellas an

Schließlich kamen die Migrantenkrise aus Libyen – einem bis zur NATO-Intervention 2011 stabilen Staat – und die damit verbundenen Sicherheitssorgen der italienischen Bevölkerung. Die NATO dürfen italienische Politiker jedoch ebenfalls nicht kritisieren, wenn sie Regierungsposten anstreben. Sogar Kritik gegen anti-russische Sanktionen ist nicht ganz akzeptabel.

Anfang letzter Woche gab die italienische Zeitung Il Giornale bekannt, dass Präsident Mattarella ein Veto gegen Lega-Nord-Parteichef Matteo Salvini eingelegte hatte. Aufgrund seiner pro-russischen Sympathien dürften Salvini und seine Lega-Nord-Parteiabgeordneten kein Amt besetzen, in dem ausländische Dossiers behandelt werden, also Ministerpräsident, Verteidigungs- oder Außenminister.

In der Tat gab es im Koalitionsprogramm kein Wort über die NATO, geschweige denn über einen italienischen Austritt. Es ging nur um die Aufhebung der anti-russischen Sanktionen und das auch nur deshalb, weil sie die italienische Wirtschaft beschädigen.

Trotz allem, der gestrige Soft-Putsch unterscheidet sich vom Putsch 2011 gegen Berlusconi in einem wichtigen Aspekt: Es wird auch als solcher wahrgenommen. In den sozialen Medien sowie von den betroffenen Politikern.

„Wofür gehen wir wählen?“, fragte Di Maio in einer Videobotschaft an seine Follower, „wenn es die Banken und die Rating-Agenturen sind, die die Regierungen bestimmen.“ Laut Di Maio ging es nicht um Savona, sondern um ein allgemeines Veto gegen seine Partei. „Wir werden daran gehindert“, sagte er in derselben Videobotschaft, „die Regierung des Wandels zu schaffen.“

Nun will Di Maio im Parlament die Amtsenthebung Mattarellas vorantreiben. „Zuerst die Amtsenthebung, dann Neuwahlen“, kündigte er an. „Wir sind hier, um die Souveränität des Volkes zu verteidigen“, rief Salvini seinen Fans in Rom zu und beschwor den ersten Artikel der italienischen Verfassung, der ausdrücklich bestimmt, dass die Souveränität dem Volk gehöre. Di Maio fügte hinzu: „Nie wieder Sklave von irgendjemandem sein! Italien ist keine Kolonie, wir sind nicht Sklaven der Deutschen oder der Franzosen, der Expansion oder der Hochfinanz. An diesem Punkt, mit Ehrlichkeit, Integrität und Mut, muss das letzte Wort an die Italiener zurückgegeben werden! Ich werde nicht lockerlassen.

Das neue Schlagwort der italienischen Politik ist Souveränität

Die sogenannten populistischen Parteien wie Lega Nord und Fünf-Sterne-Bewegung werden oft als partiti sovranisti bezeichnet. Und die euro-skeptischen Diskurse in Twitter und Facebook als „narrative sovraniste“ – souveränistische Narrative.

Es sieht so aus, als ob der Präsident Mattarella – und die italienische institutionalisierte Politik allgemein – es mit ihrer Unterordnung gegenüber den Finanzeliten, der EU und der NATO nun übertrieben haben und die Spaltung zwischen italienischen Bürgern und der EU tiefer ist als je zuvor.

Der gestrige Abend markierte deshalb nicht das Ende der Euro-Skepsis in der italienischen Politik. Sondern einen neuen, nun sogar noch lauteren Anfang.

Siehe auch Video am Ende des Artikels: https://deutsch.rt.com/meinung/70559-italien-jungste-krise-ist-eu/

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28. Mai 2018

Mo, 28.5.2018 – EURO – Auf der schiefen Bahn – von Professor Dr. Heiner Flassbeck (Internetmagazin Makroskop)

 

https://makroskop.eu/author/heiner-flassbeck/

Nun geht es in Italien in die nächste Runde, und die Spirale in Richtung Aus für den Euro und für Europa dreht sich schneller. Geifernde Massen im Norden Europas und „europafreundliche“ Bedenkenträger im Süden haben verhindert, dass es zu einer ernsthaften Auseinandersetzung über den richtigen Kurs der Währungsunion kommt. Das ist Europas Ende.

Es ist genau so gekommen, wie ich es vorher gesagt habe (hier), aber es ging noch viel schneller als erwartet. In Italien dreht sich schon ab heute die Krise, die der Norden Europas mit seiner dummen und verantwortungslosen Wirtschaftspolitik verursacht hat, noch einen Tick schneller in Richtung europäischer Katastrophe. Mit der Rückgabe des Regierungsauftrages durch den von der Koalition aus Lega und Fünf-Sterne ausgesuchten Ministerpräsidenten stehen nicht nur Neuwahlen an, sondern es droht auch eine veritable Verfassungskrise. Die Art und Weise, wie sich der Staatspräsident in die Regierungsbildung eingemischt hat, mag von den Buchstaben der Verfassung gedeckt sein, führt aber politisch zu einem verheerenden Ergebnis für seine eigene, scheinbar europafreundliche Position.

Der designierte Finanzminister Paolo Savona war wohl der Stein des europäischen Anstoßes, und man kann sich lebhaft vorstellen, wie hinter den Kulissen die „guten Europäer“ aus dem In- und Ausland den italienischen Präsidenten bearbeitet haben, um diesen Mann, den man als „Feind Deutschlands“ bezeichnet hat, madig zu machen. Dabei ist die Analyse Savonas zu weiten Teilen korrekt. Auch sein Vergleich mit dem Vertrag von Versailles bzw. dem, was in der ökonomischen Literatur das „Transferproblem“ genannt wird, ist eine überaus kluge Überlegung (hier eine Erläuterung und Hinweise dazu). Es ist allerdings so, ich habe darauf oft hingewiesen, dass in dem Land, das John Maynard Keynes mit seiner Analyse des Transferproblems schützen wollte, nämlich Deutschland, bis heute wohl niemand verstanden hat, worum es dabei geht. Ökonomische Analphabeten wollen einfach um keinen Preis in ihrer kleinen Primitivwelt gestört werden.

Europa gerettet?

All diejenigen, die in den vergangenen Tagen Italien offen beleidigt haben, aber auch diejenigen, denen die „europafeindliche“ Position der Koalitionäre ein Dorn im Auge war, werden sich jetzt sicher auf die Schenkel klopfen. Gut gemacht, Europa mal wieder gerettet! Doch Vorsicht: Das italienische Volk und diejenigen, die erneut um Mandate ringen, sind nicht so blöd, wie ihr glaubt. Vielleicht wird dieses Volk bei Neuwahlen mit einem entschlossenen „jetzt erst recht“ antworten und den beiden Parteien, die sich für Italien in die Bresche geworfen hatten, ein Mandat erteilen, das kein Staatspräsident mehr ignorieren kann.

Und es ist schon jetzt klar, wie der Wahlkampf laufen wird. Lega und Fünf Sterne werden eine noch viel größere Wirkung in der Bevölkerung mit ihrer Position erzielen, die Europa für einen Großteil der italienischen Probleme verantwortlich macht. Alle anderen Parteien könnten dagegen bis zur Unkenntlichkeit schrumpfen. Dann wird es keine ruhige Diskussion europäischer Optionen mehr geben, wie sie jetzt vielleicht noch möglich gewesen wäre, sondern es wird einen politischen Kampf geben, dessen großer Verlierer schon jetzt eindeutig feststeht: Europa!

Wer die Wahrheit verdrängt …

Trotz aller Sturmwarnungen aus Italien wird man auch in den kommenden Wochen in Deutschland das beliebte Spiel weiter spielen „Alle anderen sind schuld, nur nicht wir“. Nun rächt sich, dass die Mehrheit der Parteien und fast alle Medien dem deutschen Volk über Jahre, es ist in der Tat schon ein Jahrzehnt, „erklärt“ haben, die europäische Misere sei eine Misere des Südens, und der Norden sei vollkommen unschuldig an dem, was „die im Süden“ sich geleistet haben. Wer einmal die Wahrheit verdrängt, kann sie nicht beliebig wieder aus der Schublade ziehen, selbst wenn er begreifen sollte, dass es höchste Zeit dazu ist. Wer jetzt aus der Deckung kommt, wird von der AfD, die paradoxerweise ihre Existenz der europäischen Lüge verdankt, gnadenlos als vaterlandsloser Geselle abgestraft.

Europa „muss“ nun im Fall Italiens, wie zuvor schon in Griechenland, explizit erklären, dass es demokratische Voten einfach ignoriert, die darauf hinauslaufen, europäische Vereinbarungen in Frage zu stellen oder auch nur offen über fundamentale Änderungen der Politik in der Währungsunion zu diskutieren. Und das ist unabhängig davon, ob die Anliegen der Kritiker berechtigt sind oder nicht. Einige werden einfach zu ständigen Verlierern gemacht, während die anderen ständige Gewinner sind. All das geschieht nicht, weil es gut funktioniert, sondern weil die Gewinner es schlicht für alternativlos erklären.

… wird Hass ernten

Nur Narren können glauben, dass ein solches Gebilde Bestand hat. Nein, der Hass wird vermutlich in wenigen Monaten schon so sehr zunehmen, dass ernsthafte Gespräche auf europäischer Ebene überhaupt nicht mehr möglich sind. Die Kübel an Blödheit und die Beleidigungen, die Italien in den letzten Tage vor allem aus Richtung Deutschland über sich ergehen lassen musste und denen sich die deutsche Politik nicht energisch entgegengestellt hat, haben das Tischtuch endgültig zerschnitten. Wie will eine deutsche Regierung jemals wieder mit einer italienischen auf Augenhöhe und in einer konstruktiv-freundlichen Atmosphäre zusammentreffen?

Tragisch an der Geschichte ist, dass Frankreich auch jetzt noch nicht seinen historischen Irrtum erkennt, von Anfang an die Position Deutschlands verteidigt zu haben, statt sich an die Seite der Südländer zu stellen. Insofern ist Macron genau so der falsche Mann am falschen Platz wie sein Vorgänger Hollande. Nur Frankreich könnte die Sache zum Guten wenden, in dem es sich klar an die Seite Italiens stellt und Deutschland zu Änderungen auffordert. Doch dazu fehlt es wohl in Paris an beidem: Ökonomischer Expertise und politischem Verstand.

28. Mai 2018

Alexander Neu zu US-Truppenverlegung: Der lange Marsch an die Ostfront (Sputniknews)


Übernommener Beitrag von https://de.sputniknews.com

In diesen Tagen rollen wieder US-Panzer durch Deutschland Richtung neuer Ostfront. Alle neun Monate soll nun das US-Kontingent in Polen und den baltischen Staaten ausgetauscht werden, um frisches Material für Nato-Übungen an der russischen Grenze zu haben. Die Abwicklung in Deutschland übernimmt die Bundeswehr. Nun regt sich dagegen Protest.

28. Mai 2018

Italien – Ein marktkonformer Putsch von oben (Nachdenkseiten)

Von Jens Berger 28. Mai 2018Staatspräsident Sergio Mattarella könnte als der Mann in Italiens Geschichte eingehen, der die Weichen für das Ende der Republik gestellt hat. Um eine Regierung aus Lega und fünf Sternen zu verhindern, verweigerte er dem Kabinett des designierten Ministerpräsidenten Conte seine Zustimmung, nur um einen Tag später eine “Technokraten-Regierung” unter Führung eines ehemaligen hohen IWF-Vertreters bilden zu lassen. Da diese Regierung keine Chancen im Parlament hat, wird es wohl auf Neuwahlen hinauslaufen. Doch was sollen die bringen? Die einzige “Perspektive” scheint mittel- bis langfristig eine Rechtsaußen-Regierung unter Führung der Lega zu sein. Dann werden auch deutsche Medien wieder mit gespielter Naivität fragen: Wie konnte es nur so weit kommen? Dabei sollte es doch bekannt sein, dass rechtsextreme Regierungen nicht vom Himmel fallen.

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https://www.nachdenkseiten.de/?p=44150

28. Mai 2018

Kolumbiens neue NATO-Partnerschaft bedeutet eine „Bedrohung des Friedens“ in Lateinamerika, warnt Venezuela

Venezuela warnt davor, dass die Partnerschaft zwischen Kolumbien und der Nato „eine ernsthafte Bedrohung für Frieden und regionale Stabilität“ darstellt.

Präsident Juan Manuel Santos hat am Freitag angekündigt, dass Kolumbien als das erste lateinamerikanische Land ab dieser Woche als „globaler Partner“ mit der Militärallianz des Westens zusammenarbeiten wird.

In einer Erklärung des venezolanischen Außenministeriums heisst es: „Venezuela prangert erneut gegenüber der internationalen Gemeinschaft an, dass die kolumbianischen Behörden einer ausländischen Militärallianz mit Atomwaffenkapazität den Zutritt in Lateinamerika und der Karibik zu gewähren, was in jeder Beziehung eine Gefahr für den Frieden und die regionale Stabilität darstellt. “

Caracas unterstrich die historisch gewachsene Position in der Region, sich von der Politik und den Kriegen der NATO und von „der anderen Armee oder militärischen Organisation zu distanzieren, die bestrebt ist ggf. Gewalt gegen die Bevölkerung einzusetzen, um die Hegenomie eines bestimmten politischen und wirtschaftlichen Modells aufzuzwingen und zu garantieren“.

Venezuela steht unter starkem Druck der USA und der Europäischen Union, die einen Regimechange herbeiführen wollen und eine Serie von Sanktionen gegen das Land erlassen haben.

Quelle: https://morningstaronline.co.uk/article/colombias-new-nato-partnership-threat-peace-venezuela-warns

Übersetzung Coop Anti-War Cafe Berlin, H.B.

28. Mai 2018

Kräftebalance in Syrien – Karte

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Diese Karte zeigt das aktuelle Kräfteverhältnis in Syrien. Der Großteil des syrischen Territoriums befindet sich derzeit unter der Kontrolle der Regierungskräfte.

https://de.sputniknews.com/infographiken/20180427320497238-syrien-krieg/

28. Mai 2018

“Friedensunterhändler” Mike Pompeo: Gibt einen CIA-Plan den Staatschef Nordkoreas Kim Jong-un zu ermorden? (Global Research)

Von Prof. Michel Chossudovsky
Global Research 27. Mai 2018

english: http://bit.do/ekAxp

Im Mai letzten Jahres beschuldigte Nordkorea sowohl die CIA (angeführt von Mike Pompeo) als auch den Nationalen Nachrichtendienst Südkoreas(NIS), „einer missglückten Verschwörung zur Ermordung ihres Staatschefs Kim Jong-un mit einer biochemischen Bombe während einer Militärparade in Pjöngjang . “

Weder die CIA noch das Weiße Haus reagierten auf diese Vorwürfe.

Während Presseberichte die „lange Geschichte“ der CIA in Bezug auf politische Morde bestätigten, wurden die Vorwürfe Nordkoreas beiläufig zurückgewiesen.

Laut The Guardian (5. März 2017)

guardian

„Die CIA hat eine lange Geschichte, Staatschefs auf der ganzen Welt zu töten. US-Geheimdienst hat seit 1945 erfolgreich eine Reihe von Staatschefs absetzen oder töten können, war aber gezwungen, nach einer Untersuchung des Senats in den 1970er Jahren diese Aktivitätenzu reduzieren “

Nach Angaben des nordkoreanischen Ministeriums für Staatssicherheit hat die CIA ihre alten Metoden nicht aufgegeben. In einer Erklärung vom Freitag beschuldigte sie den Geheimdienst der CIA und Südkoreas, hinter einem mutmaßlichen Mordanschlag an ihrem Führer Kim Jong-un gestanden zu haben.

Mike Pompeo’s unangekündigte Mission in Seoul am 1. Mai 2017.

Was die westlichen Medien nicht bemerkten, war, dass das mutmaßliche Attentat gegen den Vorsitzenden Kim am 5. Mai 2017, 5-6 Tage nach der Ankunft von Mike Pompeo in Seoul stattfand. Pompeo war am Wochenende vom 29./30. April für nicht zuvor unangekündigte Konsultationen mit seinen Kollegen vom südkoreanischen Geheimdienst gereist. Ist es relevant? Die Angelegenheit muss sorgfältig untersucht werden.

Ebenfalls von Bedeutung war das angeblich gescheiterte Attentat, die vier Tage vor den Wahlen am 9. Mai stattfand, die zur Amtseinführung von Präsident Moon am 10. März 2017 führten:

  • 29.-30. April 2017: Ankunft von Mike Pompeo in Seoul in Begleitung seiner Ehefrau.
  • 1. Mai 2017 in Seoul: Pompeo Konsultationen mit Geheimdienst- und Militärkollegen, mit dem US-Militär und der US-Botschaft.
  • 5. Mai 2017, Pjöngjang: Angebliches gescheitertes Attentat gegen Kim Jong-un
  • 9. Mai 2017: Nationale Wahlen in Südkorea.
  • 10. Mai 2017: Amtseinführung von Präsident Moon Jae-in.

Der Zeitpunkt für Pompeos Treffen in Seoul war entscheidend: Anfang Mai 2017 unterstand das Geheimdienstteam des Nationalen Nachrichtendienstes Südkoreas (alias KCIA) unter der Leitung von Langleys Gesinnungsgenossen Lee Byung-ho der von der von Amtsenthebung bedrohten Präsidenten Park Geun -Hye (die Tochter des verstorbenen Diktators Park Chung-hee der 1979 bei einem Attentat ums Leben kam).

Die südkoreanischen Medien bestätigten, dass Pompeo hinter verschlossenen Türen Treffen mit NIS-Spionagechef Lee Byung-ho sowie „hochrangigen Beamten im Präsidialamt“ unter der Leitung des amtierendem Präsidenten Hwang Kyo-ahn abhielt. (Hwang Kyo-ahn war Justizminister und Premierminister in der Regierung der jetzt angeklagten Präsidentin Park Geun-hye).

Das Team des Nationalen Nachrichtendienst Südkoreas (NIS) während der Präsidentschaft von Frau Park (bereits von ihrem Vorgänger ernannt ) war aktiv an einem illegalen Propaganda-Betrug beteiligt, um die Abstimmung bei den Wahlen 2012 zu beeinflussen, die zum Sieg von Frau Park führten. Nach ihrer Amtsenthebung und der Wahl von Präsident Moon wurden rechtliche Schritte eingeleitet gegen:

„Lee Byung-ho [der Mike Pompeo am 1. Mai 2017 kennenlernte] und zwei weitere NIS-Chefs während der Park-Regierung, die verdächtigt werden, dem Top-Büro Milliarden von Won aus dem Sonderaktivitätenbudget der Spionageagentur zur Verfügung gestellt zu haben. Der Nationale Nachrichtendienst (NIS) ist von der Offenlegung befreit, wenn die Mittel, die für geheime Sicherheitsmaßnahmen bereitgestellt werden, verwendet werden. „(KBS World Radio, 10. November 2017)

Nach Moons Amtsantritt am 10. Mai 2017 wurde Sok Hoon zum neuen Chef des Nationalen Nachrichtendienstes (NIS) ernannt. Während ein großer Personalwechsel innerhalb der Spionageagentur unternommen wurde, war Suh Hoons Ernennung dennoch vom CIA formell genehmigt worden. Die wichtige Frage, die sich stellt ist: Hat die CIA die Kontrolle über ihre historische Kontrolle über den National Intelligence Service (NIS) der Südkoreas verloren?

Es ist eine bittere Ironie, dass ein paar Monate später im Oktober 2017 (siehe SCMP-Bericht) der CIA-Direktor Mike Pompeo (jetzt Aussenminister) im Scherz sowohl eine Antwort verweigert hat, aber eine Frage anerkannt hat, allerdings ohne direkten Bezug auf den angeblichen Mordversuch am 5. Mai 2017 während einer Militärparade in Pyonyang, dass es eine Verschwörung zur Ermordung des Vorsitzenden Kim gibt, die Teil der langjährigen Geschichte der CIA in Bezug auf politische Morde ist.

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„Wenn Kim Jong-un plötzlich stirbt, fragen Sie mich nicht danach, sagte der CIA-Chef“

„Mit allem Respekt, wenn Kim Jong-un angesichts der ganzen langen Geschichte der CIA verschwinden sollte, werde ich einfach nicht darüber reden“, sagte der CIA-Direktor am Donnerstag, als er gefragt wurde, was passieren würde, wenn Kim plötzlich sterben würde.

Wir werden eine sehr viel bösartigere Agentur werden.

… „Der Präsident hat es sehr deutlich gemacht. Er ist bereit, dafür zu sorgen, dass Kim Jong-un nicht in der Lage ist, Amerika in Gefahr zu bringen. Mit militärischer Gewalt, wenn nötig. „

Es ist eine bittere Ironie, dass derselbe Mike Pompeo, der beiläufig auf die „CIA-Geschichte“ politischer Morde Bezug nimmt, jetzt eine zentrale Rolle spielt in den „Friedens“-Verhandlungen mit Pjöngjang.

Der Chef der Chef des Nationalen Nachrichtendienstes (NIS), Suh Hoon, und Chung Eui-yong, der nationale Sicherheitsberater von Südkoreas Präsident Moon, wurden für einen Prozess der trilateralen Verhandlungen verantwortlich gemacht: Nordkorea-Südkorea-USA, mit ROK-Beamten als Vermittler. Am 6. März traf Chung Eui-yong zusammen mit vier weiteren hochrangigen Vertretern Südkoreas, darunter Suh Hoon, die Führung Nordkoreas in Pjöngjang.

Dieses Treffen am 6. März 2018 hatte die Bühne für das „geheime Treffen des ehemaligen CIA-Direktors“ in Pjöngjang bereitet: Derselbe Mike Pompeo, der angedeutet hatte, dass es Planungen für ein politisches Attentat auf Nordkoreas Staatschef Kim gab, war während der Osterferien zu Gesprächen nach Pjöngjang gereiste um mit der Führung Norkoreas die Bedingungen des Gipfels von Singapur auszuhandeln, der für den 12. Juni festgelegt wurde.

Die nordkoreanischen Führer waren sich der wirklichen Absicht von Pompeo voll bewusst. Sie spielten das Spiel trotzdem mit.

Der Friede stand nie auf der Tagesordnung der USA. Und das war die Realität schon vor der Ernennung von John Bolton zum Nationalen Sicherheitsberater. Ziel ist es, den innerkoreanischen Dialog zu verschieben und einen einseitigen Prozess der „Denuklearisierung“ durchzusetzen.

Übersetzung Coop Anti-War Cafe Berlin, H.B.

The original source of this article is Global Research
Copyright © Prof Michel Chossudovsky, Global Research, 2018

28. Mai 2018

Saudischer Ex-Kronprinz bestätigt Verletzung von Mohmmad bin Salman

Raid (Mehr News/YJC) – Der saudische Ex-Kronprinz Mohammed bin Naif hat in einer Botschaft auf seinem Twitter bestätigt, dass der Kronprinz Mohammad bin Salman bei einer Schießerei nahe dem Königspalast im Stadtteil Al-Khazami verletz worden ist.

Die am Samstag veröffentlichten Bilder von bin Salman seien alt. Er  sei seit dem Vorfall in al-Khazami nicht gegenüber den Medien aufgetreten, gab bin Naif bekannt. Er sollte im Station Al-Joohara-Stadion  auftreten, sei aber nicht dorthin gekommen, so hieß es

Der ägyptische Nachrichtensender „Sawt al-Arab“ schrieb auch unter Berufung von US-Quellen, dass der saudische Kronprinz bei der Schießerei nahe dem Königspalast  verwundet worden sei.

Der berühmte saudische Enthüller Mojtahed teilte auch mit, dass sich die Gerüchte über die Verletzung bin Salmans verdichteten.

Am Samstag veröffentlichte die staatliche saudische Nachrichtenagentur Bilder vom Kronprinzen bin Salman in einer  Sitzung des Rats für Wirtschaft und Entwicklung dieses Landes. Bisher wurde keine Filmmaterialien oder Bilder von den unabhängigen Medien veröffentlicht, die  die Gesundheit von bin Salman bestätigen.

In Riad haben Schüsse am 22.April für Aufregung gesorgt. Im Internet kursierenden Videos waren laute Salven zu hören, die nahe dem Königspalast gefallen sein sollen. Die Polizei in Riad sprach in einer Stellungnahme von einer  Drohne, die abgeschossen worden sei.

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