Wahlkampf in Venezuela geht in entscheidende Phase. Oppositionelle, Kirche und Lima-Gruppe fordern Suspendierung (Amerika21)

In Venezuela geht der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahlen am 20. Mai in die Schlussphase. Der amtierende Präsident und Kandidat des Regierungslagers, Nicolás Maduro, war in den vergangenen Tagen in verschiedenen Bundesstaaten auf Wahlkampftour, darunter in Lara, Táchira und Carabobo. Am heutigen Donnerstag ist eine Abschlusskundgebung des sozialistischen Kandidaten in der Hauptstadt Caracas geplant. Maduro rief zu einer massiven Wahlbeteiligung auf und versprach, eine Politik „für die Familien, den Arbeiter und die Arbeiterin“ zu betreiben.

Der aussichtsreichste Kandidat der Opposition, Henri Falcón, unterbrach seine Wahlkampfaktivitäten am Montag für ein Treffen mit dem Nationalen Wahlrat (CNE) und der Militärführung. Die Streitkräfte sind am kommenden Sonntag, wie immer bei Wahlen in Venezuela, für die Sicherheit in und um die Wahllokale verantwortlich. Dafür stehen rund 300.000 Soldaten im Einsatz.

Gleichzeitig werden Rufe aus Oppositionskreisen lauter, die Wahlen im letzten Moment abzusagen. Am Montag verlangte die venezolanische Bischofskonferenz „dringlich“ eine Verschiebung der Wahl. Die „menschlichen Probleme“ in Venezuela seien so groß, dass „die Durchführung von Präsidentschaftswahlen nicht gerechtfertigt ist“, so die Kirchenvertreter. Man könne nicht „die Interessen einiger kleiner politischen Gruppen vor das Interesse der großen Mehrheit der Venezolaner stellen“, begründeten die Bischöfe ihre Ablehnung des Urnengangs.

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https://amerika21.de/2018/05/201291/wahlkampf-schlussphase-venezuela