Merkel trifft sich in Sotschi mit Putin. Es wird auch um »Nord Stream 2« gehen. (junge Welt)

Geht alles nach Plan, dann wird Bundeskanzlerin Angela Merkel am heutigen Freitag womöglich einen selten gewordenen Erfolg verkünden können: einen Erfolg in Sachen deutsch-russischer Kooperation. Um die Pipeline »Nord Stream 2« dreht sich ein Teil der Gespräche, die Merkel in Sotschi mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin führen wird. Die Röhre aber ist ein harter Brocken – aus gleich mehreren Gründen.

Denn Washington hat im Sommer 2017 ganz offen den Fehdehandschuh aufgenommen und in die damals neu verhängten Sanktionen gegen Russland auch eine Passage aufgenommen, derzufolge sämtliche Unternehmen, die sich an Bau und Finanzierung von Nord Stream 2 beteiligen, bestraft werden sollen. Für viele deutsche Firmen, die eine Menge Geld in den USA verdienen, die aber auch an der Pipeline beteiligt sind, wäre das der GAU.

Die Nerven liegen blank bei zahlreichen deutschen Unternehmern, die Geschäfte in Russland machen. Die Sanktionen, die US-Präsident Donald Trump am 6. April angekündigt hat, haben es in sich: Sie treffen nicht nur diverse russische Oligarchen sowie sämtliche Unternehmen, an denen diese einen beherrschenden Anteil halten, sondern auch alle, die mit diesen Unternehmen Handel treiben. Wer auch nur irgendwie mit russischen Firmen zu tun hat, muss jetzt überprüfen, ob er nicht besser seine Beziehungen einstellt, um nicht mit den zuständigen US-Behörden in Konflikt zu geraten. Im Dickicht der global verflochtenen Wirtschaft ist das ziemlich kompliziert – und das Problem wird durch teils schwammig formulierte Sanktionsvorschriften nicht einfacher. Es sei unter deutschen Unternehmern mittlerweile gang und gäbe, bei den zuständigen US-Stellen nachzufragen, bevor man neue Geschäfte in Russland starte, berichten Regierungsvertreter.

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