Archive for Mai 15th, 2018

15. Mai 2018

Skripal, Giftgas,Hacking, Doping – Strategien der Spannung und das große Schweigen danach (Nachdenkseiten)

https://www.nachdenkseiten.de/?p=43960 15. Mai 2018

Bei vielen Affären in jüngerer Vergangenheit wurde durch mediale Wiederholung eine nicht von Beweisen gestützte Version der Ereignisse erzeugt. War das gewünschte Bild installiert, wurde die Berichterstattung – ohne neue Entwicklungen zu berücksichtigen – jäh abgebrochen und die erzeugte Botschaft im kollektiven Gedächtnis „geparkt“. Dort können die Kampagnen bei Bedarf jederzeit reaktiviert werden. Von Tobias Riegel.

Es ist nur wenige Wochen her, da schien es, als sei international kein Thema bedeutsamer als ein mutmaßlicher Giftanschlag auf den in Großbritannien lebenden russischen Doppelagenten Sergej Skripal. Aufbauend auf der Medienkampagne zum Thema Skripal konnten Wirtschaftssanktionen und militärische Aggressionen gegen den angeblichen Täter Russland gefordert und wochenlang eine weltweite Atmosphäre der Spannung – und der Ablenkung – geschaffen werden.

Und dann? Kaum war die Vorverurteilung Russlands durch die Wiederholung unbelegter Anschuldigungen und die falsche Auslegung von Untersuchungsberichten medial installiert, kehrte ein plötzliches Schweigen ein, das bis heute anhält. Darum erfahren die deutschen Medienkonsumenten nicht, dass etwa die britischen Geheimdienste kürzlich einräumen mussten, dass sie keinen einzigen Verdächtigen im Fall Skripal benennen können. Zwar hatten auch deutsche Medien das Gegenteil verbreitet – aber über das Eingeständnis des britischen Nationalen Sicherheitsberaters Sir Mark Sedwill haben sie dann kein Wort verloren.

Emotionen ersetzen Erkenntnisse – Fakten werden nicht nachgereicht

Ähnlich war es bei den Sniper-Schüssen auf dem Kiewer Maidan-Platz 2014, beim Abschuss der Passagiermaschine MH17 über der Ukraine im selben Jahr und zu weiten Teilen bei den Kampagnen zum russischen Doping und Computer-Hacking: Bei allen diesen Affären wurde zunächst durch massive mediale Wiederholung eine weitgehend nicht von Beweisen, sondern Emotionen gestützte Version der Ereignisse erzeugt. War die gewünschte Botschaft installiert, wurde die Berichterstattung jäh abgebrochen und das erzeugte Bild im kollektiven Gedächtnis „geparkt“.

Wenn es dann doch Erkenntnisse gibt, die Monate später einer Medienkampagne widersprechen, werden diese oft nicht mitgeteilt. Und solche Erkenntnisse – neben dem oben geschilderten Eingeständnis zum Fall Skripal – gab es in jüngerer Vergangenheit einige, ohne dass sie eine angemessene Würdigung in den großen deutschen Medien erfahren hätten: So wurden neue Entwicklungen zum Maidan-Massaker von den Hauptmedien zu weiten Teilen verschwiegen, eine Pressekonferenz Russlands zu den angeblichen Giftgas-Angriffen im syrischen Duma nicht vermeldet, sondern hämisch verzerrt, es wurde die (nicht-russische) Herkunft des „Telekom-Hackers“ weitgehend unterschlagen und ein kürzlich veröffentlichtes Urteil des Internationalen Sportgerichts in Lausanne (CAS), das die Aussagen des russischen Doping-Kronzeugen Grigorij Rodtschenkow stark relativiert, zu weiten Teilen totgeschwiegen.

Medien-Konsumenten werden um die eigene Meinung betrogen

Dass ein Ereignis medial unterschlagen wird, bedeutet noch nicht, dass dadurch etwas bewiesen ist. Hier soll zum Beispiel die russische Pressekonferenz zu Duma weder als Propaganda, noch als Beispiel der leuchtenden Wahrheit präsentiert werden. Wenn Medienkonsumenten aber von der Existenz einer neuen Entwicklung erst gar nicht erfahren – und sei sie zweifelhaft – so werden sie um die Möglichkeit betrogen, sich ein eigenes Bild zu machen.

Das Thema Doping wird angesichts der nahenden Fußball-WM in Russland in den kommenden Wochen eine starke Medien-Dynamik entwickeln. Zudem hat sich die ARD mit ihrem Doping-Korrespondenten Hajo Seppelt beim Thema „russisches Staatsdoping“ auch im Vergleich zur internationalen Medienlandschaft anmaßend weit vorgewagt. Nun hat das CAS festgestellt, dass die Aussagen des antirussischen Kronzeugen Rodtschenkow zu großen Teilen auf Hörensagen beruhen würden, also vor Gericht weitgehend wertlos seien. In der ARD und anderen großen deutschen Medien erfährt man davon nicht.

Gerichte bedrohen emotionale Basis von Medienkampagnen

Das Beispiel des CAS-Urteils zum Doping macht deutlich, warum von den deutschen Hauptmedien nicht auf juristische Herangehensweisen gepocht wird, warum ordentliche Gerichtssprüche nicht abgewartet und auch nicht medial eingefordert werden: Zum einen wird für mediale Schuldsprüche kein Gericht gebraucht, es reicht die pure Macht der Reichweite und der Wiederholung. Zum anderen sind – wie das CAS-Urteil zeigt – juristische „Spitzfindigkeiten“ und penible Untersuchungen der Vorgänge beim Feindbild-Aufbau störend. In der trocken-rationalen Atmosphäre eines Gerichts gefällte Urteile bergen das Risiko, dass sie den auf „Gefühlen“ beruhenden Medienkampagnen den Boden unter den Füßen wegziehen. Die Gerichtsverfahren innewohnende Genauigkeit bedroht die von den Redakteuren geschaffene und geliebte Sphäre des Ungefähren.

Sobald diese Genauigkeit droht, ins Ungefähre einzubrechen, kann die Notbremse gezogen und das Thema insgesamt medial begraben werden – aber nur vorerst. Bei Bedarf (wenn sich die Bürger nur noch schemenhaft erinnern) kann es als zusätzliches „Argument“ eingeführt werden, manchmal in der geballten Form zahlreicher kombinierter Anschuldigungen, um die Verwirrung komplett zu machen.

Bei Bedarf werden Kampagnen wieder aufgewärmt

Die grüne EU-Abgeordnete Rebecca Harms hat diese Taktik kürzlich in Perfektion genutzt, um für einen Boykott der Fußball-WM in Russland zu trommeln:

„Der Giftgasanschlag in Salisbury ist nur das neueste Kapitel von Wladimir Putins Verhöhnung unserer europäischen Werte: willkürliche Bombenangriffe auf Schulen, Krankenhäuser und Wohngebiete in Syrien; die brutale militärische Invasion der Ukraine; systematische Hackerattacken; Desinformationskampagnen; Wahleinmischung; Versuche, die EU zu schwächen und destabilisieren – all das steht nicht auf der Visitenkarte eines guten WM Gastgebers.“

Keiner der hier gestapelten Vorwürfe kann nach ordentlichen Standards als bewiesen bezeichnet werden. Harms kann aber auf die in den Köpfen der Bürger gespeicherten Reste der einstigen Medienkampagnen zielen.

Die Strategie der intensiven emotionalen Medien-Kampagnen, die in dem Moment abgebrochen werden, in dem Fakten die selbst erzeugte Version bedrohen könnten, erfüllt somit zwei Kriterien: Sie erzeugt eine Schockstarre, während der unpopuläre Entscheidungen oder Enthüllungen kaschiert werden können. Und sie belässt die emotional aufgeladenen und unaufgeklärten Vorgänge im Hintergrund, um sie beizeiten aufzuwärmen. Es gibt jedoch Anzeichen, dass diese Art von Indoktrination ihre Wirkung verliert.

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15. Mai 2018

Israelischer Minister über Tote der Gaza-Proteste: „Wie Nazis, die im Zweiten Weltkrieg starben“ 


15.05.2018
Ein israelischer Minister zog einen Vergleich zwischen den Toten der Gaza-Proteste vom Montag und getöteten Nationalsozialisten. Die Bilanz der Proteste im Zuge der Öffnung der US-Botschaft in Jerusalem sind 59 Tote und 2.771 Verletzte. Ein Säugling starb durch das Einatmen von Tränengas.  (…)
Der israelische Minister Gilad Erdan verglich die Opfer der Proteste mit jenen aus den Reihen der Nationalsozialisten während des Zweiten Weltkriegs. Auf Twitter schrieb Erdan: „Die Zahl der getöteten am Montag „bedeute nichts – nur die Zahl der Nazis, die im Weltkrieg getötet wurden, macht den Nationalsozialismus noch lange zu nichts, was man erklären oder verstehen könnte“.
Hier weiterlesen: https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/69853-israelischer-minister-ueber-opfer-gazas/

15. Mai 2018

Sechzig Menschen wurden am Montag von israelischen Streitkräften im Gazastreifen getötet – ca 2000 wurden verletzt

Am Dienstagmorgen veröffentlichte das Gesundheitsministerium von Gaza die Namen von 57 getöteten Palästinensern:

1. Laila Anwar Al-Ghandoor, 8 Monate alt
2. Ezz el-din Musa Mohamed Alsamaak, 14 Jahre alt
3. Wisaal Fadl Ezzat Alsheikh Khalil, 15 Jahre alt
4. Ahmed Adel Musa Alshaer, 16 Jahre alt
5. Saeed Mohamed Abu Alkheir, 16 Jahre alt
6. Ibrahim Ahmed Alzarqa, 18 Jahre alt
7. Eman Ali Sadiq Alsheikh, 19 Jahre alt
8. Zayid Mohamed Hasan Omar, 19 Jahre alt
9. Motassem Fawzy Abu Louley, 20 Jahre alt
10. Anas Hamdan Salim Qadeeh, 21 Jahre alt
11. Mohamed Abd Alsalam Harz, 21 Jahre alt
12. Yehia Ismail Rajab Aldaqoor, 22 Jahre alt
13. Mustafa Mohamed Samir Mahmoud Almasry, 22 Jahre alt
14. Ezz Eldeen Nahid Aloyutey, 23 Jahre alt
15. Mahmoud Mustafa Ahmed Assaf, 23 Jahre alt
16. Ahmed Fayez Harb Shahadah, 23 Jahre alt
17. Ahmed Awad Allah, 24 Jahre alt
18. Khalil Ismail Khalil Mansor, 25 Jahre alt
19. Mohamed Ashraf Abu Sitta, 26 Jahre alt
20. Bilal Ahmed Abu Diqah, 26 Jahre alt
21. Ahmed Majed Qaasim Ata Allah, 27 Jahre alt
22. Mahmoud Rabah Abu Maamar, 28 Jahre alt
23.Musab Yousef Abu Leilah, 28 Jahre alt
24. Ahmed Fawzy Altetr, 28 Jahre alt
25. Mohamed Abdelrahman Meqdad, 28 Jahre alt
26. Obaidah Salim Farhan, 30 Jahre alt
27. Jihad Mufid Al-Farra, 30 Jahre alt
28. Fadi Hassan Abu Salmi, 30 Jahre alt
29. Motaz Bassam Kamil Al-Nunu, 31 Jahre alt
30. Mohammed Riyad Abdulrahman Alamudi, 31 Jahre alt
31. Jihad Mohammed Othman Mousa, 31 Jahre alt
32. Shahir Mahmoud Mohammed Almadhoon, 32 Jahre alt
33. Mousa Jabr Abdulsalam Abu Hasnayn, 35 Jahre alt
34. Mohammed Mahmoud Abdulmoti Abdal’al, 39 Jahre alt
35. Ahmed Mohammed Ibrahim Hamdan, 27 Jahre alt
36. Ismail Khalil Ramadhan Aldaahuk, 30 Jahre alt
37. Ahmed Mahmoud Mohammed Alrantisi, 27 Jahre alt
38. Alaa Alnoor Ahmed Alkhatib, 28 Jahre alt
39. Mahmoud Yahya Abdawahab Hussain, 24 Jahre alt
40. Ahmed Abdullah Aladini, 30 Jahre alt
41. Saadi Said Fahmi Abu Salah, 16 Jahre alt
42. Ahmed Zahir Hamid Alshawa, 24 Jahre alt
43. Mohammed Hani Hosni Alnajjar, 33 Jahre alt
44. Fadl Mohamed Ata Habshy, 34 Jahre alt
45. Mokhtar Kaamil Salim Abu Khamash, 23 Jahre alt
46. ​​Mahmoud Wael Mahmoud Jundeyah, 21 Jahre alt
47. Abdulrahman Sami Abu Mattar, 18 Jahre alt
48. Ahmed Salim Aljaan Aljarf, 26 Jahre alt
49. Mahmoud Sulayman Ibrahim Aql, 32 Jahre alt
50. Mohamed Hasan Mustafa Alabadilah, 25 Jahre alt
51. Kamil Jihad Kamil Mihna, 19 Jahre alt
52. Mahmoud Sabre Hamad Abu Taeemah, 23 Jahre alt
53. Ali Mohamed Ahmed Khafajah, 21 Jahre alt
54. Abdelsalam Yousef Abdelwahab, 39 Jahre alt
55. Mohamed Samir Duwedar, 27 Jahre alt
56. Talal Adel Ibrahim Mattar, 16 Jahre alt
57. Omar Jomaa Abu Ful, 30 Jahre alt
58 – 60: Nicht identifiziert

15. Mai 2018

Ukrainischer Inlandsgeheimdienst SBU verhaftet den Leiter des Büros der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti in Kiew

Laut Augenzeugen sollen Mitarbeiter der Inlandsgeheimdienstes SBU der Ukraine am Dienstagmorgen gewaltsam in die Räume eingedrungen sein und den Leiter des Büros von RIA Novosti verhaftet haben.

Dieser Zwischenfall reiht sich in eine Serie von Schikanen und z.T. gewaltsamen Vorfällen ein, die seit Jahren gegen russische Medien und ihre Vertreter inszeniert wurden.

15. Mai 2018

Trumps Aufkündigung des Atomabkommen mit dem Iran – Teheran wirft USA Verletzung der UN-Resolution 2231 vor und fordert völkerrechtliche Konsequenzen

Der iranische Außenminister Zarif beschuldigte die USA der Verletzung der UN-Resolution 2231 und forderte, dass diese bezüglich ihres gefährlichen Handelns, der klaren Herausforderung der Charta der Vereinten Nationen und des Völkerrechts, verantwortlich gemacht werden müßten.

Zarif hatte am Montag in einem Brief an UN-Generalsekretär Antonio Guterres geschrieben, das Vorgehen der USA sei eine vollkommene Missachtung des Völkerrechts und eine Verletzung der UN-Charta, welches das Prinzip einer friedlichen Regelung von Streitigkeiten untergrabe.

Das Vorgehen der USA gefährde den Multilaterismus und sei eine katastrophale Rückkehr zur gescheiterten Ära des Unilateralismus, fügte er hinzu.

„Die USA haben von Anfang an das Atomabkommen JCPOA (Joint Comprehensive Plan of Action) verletzt und dazu noch andere Mitglieder daran gehindert, ihren Verpflichtungen nachzukommen“, so Zarif.

„Das Atomabkommen ist ein multilateraler Vertrag und kann nicht verändert oder neu verhandelt werden. Die Interessen des iranischen Volkes aus diesem Vertrag können nicht mit anderen Bedingungen verknüpft werden“, ergänzte Außenminister Zarif.

US-Präsident Donald Trump hatte am 8. Mai unter Wiederholung seiner Vorwürfe gegen den Iran, den Ausstieg der USA aus dem Atomabkommen JCPOA mit Iran sowie die Wiedereinsetzung der anti-iranischen Sanktionen in den nächsten Monaten bekannt gegeben.

Dies geschah vor dem Hintergrund der Tatsache, dass mit der Verabschiedung der Resolution 2231 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen im Juli 2015 alle sechs Resolutionen des Sicherheitsrats gegen Iran ausgesetzt wurden.

Das Vorgehen der US-Regierung wurde von allen anderen Unterzeichnern des Atomabkommens massiv kritisiert.

15. Mai 2018

„China herausfordern“ Forderungen nach der Entsendung deutscher Kriegsschiffe nach Ostasien (german-foreign-policy.com)

Forderungen nach der Entsendung deutscher Kriegsschiffe nach Ostasien begleiten die jüngsten Auseinandersetzungen um die Stationierung chinesischer Abwehrraketen im Südchinesischen Meer. China hat Berichten zufolge Mittelstreckenraketen auf drei zu den Spratly-Inseln zählenden Riffen aufgestellt, um womöglich angreifende Kriegsschiffe und Kampfjets abwehren zu können. Die Vereinigten Staaten haben massiv dagegen protestiert – obwohl die Volksrepublik nicht der einzige Staat ist, der Inseln im Südchinesischen Meer mit militärischen Einrichtungen befestigt. US-Militärstrategen diskutieren über etwaige Überfälle auf von China kontrollierte Inseln. Zudem arbeiten die Vereinigten Staaten, Japan, Australien und Indien an einer engeren Militärkooperation, die sich gegen Beijing richtet. Experten schlagen vor, die EU in das Bündnis („Quad“) einzubeziehen; Botschafter mehrerer EU-Staaten zeigen dafür Sympathien. Zudem heißt es, die deutsche Marine solle sich in Zukunft auch an Patrouillen sowie an Manövern im Südchinesischen Meer beteiligen.

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https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/7607/

15. Mai 2018

9/11 Suspects: The Dancing Israelis

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