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„Sie stehlen Müll – von Lumpensammlern zu Recyclern“ Gaby Webers neuster Dokumentarfilm über eine weltweit einzigartige soziale wie ökologische Erfahrung in Argentinien

Es geht um eine Erfahrung, wie die Ärmsten Argentiniens sich einen Raum in der Müllwirtschaft erkämpft haben, eine weltweit einzigartige soziale wie ökologische Erfahrung.

Früher nannte man sie “cirujas”, Lumpensammler, schmutzige Streuner, die im Slum wohnen und im Müll von Buenos Aires rumwühlten. Heute sind sie Recycler. Sie bevölkern die Straßen von Buenos Aires, holen Pappe, Papier, Metalle, Glas und Plastik aus den Müllcontainern oder vom Bürgersteig und liefern es in den „grünen Zentren“ ab. Dort wird das Material sortiert und als Rohstoff zur Wiederverwertung verkauft. Jetzt protestieren sie gegen einen Gesetzesvorschlag der konservativen Regierung von Mauricio Macri, teure Müllverbrennungsanlagen im Ausland einzukaufen, statt Abfall wiederzuverwerten.

Vor zehn Jahren, als Macri Bürgermeister von Buenos Aires war, wollte er die „cirujas“ ins Gefängnis sperren, weil sie „Müll stehlen“. Heute sind diese Worte nur noch peinlich, weil die cartoneros in das städtische Abfall-System fest eingebunden sind. Sie bekommen einen festen Lohn, Uniformen und Krankenversicherung.