Archive for Mai 9th, 2018

9. Mai 2018

Schulterschluss von Abbas und Maduro. Venezuela und Palästina wollen ihre politischen und Handelsbeziehungen ausbauen

Während eines Besuchs des palästinensischen Präsidenten Mahmud Abbas bei seinem venezolanischen Amtskollegen Nicolás Maduro unterzeichneten die beiden Staatschefs eine Reihe bilateraler Abkommen. Maduro kündigte an, noch in diesem Jahr Ramallah besuchen zu wollen. (AVN/jW)

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9. Mai 2018

Kriegsdrohungen. Trump, die USA und der Frieden (junge Welt)

Gestern war der 73. Jahrestag der Befreiung Europas vom Faschismus und des Endes des Zweiten Weltkrieges in Europa. Doch die Welt wartete auf Donald Trump. Der US-Präsident hatte für 20 Uhr unserer Zeit seine Entscheidung angekündigt, ob die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran aussteigen – zu spät für die junge Welt, die zu diesem Zeitpunkt schon im Druck war. Doch man musste auch gestern nicht auf den letzten Tweet dieses Herren warten – denn so oder so ist klar, dass die Administration in Washington einen brandgefährlichen Kurs fährt, der die Welt immer näher an den Abgrund eines weiteren großen Krieges rückt.

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https://www.jungewelt.de/artikel/332190.kriegsdrohungen.html

9. Mai 2018

Designierte CIA-Chefin soll Folter-Gefängnis überwacht und Beweise vernichtet haben

Am kommenden Mittwoch wird die Senatsanhörung stattfinden, die Gina Haspel als neue CIA-Direktorin bestätigen soll. Trotz der Vorwürfe, dass Haspel als Offizierin ein mutmaßliches Foltergefängnis leitete, stehen die Chancen für die jetzige Vizedirektorin gut.
Präsident Donald Trump schlug am vergangenen Dienstag offiziell Gina Haspel als neue CIA-Direktorin vor. „Sie ist eine herausragende Person, die ich sehr gut kennen gelernt habe“, sagte Trump bei dem Pressetermin. Vor dem Komitee des US-Senats, das die Zustimmung zu ihrer Bestätigung erteilen soll, muss sich Gina Haspel eventuell unangenehmen Fragen stellen.

Im Jahr 2002 leitete sie ein Geheimgefängnis mit dem Codenamen „Katzenauge“ in Chiang Mai in Thailand. Mindestens ein Verdächtiger wurde in dieser Zeit sogenannten verschärften Verhörmethoden ausgesetzt. Der saudische Staatsbürger Abu Zubaydah soll dabei mit Schlafentzug, lauter Musik, Schlägen und sexueller Erniedrigung gefoltert sowie dem berüchtigten Waterboarding unterzogen worden sein.

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https://deutsch.rt.com/international/69583-designierte-cia-chefin-soll-foltergefaengnis-ueberwacht-und-beweise-vernichtet-haben/

9. Mai 2018

Raketenangriffs Israels in Syrien. Im Netz ist ein Video aufgetaucht, das die Folgen des Raketenschlags dokumentiert

Laut der syrischen staatlichen Nachrichtenagentur Sana sind bei dem Schlag zwei Menschen getötet worden – ein Ehepaar aus der Stadt Al-Shaykh Maskin in der Provinz Daraa.

Am Dienstag hatte die syrische Luftabwehr etwa 23 Kilometer südlich der Hauptstadt Damaskus einen Raketenangriff seitens Israels abgewehrt. Dabei wurden zwei israelische Raketen vernichtet, teilte das syrische Staatsfernsehen mit.

Im Netz ist ein Video aufgetaucht, das die Folgen des Raketenschlags israelischer Militärs in der Region al-Kiswah bei Damaksus zeigt.

https://de.sputniknews.com/politik/20180509320633064-israel-raketenangriff-syrien-damaskus/

9. Mai 2018

Mordmaschine stoppen Proteste gegen Rheinmetall in Berlin. Verbot von Rüstungsexporten gefordert (junge Welt)

Wer von Kriegen weltweit profitiert, wird in der Bundesrepublik von der Staatsmacht beschützt. So auch am Dienstag das Führungspersonal und die Aktionäre des Rüstungskonzerns Rheinmetall bei ihrer Hauptversammlung in Berlin.

Von einem deutlich größeren Polizeiaufgebot als in den Vorjahren behütet, trafen sich die Anteilseigner der größten deutschen Rüstungsschmiede in einem Hotel im Stadtteil Tiergarten. Auf der Straße zwischen diesem und dem Verteidigungsministerium gab es – eng eingerahmt von Absperrgittern – Protest. Die Berliner Initiative »Legt den Leo an die Kette!« und das Bündnis »Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!« hatten dazu aufgerufen, gegen Rheinmetall und dessen Waffengeschäfte zu demonstrieren. Zentrale Forderung war das Verbot von Rüstungsexporten.

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https://www.jungewelt.de/artikel/332155.mordmaschine-stoppen.html

9. Mai 2018

»Wollen uns nicht mehr vom Westen manipulieren lassen« Proteste in Ghana und Togo (junge Welt)

In vielen Ländern Afrikas entsteht ein panafrikanisches Bewusstsein. In Ghana kam es zu Protesten, weil das Parlament Ende März beschlossen hatte, eine Vereinbarung (Memorandum of Under­standing) mit der US-Regierung in Kraft zu setzen. Worum ging es genau? Ein Gespräch mit Ridwan Seidu

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https://www.jungewelt.de/artikel/331779.wollen-uns-nicht-mehr-vom-westen-manipulieren-lassen.html

9. Mai 2018

Deutschen Unternehmen drohen nach dem US-Ausstieg aus dem Iran-Deal harte Sanktionen.

Die deutsche Wirtschaft hat schockiert auf den von US-Präsident Donald Trump angekündigten Ausstieg aus dem Atomabkommen mit dem Iran reagiert. BDI-Präsident Dieter Kempf sagte am Dienstag unmittelbar nach Trumps Ankündigung: „Die deutsche Industrie bedauert den Rückzug der USA aus dem so mühselig und langwierig verhandelten Atomabkommen zutiefst.“

Der neue US-Botschafter in Berlin fordert deutsche Unternehmen zum Rückzug aus dem Iran auf.

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https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/05/09/us-botschafter-fordert-deutsche-unternehmen-zum-rueckzug-aus-dem-iran-auf/?nlid=7f84bc99ed

9. Mai 2018

Russland: Sanktionen gegen die USA wegen Iran-Deals möglich (DWN)

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/05/09/russland-sanktionen-gegen-die-usa-wegen-iran-deals-moeglich/: 09.05.18

Russland ist zutiefst enttäuscht über die Entscheidung von US-Präsident Donald Trump, sich vom iranischen Nuklearabkommen zurückzuziehen, teilte das russische Außenministerium am Dienstag laut TASS mit. Das Ministerium betonte, dass der Gemeinsame umfassende Aktionsplan (JCPOA) für das iranische Atomprogramm, der 2015 unterzeichnet wurde, ein wichtiges multilaterales Abkommen ist, das durch die Resolution 2231 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. „Der umfassende Aktionsplan (JCPOA) ist nicht das Eigentum der USA, sondern gehört der gesamten internationalen Gemeinschaft, die wiederholt ihr Engagement und ihre langfristige nachhaltige Umsetzung im Interesse der Stärkung des internationalen und regionalen Friedens und der Sicherheit sowie des nuklearen Nichtverbreitungsregimes bekräftigt hat“, so das Ministerium betont.

„Washingtons Position ist ein schwerwiegender Verstoß gegen den JCPOA. Die Gemeinsame Kommission der JCPOA-Mitgliedsstaaten muss diese Situation innerhalb der etablierten Verfahren schnell und gründlich analysieren und bewerten“, sagte das Ministerium. „Wir sind zutiefst enttäuscht über die Entscheidung von US-Präsident Trump, im Rahmen des gemeinsamen umfassenden Aktionsplans (JCPOA) einseitig auf das iranische Atomprogramm zu verzichten und die US-Sanktionen gegen den Iran wieder einzuführen“, unterstrich das Ministerium. „Wir sind äußerst beunruhigt darüber, dass die Vereinigten Staaten erneut der Meinung der Mehrheit der Staaten und ausschließlich ihrer eigenen Interessen widersprechen und die Normen des internationalen Rechts offenkundig verletzen“, bemerkte das Ministerium.

Russland und China hatten am Freitag eine gemeinsame Erklärung abgegeben, in der sie ihre “unerschütterliche Unterstützung für die umfassende und effektive Umsetzung” des Abkommens erklären und “die dringende Notwendigkeit für alle Parteien des JCPOA, ihren Verpflichtungen konsequent nachzukommen und sie vollständig umzusetzen” betonen. Die Regierung in Teheran meldete hingegen, dass sie nicht bereit sei, das Atom-Abkommen neu zu verhandeln..

Politico berichtet, dass es im JCPOA keine Klausel gebe, die es einer Vertragspartei erlaube, sich komplett aus dem Deal zurückzuziehen. Während die Regierungen von Obama und Trump behaupten, dass es sich um eine freiwillige, politische Vereinbarung handelt, haben die europäischen Mächte darauf bestanden, dass eine Resolution des UN-Sicherheitsrates, die den Deal gebilligt hat, ihn für alle Parteien verbindlich macht.

Wladimir Jermakow, der Leiter Rüstungskontrolle des russischen Außenministeriums, sagte, wenn Trump gegen den JCPOA verstoße, müsste Washington selbst mit Sanktionen rechnen. “Wenn es einen Bruch dieser Vereinbarungen durch die USA gibt, dann wird es wahrscheinlich notwendig sein, Sanktionen gegen die USA  zu verhängen”, so Jermakow. Denn es gebe keine rechtliche Grundlage für die Wiedereinführung der Sanktionen gegen den Iran.

Carnegie Europe berichtet: “Ohne Eskalation, aber mit einer entschiedenen Antwort muss sich die EU in dieser Schlüsselthematik behaupten (…) Es ist daher höchste Zeit, dass die Europäer intern untersuchen, wie weit sie gehen wollen. Sollten die USA erneut Sanktionen verhängen und somit gegen den JCPOA verstoßen, sollte die EU alle vom JCPOA vorgesehenen Konfliktlösungsmechanismen nutzen, einschließlich des Beschwerdeverfahrens der Gemeinsamen Kommission, falls eine Partei eine Verletzung der Vereinbarung durch eine andere Partei beklagt. Es sollte auch über die UN funktionieren – insbesondere mit China und Russland als den anderen Unterzeichnern des JCPOA und ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrats. Dies könnte möglicherweise die Einbeziehung der Generalversammlung der Vereinten Nationen beinhalten, falls der Sicherheitsrat aufgrund eines Vetos eines seiner Mitglieder nicht in der Lage ist, das Problem zu lösen.”

Die EU ist zumindest entschlossen, die Geschäftsinteressen von EU-Firmen zu schützen. Maja Kocijancic, Sprecherin der Europäischen Kommission, sagte Bloomberg zufolge: “Wir arbeiten an Plänen, um die Interessen europäischer Unternehmen zu schützen. Das JCPOA basiert nicht auf Annahmen von Treu und Glauben oder Vertrauen. Es basiert auf Fakten, auf konkreten Verpflichtungen, auf Verifizierungsmechanismen, auf sehr strenger Überwachung.”

“Je nachdem, wie schwerwiegend und unmittelbar der Rückzug der USA ausfallen wird, sollte die EU Verfahren einführen, die es europäischen Unternehmen ermöglichen, mit dem Iran Handel zu treiben, um Teheran dazu zu bewegen, an dem Deal festzuhalten. Dazu gehört die Einrichtung von auf Euro basierenden Kreditlinien und Clearingstellen, die legitime Geschäfte mit dem Iran begründen können”, so Cornelius Adebahr von Carnegie Europe.
Eine Sprecherin der Europäischen Kommission sagte am 7. Mai, dass die Europäische Union sich weiterhin für die vollständige Umsetzung des Abkommens einsetzt.

“Das ändert sich nicht”, zitiert der EU Observer die Sprecherin. Sie stellte fest, dass die Internationale Atomenergiebehörde (IAEO) ebenfalls die vollständige Einhaltung der Vereinbarung etwa zehn Mal bestätigt habe.

Deutschlands Außenminister Heiko Maas sagte am Montag, der Deal müsse in Kraft bleiben. “Wir glauben nicht, dass es einen berechtigten Grund gibt, sich aus dieser Vereinbarung zurückzuziehen, und wir machen das weiterhin unseren amerikanischen Freunden klar”, so Maas. Der EU Observer führt aus, dass die EU völlig unabhängig von den USA das Atom-Abkommen aufrechterhalten könnte – ob die USA dabei ist, oder nicht. Diesen Vorschlag hatte Teheran am Montag eingebracht.

Das US-Magazin The Hill berichtet, dass Frankreich und Deutschland alles daran setzen werden, das Atom-Abkommen aufrechtzuerhalten. Beide Staaten, aber auch die EU, hätten insbesondere wirtschaftliche Eigeninteressen. “Die Franzosen sind Meister darin, ihre kommerziellen Interessen mit wenig Rücksicht auf die Interessen anderer Staaten zu verfolgen. Eine frühere Version eines Abkommens mit dem Iran ist 2003 aufgrund der französischen Opposition zusammengebrochen. Bemerkenswert ist, dass Frankreich die Technologie für das iranische Atomprogramm lieferte – Framatome schloss 1974 mit dem Schah von Iran einen Vertrag über den Bau von Kraftwerken und die Lieferung von Treibstoff. Die deutsche Außenpolitik zeichnet sich auch durch ihre besondere Betonung des wirtschaftlichen Eigeninteresses aus. So hat es beispielsweise den Bau der Nord Stream II-Pipeline trotz einer Litanei der von der Europäischen Union verurteilten russischen Völkerrechtsverletzungen genehmigt (…) Was hat die Europäische Union in den Iran exportiert? Kernreaktoren, Kessel, Maschinen, Instrumente, pharmazeutische und chemische Produkte, Fahrzeuge, Flugzeuge, Raumfahrzeuge, Kunststoffe und mehr. Importe aus dem Iran bestanden hauptsächlich aus mineralischen Brennstoffen, chemischen Produkten und Lebensmitteln. Diese Mischung von Gütern weist darauf hin, dass die Handelsbeziehung einen beträchtlichen Raum zum Wachsen hat (…) Mehrere EU-Länder haben von der Wiederherstellung der Beziehungen mit dem Iran profitiert. So ist der Handel zwischen Iran und Österreich im vergangenen Jahr im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent gewachsen, und es ist geplant, ihn mit einem Großfinanzierungsvertrag der Oberbank weiter auszubauen. Spaniens Handel mit dem Iran belief sich im Jahr 2017 auf 1,67 Milliarden Euro und mit den Niederlande auf 1,34 Milliarden Euro. Italien war ebenfalls ein großer Nutznießer. Sein Handel wuchs im Zeitraum 2016 bis 2017 um 117 Prozent gegenüber dem Vorjahr.”

Politico führt aus, dass Trumps Aufkündigung des Atom-Abkommens zwangsläufig zur Isolation der USA führen müsse. Denn alle anderen Länder – Deutschland, Russland, Großbritannien, Frankreich und China – seien Unterstützer des Abkommens. “Wir sind entschlossen, dieses Abkommen zu retten, weil dieses Abkommen die nukleare Proliferation schützt und der richtige Weg ist, den Iran daran zu hindern, eine Atomwaffe zu bekommen”, zitiert das Blatt den französischen Außenminister Jean-Yves Le Drian.

Maja Kocijancic, Sprecherin der Europäischen Kommission, sagte am Dienstag, dass die Unterstützung der EU für das Abkommen Bestand habe. “Es ist ganz klar, dass wir glauben, dass das Abkommen funktioniert, und unsere Verpflichtung, die Umsetzung fortzusetzen, bleibt bestehen. Wir glauben, dass das Abkommen erhalten werden sollte”, meint sie.

Ihre Worte wurden vom offiziellen Sprecher des britischen Premierministers Theresa May am Dienstag wiederholt: “Wir sagten über mehrere Monate hinweg klar und deutlich, dass wir weiterhin glauben, dass es richtig ist, den iranischen Atom-Deal als den besten Weg zur Neutralisierung der Bedrohung eines nuklear bewaffneten Iran anzusehen. Er räumte jedoch ein, dass “es Dinge gibt, die der Deal nicht abdeckt, die wir jedoch angehen müssen, einschließlich ballistischer Raketen, was passiert, wenn der Deal ausläuft und die destabilisierende regionale Aktivität des Irans”.

9. Mai 2018

Iran-Deal: USA verschärfen Gangart im Energie-Krieg um Europa 

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/05/09/iran-deal-usa-verschaerfen-gangart-im-energie-krieg-um-europa/09.05.18

Mit der Aufkündigung des Iran-Deals verschärft die US-Regierung die Gangart im Energiekrieg um Europa

Nach Einschätzung von Analysten aus der Energiebranche werden die Auswirkungen des US-Rückzugs aus dem Iran-Deal auf den Ölmarkt begrenzt sein, auch wenn US-Präsident Donald Trump in Zukunft das Atomabkommen mit dem Iran aufkündigen sollte.

CNBC führt aus, dass die USA “eine beträchtliche Macht über das globale Finanzsystem” haben. Der Sender wörtlich: “Aber wenn Trump Sanktionen gegen die iranischen Ölexporte verhängt, wird er gegen den Willen der internationalen Gemeinschaft handeln. Anders als Präsident Barack Obama, wird er nicht in der Lage sein, auf einige Hauptkäufer von iranischem Rohöl zu zählen, um ihre Importterminals zu schließen (…) Das bedeutet, dass die US-Sanktionen wahrscheinlich nur 300.000 bis 500.000 Barrel pro Tag iranisches Öl vom Markt nehmen werden, verglichen mit den eine Million bis 1,5 Millionen Barrel, die die Obama-Regierung gekürzt hat. Die Welt verbraucht etwa 100 Millionen Barrel pro Tag. Selbst dann wird es wahrscheinlich sechs Monate oder länger dauern, bis die schlimmsten Störungen auftreten und ein Fenster für weitere Verhandlungen geöffnet wird, die den Deal aufrechterhalten könnten, sagen Analysten.

“Dieses Mal denken wir, dass es nicht annähernd so erfolgreich sein wird wie im Jahr 2012”, so Edward Morse, globaler Leiter der Rohstoffforschung bei Citi. Vor den späten 2000er Jahren hatten die USA wenig Erfolg, andere Länder zu zwingen, ihren langjährigen Rivalen Iran zu isolieren. Aber die Obama-Regierung sicherte sich Unterstützung von großen Käufern iranischen Öls in Europa und Asien auf der Grundlage von angeblichen Beweisen, dass der Iran ein geheimes Atomwaffenprogramm betreibt.

Mehrere Sanktionsrunden zwangen den Iran, mit der P5+1-Gruppe (China, Frankreich, Deutschland, Russland und die USA) zu verhandeln. Das Abkommen von 2015 beschränkte das iranische Atomprogramm und forderte Teheran auf, internationale Inspektoren ins Land zu lassen. China, Frankreich, Deutschland und die USA wollen, dass das Atomabkommen beibehalten wird.

Doch Trump drohte im Januar, die Sanktionen gegen den Iran wiederherzustellen. Ab dieser Woche gab es trotz Trumps Treffen mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel keine Einigung.”Ich denke, wenn man sich die Dissonanz zwischen den P5+1 ansieht, scheint die Menge an Öl, die zurückgehen würde, niedriger zu sein – zu diesem Zeitpunkt vielleicht 300.000 bis 500.000 Barrel pro Tag”, zitiert CNBC Daniel Yergin, stellvertretender Vorsitzender von IHS Markit.

Helima Croft, Leiterin der Rohstoffstrategie bei RBC Capital Markets, führt aus: “Obwohl es eine beträchtliche Debatte über die Wirksamkeit einseitiger US-Maßnahmen gegen den Iran gibt, glauben wir, dass eine Wiederbelebung der Drohung, sich nicht an die Sanktionen haltende Unternehmen aus den US-Kapitalmärkten zu verdrängen, dem Weißen Haus einen ziemlich machtvollen Knüppel verleiht”.

Nach Einschätzung von Analysten ist es wahrscheinlich, dass einzelne europäische Staaten, Südkorea und Japan ihre Ölimporte aus dem Iran einschränken könnten, um ihre engen Beziehungen zu Washington zu bewahren. Aber Indien, China und die Türkei könnten dieser Haltung keine Folge leisten.

Die Obama-Regierung forderte die Käufer auf, ihre iranischen Ölimporte alle 180 Tage um 20 Prozent zu reduzieren. Wenn Trump dem gleichen Modell folgt, könnte das nach Ansicht von Croft die Auswirkungen in die erste Hälfte des Jahres 2019 verschieben. “Im Laufe der Zeit wird diese Reduzierung kleiner werden, wenn die Trump-Regierung nicht in der Lage ist, China und Indien zur Teilnahme zu bewegen”, so Richard Nephew von der Columbia University.

Michael Cohen aus dem Rohstoff-Team von Barclays Capital führt in einem aktuellen Spezialbericht aus:“Angesichts der anhaltenden Kritik von Präsident Trump an dem Atomabkommen (mit dem Iran, Anm. d. Red.), der personellen Veränderungen in seinem außenpolitischen Team und einer wiederbelebten US-Allianz mit Israel und Saudi-Arabien ist die US-Politik konfrontativer geworden.

Die Ankündigung wird wahrscheinlich den Beginn langwieriger Gespräche mit den anderen Unterzeichnern des gemeinsamen umfassenden Aktionsplans (JCPOA) markieren. Wir analysieren Schlüsselaspekte der Transaktion, diskutieren verschiedene Szenarien und bewerten deren Auswirkungen auf die Öl- und Devisenmärkte.

Ungeachtet seiner Entscheidung wird der gegenwärtige Iran-Deal aus unserer Sicht unter Präsident Trump nicht überleben. Er hat zwei Hauptoptionen: In dem disruptiveren Fall verlängert er nicht die Frist für die Verhängung von ölbedingten Sanktionen in dieser Woche und erzwingt innerhalb von sechs Monaten erhebliche Reduzierungen der iranischen Importe; oder er könnte seine Ablehnung des JCPOA erneut formulieren, aber die Verzichtserklärung erneuern (und damit das Atom-Abkommen weiterlaufen lassen, Anm. d. Red.). Diese Option würde dazu führen, Zeit zu gewinnen, da sich die Atomverhandlungen mit Nordkorea über den Sommer hinziehen werden. Unabhängig davon löst seine Außenpolitik weiterhin die Spannungen im wichtigsten Ölexportzentrum (Naher Osten, Anm. d. Red.) aus und ist somit preisstabilisierend.

Wir rechnen mit einem geringen Produktionseffekt für den Iran im Jahr 2018, wenn die Verzichtserklärung nicht erneuert wird. Viele europäische Käufer würden ihre Käufe wahrscheinlich kurzfristig einstellen. In beiden oben genannten Szenarien würde ein neues US-Sanktionsregime die Fähigkeit des Irans, ausländische Investitionen anzuziehen, insbesondere für (die Ölfelder, Anm. d. Red.) Yadavaran und Azadegan, gefährden und die iranische Produktion bis 2025 flach oder niedriger halten. Ob andere Mitglieder der P5+1-Gruppe dem Effekt sekundärer US-Sanktionen entgegenwirken ist eine weitere Variable, die Kurz- und mittelfristige Effekte auslösen könnte.

Im Rahmen des günstigeren Szenarios würden die Preise fallen. Doch beide Szenarien  würden bereits erhöhte Spannungen im Nahen Osten, insbesondere zwischen Iran und Saudi-Arabien – mit Ausstrahlungs-Effekten auf den Irak, Syrien und Jemen  – anheizen. Die geopolitischen Folgen eines möglichen Abbaus des JCPOA (des Atom-Abkommens, Anm. d. Red.) dürften eine größere und lang anhaltende Rolle spielen.”

Bloomberg zufolge sind die vier größten Importeure von iranischem Öl China, Indien, Südkorea und die Türkei. Darauf folgen Italien, Japan die Vereinigte Arabischen Emirate (VAE), Spanien, Frankreich, Griechenland, Syrien Taiwan, Kroatien, die Niederlande, Polen und Malaysia. Doch wenn alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union unter der Kategorie “EU” zusammengefasst werden, ist die EU der zweitgrößte Importeur von iranischem Öl, berichtet Stratfor.

Bloomberg führt aus: “Der Iran versucht, Investitionen von internationalen Ölgesellschaften in Höhe von etwa 200 Milliarden Dollar anzuziehen, um die Energieproduktion zu steigern. Ohne dies könnte die Produktion zu stagnieren beginnen.

Trumps Verachtung für das Atomabkommen hat bereits Investoren aus dem Land (Iran, Anm. d. Red.), dem drittgrößten Produzenten der OPEC, abgeschreckt. Von den westlichen Energiekonzernen ist nur Total aus Frankreich zurückgekehrt, und das Gasprojekt schreitet langsam voran. Iranische Offizielle haben sich beschwert, dass westliche Ölfirmen zu vorsichtig sind, um in das Land zurückzukehren, obwohl es Anzeichen dafür gibt, dass russische Unternehmen eingreifen, um das Vakuum zu füllen.

Total hat den größten finanziellen Anteil eines internationalen Energiekonzerns, der zugesagt hat, in der ersten Phase eines Offshore-Erdgasprojekts eine Milliarde US-Dollar zu investieren. Die Gesamtinvestitionen in das Projekt könnten fünf Milliarden US-Dollar erreichen, und während das Unternehmen entschlossen ist, weiter voranzukommen, hat Total-Chef Patrick Pouyanne versprochen, angesichts der neuen US-Restriktionen rechtliche Konsequenzen zu prüfen.”

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