Dicke Schlappe für Raketen-Trio: Westliche Syrienpolitik scheitert auf allen Ebenen
von Rainer Rupp 19.04.2018
Ohne Lügen, Verdrehungen und Fälschungen scheint Politik in der postmodernen „liberalen Demokratie“ nicht mehr zu funktionieren. Auch das US-geführte Raketen-Trio will sein Versagen in Syrien schönreden. Besonders dreist dabei: Premierministerin May.
Hier zum ganzen Artikel: https://deutsch.rt.com/meinung/68607-dicke-schlappe-fur-raketen-trio/
Auszug:
(…) Viel schwerer wiegt jedoch die Erklärung von Großbritanniens Premierministerin Theresa May, die deutlich macht, dass dieser Angriff neben seiner Völkerrechtswidrigkeit auch sonst von einer außerordentlich verwerflichen Gesinnung geprägt ist. Unter den unzähligen wirren und täuschenden Bemerkungen, die Theresa May in ihrer Erklärung nach den Raketenangriffen machte, war folgende der Gipfel: „Zusammen haben wir eine bestimmte und begrenzte Anzahl von Zielen getroffen. Die waren eine Chemiewaffenlager- und -produktionsanlage, ein Forschungszentrum für chemische Waffen und ein militärischer Bunker, der an Angriffen mit chemischen Waffen beteiligt war. Wenn wir diese Ziele mit der von uns eingesetzten Macht treffen, wird dies die Fähigkeit des syrischen Regimes, chemische Waffen zu erforschen, zu entwickeln und einzusetzen, erheblich beeinträchtigen.“
Nehmen wir für einen Moment einmal an, die Vorwürfe der britischen Regierung gegen Assad wären wahr und an den jetzt zerbombten Orten hätte es tatsächlich chemische Waffenlager gegeben. Das hätte mit anderen Worten bedeutet, dass die britische Reaktion auf einen – immerhin bis heute unbewiesenen – Chemiewaffeneinsatz der Syrer darin bestanden hätte, gemeinsam mit ihren Verbündeten zig Tonnen Sprengstoff mit Raketen ans Ziel zu bringen und angeblich das größte syrische Chemiewaffenlager unkontrolliert in die Luft zu sprengen. So hätte man aber zweifellos eine tödliche Wolke von allen möglichen, extrem toxischen Nervengiften nicht nur über die benachbarten Städte und Dörfer verbreitet, sondern je nach Wind ganze Regionen vergiftet und Leben und Gesundheit der Menschen dort ernsthaft gefährdet.
Nur zertifiziert Wahnsinnige könnten auf solche Gedanken kommen und das dann auch noch als Erfolg bei der Bekämpfung der Chemiewaffen bejubeln. Aber sind die britische, französische und die US-amerikanische Regierung tatsächlich querbeet von diesem klinischen Krankheitsbild befallen? Nun, man kann auch annehmen, dass die Premierministerin May sich in ihrer verzwickten Lage mal wieder den guten Rat ihres Luxemburger Freundes Jean-Claude Juncker zu Herzen genommen hat: „Wenn es schwierig wird, dann muss man lügen!“
Tatsächlich ergibt erst, wenn sie alle gelogen haben, alles wieder einen Sinn, dass nämlich London, Paris und Washington von Anfang an wussten, dass das angebliche Chemiewaffenlager eine ganz normale Lagerhalle war und auch der angebliche Chemiewaffenangriff eine reine Fiktion. Wenn May gelogen hat, dann stellte auch die Bombardierung der Lagerhalle keine potenzielle Katastrophe dar. Und damit wird auch der Modus Operandi der westlichen Troika sichtbar: Humanitär verbrämt sollten die angeblichen Produktions- und Lagerstätten von Chemiewaffen bekämpft werden, tatsächlich aber richteten sich die Hauptschläge gegen die syrische Luftwaffe und ausgesuchte andere Objekte, was die Kampfkraft der Syrisch-Arabischen Armee massiv schwächen sollte. Dank russischer Hilfe haben die Syrer diesen perfiden Plan ganz allein vereiteln können.