Aufruf zu gemeinsam angewandter Vernunft in den Internationalen Beziehungen unserer Zeit (Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung mit den Carl Friedrich von Weizsäcker-Gesellschaften Deutschland, Österreich, Schweiz)

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https://www.cfvw.org/cfvw/gesellschaft/aufruf.html

„Die Probleme des internationalen Terrorismus und Fundamentalismus, der dramatischen Flüchtlingswelle, der Finanzkrise dieses Jahrhunderts, der weltweit ungleichen Verteilung der Güter und der Gefährdung unserer natürlichen Ressourcen sind nicht nur nicht gelöst; sie verschärfen sich: lokal, regional und global.“ So beginnt die Denkschrift „In den Krisen unserer Zeit“ (www.CFvW.de und www.CFvW.at),

Hintergrund unseres Aufrufs zu gemeinsam angewandter Vernunft. Veränderungen des Klimas wie lang anhaltende Dürreperioden, gravierende Verwerfungen in der Ökonomie und Demografie weiter Bereiche Afrikas etwa, überhaupt der südlichen Hemisphäre, vernichten die Lebensgrundlagen der Menschen. Insbesondere Stellvertreterkriege an der Peripherie Europas – regional u. a. religiös und ethnisch motiviert – haben den größten Flüchtlingsstrom seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ausgelöst; durchaus mit dem Potenzial, auch die Gesellschaften der nördlichen Hemisphäre zu destabilisieren. Und: Der Krieg ist nach Europa zurückgekehrt.

Die Gefahr der heutigen Situation besteht vor allem darin, dass sich Russland und die Vereinigten Staaten nicht mehr als stabilisierende Führungsmächte übergreifender, wenngleich entgegengesetzter Systeme oder auch Ideologien, aber doch gegenseitig respektierter strategischer Interessen wahrnehmen, sondern sich wesentlich als Vertreter nationaler Interessen begreifen. Das gilt mehr und mehr ebenso für China und im Windschatten Chinas auch für Indien, auch für regionale Mächte wie die Türkei
und den Iran. Keiner der strukturellen Gründe, die zum Ersten Weltkrieg geführt haben, ist wirklich überwunden.

Die Chancen gegenseitiger Berechenbarkeit im Kalten Krieg, vor allem aber des Vertrauens nach dem Ende des Kalten Krieges scheinen heute weitgehend vertan. Stattdessen zeichnet sich eine Ära zunehmender politischer Spannungen und militärischer Konfrontationen zwischen den Großmächten ab, mit der Wiederkehr eines Wettrüstens, in das inzwischen auch China eingetreten ist. Unter Nutzung neuester Technologien sowohl in den konventionellen wie in den nuklearen Waffensystemen führt uns die innere Dynamik dieses Rüstens unter der ständigen Drohung menschlichen und technischen Versagens immer näher an jenen „Point of no Return“ heran, den zu überschreiten niemand wirklich wagen oder wollen kann.
Mit Carl Friedrich v. Weizsäcker sind wir, die Unterzeichner dieses Aufrufes, überzeugt: „Eine komplizierte Gesellschaft in raschem Wandel wie die unsere kann nicht überleben, geschweige denn die besten Wege finden ohne Einsicht. Einsicht aber wird uns nicht ohne vorherige äußerste Anstrengung der Wahrheitssuche gegeben“. Und wir sind mit v. Weizsäcker überzeugt, „dass alle politischen, ökonomischen, ökologischen Probleme unserer Gegenwart und Zukunft grundsätzlich in gemeinsam angewandter Vernunft
lösbar wären.“

Die Alternative zur Entspannung und zum Ausgleich unterschiedlicher Interessen auf der Basis gegenseitiger Berechenbarkeit und gegenseitigen Vertrauens ist weder rational noch moralisch zu verantworten, sowenig wie das Verdrängen gemeinsamer Verantwortung: Die weitere Verbreitung nuklearer Waffensysteme zu verhindern, Krisenherde wie Afghanistan und im südchinesichem Meer, im Nahen Osten und in der Ukraine mittels politischer Voraussicht beispielsweise und vertrauensbildender militärischer Maßnahmen einzuhegen, schließlich zu befrieden und so nicht zuletzt den vielfältigen Lebensentwürfen der Völker in ihren individuellen Facetten eine verlässliche und menschenwürdige Zukunft zu sichern.

Die Zeit drängt! Rufen Sie mit uns durch Ihre Unterschrift die Mächtigen dieser Welt auf, den Antagonismus von Provokation und Gegenprovokation, Verdächtigung und Beschuldigung, Drohung und Gegendrohung, von Sanktionen und Gegensanktionen, Fehleinschätzung und Überreaktion zu durchbrechen und zu gemeinsam angewandter Vernunft zurückzukehren.

Rufen Sie mit uns durch Ihre Unterschrift die Mächtigen dieser Welt auf, in gemeinsam angewandter Vernunft neue Wege in der Gefahr zu suchen, zu finden und zu gehen – neue Wege zu einer „Friedensund Sicherheitsordnung von Vancouver bis Wladiwostok“, wie sie in der „Pariser Charta für ein neues Europa“ angelegt ist.  Die Zeit drängt!

12. April 2018 Professor Justus Frantz General a.D. Harald Kujat Dr. Bruno Redeker

Die Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung mit den Carl Friedrich von Weizsäcker-Gesellschaften Deutschland, Österreich, Schweiz

Erstunterzeichner

Professor Justus Frantz
General a.D. Harald Kujat
Dr. Bruno Redeker


Maximilian Ardelt, Starnberg
ConDigit Consult GmbH, Vorstand der C. F. v. Weizsäcker-Gesellschaft

Prof. Dr. Jörg Baberowski, Berlin
Humbold Universität Berlin

Ao. Univ.-Prof. Mag. DDr Matthias Beck, Wien
Katholisch-Theologische Fakultät, Universität Wien

Prof. Dr. Vladislav Belov, Moskau
Europainstittut der Russischen Akademie der Wissenschaften

Prof. Dr. jur. Dr. h.c. Wilfried Bergmann
Vice-Präsident der Alma Mater Europaea, Senator der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste

Prof. Dr. Hans-Joachim Blome, Köln
ehem. Professur für Luft- und Raumfahrttechnik

Prof. Dr. Rémi Brague, Paris
ehem. Professur für Philosophie, Sorbonne und LMU, Mitglied des Institute de France

Chris J. M.Brenninkmeyer, Starnberg

FH-Prof. Dr. Dietmar Brodel, Villach
Dekan des Studienbereichs Wirtschaft & Management, Fachhoschule Kärnten

Prof. Dr. Andrzej Bronk SVD, Lublin
ehem. Professur für Philosophie, Katholische Universität Lublin

Hartmut Bühl
Chefredakteur „The European – Security and Defence Union“, Brüssel

Dr. Erhard Busek, Wien
Vorsitzender des Vorstands, Institut für den Donauraum und Mitteleuropa

Jürgen Chrobog, Berlin
Staatssekretär a. D., ehem. Vorstandsvorsitzender der BMW Stiftung Herbert Quandt

Katharina Jobe-Gräfin Esterházy, Fahrenzhausen

Prof. Dr. Christian Fabjan, Wien
Direktor Institute of High Energy Physics, Austrian Academy of Sciences

Dr. Thomas Fasbender
Forschungsinstitut Dialog der Zivilisationen (DOC)

Professor Justus Frantz
Pianist und Dirigent

Franz Fürst, Elsbethen
Geschäftsführer Fürst Developments GmbH

Sigmar Gabriel
ehem. Bundesminister des Auswärtigen

Dr. Hermann Gartemann, Bünde
Internist und Sozialmediziner

Dr. Ralph Ghadban, Berlin
Islamwissenschaftlier, Politologe und Publizist

Dr.-Ing. Peter H. Grassmann, Herrsching
Senator E.h., Publizist und Autor, ehem. Bereichsvorstand Siemes AG

Prof. Dr. Alfred Grosser, Paris
Publizist und Autor, ehem. Professur am Institut d’études politiques

Prof. Dr. Ruslan Grinberg, Moskau
Institut für Wirtschaft, Russische Akademie der Wissenschaften

Dirk Große-Wördemann, Frankfurt a. M.
DGW Consult, u. a. ehem. Vorstandsmitglied der Allianz und der Aareal Bank

Thomas Gyöngyösi, Salzburg

Günther M. Handke, Düsseldorf
Repräsentanz Deutschland der Gorbatschow-Stiftung

Mechthild M. Handke, Düsseldorf

Prof. Dr. Günther Hasinger, Paris
Wissenschaftsdirektor der ESA

Prof. Dr. Martin Heisenberg, Reichenberg
ehem. Professur für Genetik und Neurobiologie, Universität Würzburg

Rüdiger Herzog ,Grünwald
Rechtsanwalt

Prof. Dr. Rudolf Hickel, Bremen
Forschungsleiter für Wirtschaft und Finanzen am IAF, Universität Bremen

Heinz Dieter Jopp, Barmstedt
Institut für Strategische Zukunftsforschung, Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung

Dr. Andrea von Knoop
Ehrenpräsidentin der deutsch-russischen Außenhandelskammer (AHK), Moskau

Harald Kujat
General a.D., ehem. Generalinspekteur und Vorsitzender des NATO-Militärausschusses

Prof. Dr. Klaus Mainzer, München
Professur für Philosophie und Wissenschaftstheorie an der TMU München

Udo Freiherr von Massenbach
Massenbach-Letter News

Prof. Dr. Jürgen Mittelstraß, Konstanz
Direktor des Konstanzer Wissenschaftsforums, ehem. Professur für Philosophie und Wissenschaftstheorie

Dr. Hendrik Napp, Hamburg

Prof. Dr. Julian Nida-Rümelin, München
Staatminsiter a.D., Lehrstuhl für Philosophie an der LMU München, zzt. University of Virginia

Haralampi G. Oroschakoff
Künstler

Dr. Johannes Penzias, Wien
Geschäftsführung Weizsäcker-Gesellschft Österreich

o. Univ.-Prof. Dr. Herbert Pietschmann, Wien
Institut für Theoretische Physik Universität Wien

Jost Pilgrim, Vaduz
Ehrenmitglied des Verwaltungsrates Neue Bank AG

Dkfm. Reinhard Pinzer, Wien
ehem. Vorstandsmitglied Siemens Österreich, Vorstand Carl Friedrich v. Weizsäcker-Gesellschaft Österreich

Mathias Platzeck
ehem. Ministerpräsident des Landes Brandenburg

Stephan Radermacher, Zürich
Executive Director Avis Financial Corporation

Alexander Rahr
Autor und Politologe

Dr. Bruno Redeker
Geschäftsführender Vorstand der Carl Friedrich von Weisäcker-Gesellschaften, Vorstandsvorsitzender der Carl Friedrich von Weizsäcker-Stiftung

Alexandra Rodina, Moskau
Doktorandin, Master of Arts, Linguistik, Russische Akademie der Wissenschaften

Peter Rump, Köln

Thomas Sattelberger, München
MdB, ehem. Vorstand der Deutschen Telekom AG

Dr. Otto Schily, Berlin
Bundesminister a.D.

Doris Schröder-Köpf, MdL
Länderbeauftragte für Migration und Teilhabe Niedersachsen

Prof. Dr. Peter W. Schulze
Georg-August-Universität, Göttingen

Prof. Dr. phil. Andrej Sevalnikov, Moskau
Institut für Philosophie, Russische Akademie der Wissenschaften

Helmut Späth, Grünwald
ehem. stev. Vorstand Versicherungskammer Bayerns, Mg. Kuratorium der Weizsäcker-Gesellschaft

Herbert Steinbach, Kreuzlingen
Verwaltungsrat af-service ag

MMag. DDr. Andreas W. Stupka, Pfaffstätten
Oberst dG

Dipl.-Ing. Hermann Sturm, München
Stiftungsrat, Stiftung Wir-Eigentümer-Untrnehmer

Dr. Matthias Stürmer, Neuried
Rechtsanwalt, Leitungsfunktionen im Sachanlagebereich, Mitglied Kuratorium Weizsäcker-Gesellschaft

Martin Wambach, Köln
Geschäftsführender Partner, Rödl & Parnter GbR

Prof. Dr. Jens Wendland

Dr. h.c. Heino Wiese
Managing Partner Consult GmbH

weitere Unterzeichner hier: https://www.cfvw.org/cfvw/gesellschaft/aufruf.html

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