Russland fürchtet Konfrontation an seinen Grenzen (Deutsche Wirtsschafts Nachrichten)

Russland warnt in ungewöhnlich deutlichen Worten vor einer militärischen Auseinandersetzung mit dem Westen.

Großbritannien habe eine Kampagne gestartet, um eine „Konfrontation in der Nähe von Russlands Grenzen zu schüren“, teilte das russische Außenministerium am Mittwoch in einer Erklärung laut TASS mit. „London startet eine Kampagne auf der ganzen Welt, um Russlands Schuld festzustellen“, sagte das Ministerium. „Die Konfrontation wird bewusst geschürt, um eine Machtdemonstration an der russischen Grenzen durchzuführen. Es werden Anstrengungen unternommen, um absichtlich Konfrontationen auszulösen und an den russischen Grenzen Stärke zu demonstrieren.“ London wolle politischen Druck aufbauen und sei nicht an einer umfassenden Aufklärung der angeblichen Vergiftung eines britisch-russischen Doppelagenten interessiert.

Welche genauen Aktivitäten von britischen Spezialkräften an der russischen Grenze geplant seien, führte das Außenministerium nicht aus.

Russische Spitzendiplomaten warnten vor einer Konfrontation: „Der Westen muss verstehen, dass die antirussische Kampagne keine Zukunft hat“, sagte der russische Botschafter in Australien, Grigori Logwinow, vor Reportern in Canberra laut Reuters. Russlands Botschafterin in Indonesien, Lyudmila Georgievna Vorobieva, sagte laut Reuters, die Situation um den Fall Skripal und die Vertreibungen russischer Diplomaten sei „absolut absurd“: „Was ist schlimmer als ein Eiskrieg? Es ist ein heißer Krieg „, sagte sie. „Wollen wir das? Nun, ich kann Ihnen von russischer Seite aus sagen, dass wir das nicht wollen, denn wenn wir die Zahl der Atomwaffen berücksichtigen, die das Land angehäuft hat, wäre diese Entwicklung für unseren Planeten fatal. “

Vor Reportern in der Hauptstadt Jakarta warnte sie, dass die Konfrontation nicht zu einem Kalten Krieg, sondern zu einem „Eiskrieg“ führen könne. „Wenn es weitergeht, werden wir tief in einer Situation des Kalten Krieges sein.“

Die Analyse der Vergiftung des ehemaligen russischen Geheimdienstoffiziers Sergei Skripal und seiner Tochter Yulia in Salisbury deutet auf eine mögliche Beteiligung des britischen Geheimdienstes an dem Vorfall hin, so das russische Außenministerium.

Die Sprecherin des Außenministeriums kündigte an, am Donnerstag neue Fakten über den Fall vorlegen zu wollen.

Regierungssprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch in Moskau, Präsident Wladimir Putin sei weiter zu einem Gipfeltreffen mit US-Präsident Donald Trump bereit. Allerdings wisse man nicht, ob für die USA ein solches Treffen immer noch auf der Agenda stehe. Eine konkrete Reaktion auf die Ausweisung Dutzender russischer Diplomaten ließ Russland weiter offen. Man werde erst das Ausmaß der Feindseligkeiten gegen sein Land bewerten, bevor Vergeltungsmaßnahmen ergriffen würden, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den stellvertretenden Außenminister Sergej Rjabkow. Die Präsidentin des Föderationsrats, Walentina Matwijenko, sagte laut der Nachrichtenagentur Ria, es sei diplomatische Praxis, mit Reziprozität auf eine solche Maßnahme zu reagieren.

Am Mittwoch schloss sich das NATO-Mitglied Montenegro, das sich traditionell eng an Russland anlehnt, der westlichen Strafaktion an. Ein russischer Diplomat muss das Land verlassen.

Die Regierung in Moskau weist jede Verwicklung in den Anschlag zurück und spricht von einer massiven Provokation. Das Außenministerium verlangte von Großbritannien am Mittwoch erneut, Beweise zu präsentieren. Solange diese nicht vorlägen, betrachte Russland den Vorfall im britischen Salisbury als einen „versuchten Anschlag auf das Leben unserer Staatsbürger“, hieß es in einer Erklärung des Ministerium. Skripals Tochter Yulia hat die russische Staatsbürgerschaft. Nach Auswertung der Tatumstände erscheine eine Beteiligung des britischen Geheimdienstes an dem Giftanschlag als möglich, erklärte das Ministerium. Die britische Regierung hatte ähnlich lautende Vorhaltungen Russlands als absurd zurückgewiesen. (…)

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2018/03/29/russland-fuerchtet-konfrontation-an-seinen-grenzen/29.03.18

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