Verfolgende Unschuld – Die NATO und Russland (junge Welt)

 

Von Jörg Kronauer

Das hat gedauert: Zwei Wochen nach dem Doppelmordversuch in Salisbury hat die britische Regierung es der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) endlich gestattet, eine Probe der Chemikalie zu analysieren, mit der Sergej und Julia Skripal am 4. März vergiftet wurden. Hätte ein nicht der NATO angehörender Staat – sagen wir etwa: Russland oder China – sich soviel Zeit gelassen, um internationale Stellen einzuschalten, so würden Medien wie Springers Welt mindestens von einem Verschleierungsversuch, ach was: von einer Fälschung des Beweismaterials schreiben. Aber sei’s drum: Die OPCW wird sich nun mit der Frage befassen, ob das Gift, das die beiden Skripals an den Rand des Todes gebracht hat, wirklich Nowi­tschok war oder ob die Zweifel, die einige Fachleute geäußert haben, berechtigt waren. Den Attentäter freilich kennt man dann immer noch nicht.

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https://www.jungewelt.de/artikel/329243.verfolgende-unschuld.html  19. März 2018

 

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