Es kann oppositionelle Aktionen nur außerhalb einer Regierungspartei geben, und da gibt es einiges. Denken Sie an die Hausbesetzungen in Berlin oder die Aktion in der Berliner Volksbühne, als engagierte Kunststudenten das Theater besetzten. Aber in solchen Situationen tritt die Linkspartei als Ordnungskraft auf. Damit signalisiert sie: »Bei der Linkspartei ist Opposition nicht gut aufgehoben. Wenn wir uns zur Wehr setzen, bekommen wir von denen eher eins aufs Dach.« So trägt sie zur Entpolitisierung bei.
1967 in Berlin oder später im Mai 1968 ist aus einem nicht vorhersehbaren Anlass ein gewaltiges »Nein« zu den herrschenden Verhältnissen geworden. Wenn das wieder geschehen soll, müssen progressive Kräfte sensibel dafür sein, wann und wo es unerlässlich ist, Protest zu ermutigen, zu begleiten und – nicht nur verbal – zu unterstützen. Aus vielen solchen Aktionen können Synergieeffekte entstehen; im Idealfall wird aus vielen Gruppen und ihrem Widerstand eine gemeinsame große Opposition.
nennt er als Voraussetzung die »Kritik aller Verhältnisse, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist«. Diese Aufgabe ist noch lange nicht erledigt, solange die Verhältnisse so sind. Unser Kongress will dazu etwas beitragen.
https://www.jungewelt.de/artikel/328344.die-linke-tr%C3%A4gt-bei-zur-entpolitisierung.html