Die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion Die Linke Sevim Dagdelen forderte am Sonntag in einer Presseerklärung von der Bundesregierung Konsequenzen aus dem Angriff der Türkei auf das syrische Afrin:
Die türkische Armee und islamistische Terrormilizen haben mit der Beschießung der Stadt Afrin im Norden Syriens begonnen. Hunderttausende Menschen in der Stadt, insbesondere Kurden, Christen, Aleviten und Jesiden, sind unmittelbar von einem Massaker bedroht. Die Bundesregierung muss jetzt den türkischen Botschafter einbestellen, auf die Einhaltung des Völkerrechts drängen und den Angriffskrieg des NATO-Partners verurteilen.
Angesichts der dokumentierten Kriegsverbrechen der Türkei und der mit ihr verbündeten islamistischen Terrormilizen bei ihrem Angriff in Afrin sind von seiten des türkischen Staats- und Regierungschefs Erdogan weitere massive Verbrechen gegen die Zivilbevölkerung in Syrien, insbesondere gegen Kurden und religiöse Minderheiten, zu erwarten. Die Bundesregierung darf dazu nicht weiter schweigen, sondern muss bei den Vereinten Nationen die Initiative ergreifen, um den Völkerrechtsbruch der Türkei in Syrien klar zu verurteilen. Kanzlerin Angela Merkel steht zudem in der Verantwortung, eine Sondersitzung des NATO-Rates einberufen zu lassen, um den türkischen Angriffskrieg, der eine Verletzung der UN-Charta bedeutet, auf die Tagesordnung setzen zu lassen. Die Bundesregierung ist darüber hinaus gefordert, ein deutliches Zeichen gegen das drohende Massaker in Afrin zu setzen und einen sofortigen Rüstungsexportstopp sowie den Abzug der Bundeswehr aus der Türkei zu erklären.