https://www.jungewelt.de/artikel/328235.zweite-m%C3%BCnchner-rede.html
Ein Kommentator der Moskauer Nowaja Gaseta bezeichnete am Donnerstag die Ansprache Wladimir Putins vor der Föderalen Versammlung Russlands als »wesentlich schroffere Münchner Rede«. Der Vergleich ist angebracht. 2007 wies der russische Präsident auf der Münchner »Sicherheitskonferenz« darauf hin, dass die Träume von einer absoluten Vormacht der USA und ihrer Verbündeten zerplatzt seien. Statt der unipolaren »Neuen Weltordnung« mit einer einzigen Weltmacht, wie sie nach dem Ende der Sowjetunion verkündet worden sei, bilde sich vielmehr Multipolarität heraus. Die Antwort auf diese Rede im Westen bestand aus zweierlei: zum einen permanente mediale Dämonisierung Russlands, zum anderen ein Aufrüstungsexzess nach dem anderen sowie verstärkte militärische Einkreisung. Putin fasste das sinngemäß am Donnerstag so zusammen: Der Westen hoffe darauf, dass die Russische Föderation eine Antwort auf die Bedrohung und gleichzeitig soziale Stabilisierung nicht schaffen werde. Darum geht es allerdings im Kern. Russland bzw. die Sowjetunion zur Produktion von »Kanonen statt Butter« zu zwingen, war spätestens seit den 1930er Jahren das Konzept der Westmächte zur Destabilisierung und schließlichen Beseitigung des Sozialismus. Von den ungeheuren Verlusten und Zerstörungen durch den Überfall des faschistischen Deutschland konnte sich das Land nach dem Zweiten Weltkrieg nie erholen. Das führte schließlich zum Zusammenbruch.
Putin hat den Fehdehandschuh aufgenommen. Nach seinen Worten ist das heutige Russland in der Lage, diese Strategie der USA und deren Verbündeter zu durchkreuzen. Die Hälfte seiner Ansprache war der Armutsbekämpfung, der Erhöhung der Lebenserwartung, der Festigung rechtsstaatlicher Prinzipien, der Modernisierung der Infrastruktur, dem Wohnungsbau usw. gewidmet. Manche Prognose, manches Versprechen mag dem bevorstehenden Termin der Präsidentschaftswahl geschuldet sein, vieles klingt aber erreichbar.
Die neuen Waffen, die Putin vorgestellt hat, sind so gesehen ein zusätzliches, allerdings wesentliches »Argument«. Er referierte in seiner Rede noch einmal die verlogene Hinhaltetaktik der USA und ihrer Partner auf dem Gebiet der Raketenabwehr. Es waren die Vereinigten Staaten, die 2002 den 1972 abgeschlossenen Vertrag zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen einseitig kündigten. Es sind die USA, die in diesem Jahr in Polen entsprechende Anlagen stationieren wollen und den INF-Vertrag von 1987 über das Verbot landgestützter Kurz- und Mittelstreckenraketen unterlaufen. Und: Putin hat bereits 2004 die neuen russischen Waffen angekündigt und damit auf den Verhandlungstisch gelegt, wie er formulierte. Im Westen glaubte ihm keiner, Gespräche wurden verweigert. Am Donnerstag kam darauf die russische Antwort in der zweiten »Münchner Rede«. Ob sich daraus endlich, wie von Moskau seit fast 20 Jahren angeboten, Abrüstungsverhandlungen ergeben, hängt allein vom Westen ab.
Ein Kommentator der Moskauer Nowaja Gaseta bezeichnete am Donnerstag die Ansprache Wladimir Putins vor der Föderalen Versammlung Russlands als »wesentlich schroffere Münchner Rede«. Der Vergleich ist angebracht. 2007 wies der russische Präsident auf der Münchner »Sicherheitskonferenz« darauf hin, dass die Träume von einer absoluten Vormacht der USA und ihrer Verbündeten zerplatzt seien. Statt der unipolaren »Neuen Weltordnung« mit einer einzigen Weltmacht, wie sie nach dem Ende der Sowjetunion verkündet worden sei, bilde sich vielmehr Multipolarität heraus. Die Antwort auf diese Rede im Westen bestand aus zweierlei: zum einen permanente mediale Dämonisierung Russlands, zum anderen ein Aufrüstungsexzess nach dem anderen sowie verstärkte militärische Einkreisung. Putin fasste das sinngemäß am Donnerstag so zusammen: Der Westen hoffe darauf, dass die Russische Föderation eine Antwort auf die Bedrohung und gleichzeitig soziale Stabilisierung nicht schaffen werde. Darum geht es allerdings im Kern. Russland bzw. die Sowjetunion zur Produktion von »Kanonen statt Butter« zu zwingen, war spätestens seit den 1930er Jahren das Konzept der Westmächte zur Destabilisierung und schließlichen Beseitigung des Sozialismus. Von den ungeheuren Verlusten und Zerstörungen durch den Überfall des faschistischen Deutschland konnte sich das Land nach dem Zweiten Weltkrieg nie erholen. Das führte schließlich zum Zusammenbruch.
Putin hat den Fehdehandschuh aufgenommen. Nach seinen Worten ist das heutige Russland in der Lage, diese Strategie der USA und deren Verbündeter zu durchkreuzen. Die Hälfte seiner Ansprache war der Armutsbekämpfung, der Erhöhung der Lebenserwartung, der Festigung rechtsstaatlicher Prinzipien, der Modernisierung der Infrastruktur, dem Wohnungsbau usw. gewidmet. Manche Prognose, manches Versprechen mag dem bevorstehenden Termin der Präsidentschaftswahl geschuldet sein, vieles klingt aber erreichbar.
Die neuen Waffen, die Putin vorgestellt hat, sind so gesehen ein zusätzliches, allerdings wesentliches »Argument«. Er referierte in seiner Rede noch einmal die verlogene Hinhaltetaktik der USA und ihrer Partner auf dem Gebiet der Raketenabwehr. Es waren die Vereinigten Staaten, die 2002 den 1972 abgeschlossenen Vertrag zur Begrenzung von Raketenabwehrsystemen einseitig kündigten. Es sind die USA, die in diesem Jahr in Polen entsprechende Anlagen stationieren wollen und den INF-Vertrag von 1987 über das Verbot landgestützter Kurz- und Mittelstreckenraketen unterlaufen. Und: Putin hat bereits 2004 die neuen russischen Waffen angekündigt und damit auf den Verhandlungstisch gelegt, wie er formulierte. Im Westen glaubte ihm keiner, Gespräche wurden verweigert. Am Donnerstag kam darauf die russische Antwort in der zweiten »Münchner Rede«. Ob sich daraus endlich, wie von Moskau seit fast 20 Jahren angeboten, Abrüstungsverhandlungen ergeben, hängt allein vom Westen ab.
