Der Kurultai der Krim-Muslime (Versammlung der Krimtataren) beabsichtigt, an die deutsche Regierung mit der Frage der Reparationszahlungen für erlittene Schäden im Zweiten Weltkrieg heranzutreten. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die auf dem außerordentlichen Kurultai am Samstag in Simferopol angenommen wurde.
„Der Große Vaterländische Krieg ist zu einer harten Prüfung für die Krim-Bewohner geworden. Während der Okkupation sind 127 Krim-Dörfer zusammen mit ihren Zivilbürgern, denen die Faschisten Kontakte zu Partisanen vorgeworfen hatten, vernichtet worden. Die Feinde haben niemanden verschont – weder Kleinkinder noch alte Leute oder Frauen“, heißt es in der Erklärung.
Und weiter: „Die Abgeordneten des Kurultais der Halbinsel Krim sind überzeugt, dass sie sowohl das moralische als auch gesetzliche Recht haben, auf die Frage der Reparationszahlungen zurückzukommen.“
Eine Arbeitsgruppe soll nun gebildet werden, die sich „mit der Vorbereitung und Anfertigung von Dokumenten“ über die Schadenszufügung der Krim durch Nazi-Deutschland während des Zweiten Weltkrieges befassen soll. Die Papiere sollen anschließend an die Bundesrepublik Deutschland übermittelt werden.
Die Halbinsel Krim war von Herbst 1941 bis Frühling 1944 von den faschistischen Truppen okkupiert.
