Russland gedachte am 2. Februar 2018 des Sieges der Roten Armee über die Hitler-Wehrmacht in Stalingrad. Die deutsche Regierung ließ diesen 75. Jahrestag bewusst verstreichen.
von Rudolf Hänsel
(…) Die deutsche Regierung wird nicht müde, jedes Jahr von Neuem in Bundestags-Sondersitzungen der Verbrechen Hitler-Deutschlands an den Juden feierlich zu gedenken. Hingegen hat sie den 75. Stalingrad-Jahrestag bewusst verstreichen lassen, ohne ihn für eine umfassende Aufklärung vor allem der jüngeren deutschen Bevölkerung und für ein Zeichen des Mitgefühls mit den noch lebenden circa zwei Millionen russischen Kriegsveteranen sowie als Gedenken an die unzähligen Opfer zu nutzen. Das hat natürlich seinen Sinn.
Wie kann eine Regierung der Opfer eines über 75 Jahre zurückliegenden verbrecherischen Angriffs- und Vernichtungskrieges gegen die ehemalige Sowjetunion würdig gedenken und sich vielleicht noch schuldig bekennen – und gleichzeitig wieder deutsche Soldaten im Verbund mit der US-NATO-Kriegs-Allianz an der russischen Ostgrenze aufmarschieren lassen? Also verweigert man das Gedenken und lässt den Jahrestag möglichst geräuschlos verstreichen. (…)
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Wie haben es wohl die weiterführenden deutschen Schulen mit dem Stalingrad-Jahrestag gehalten? Mein Augenmerk richtet sich dabei nicht so sehr auf die Lehrer-Kollegen, sondern mehr auf die Bildungspolitik in den jeweiligen Bundesländern.
Seit Jahren betreiben sie eine Entwertung des Faches Geschichte. Es werden Stunden gekürzt oder das Fach wird mit Politik und Geografie verschmolzen, was zwangsläufig zum Verlust historischer Inhalte führt und fachfremdes Unterrichten fördert. Die Konsequenz: In Deutschland wissen Jugendliche laut Umfragen immer weniger über Geschichte und verwechseln Prozesse und Personen.
Demnach ist die Geschichtsvergessenheit der jungen Generation wohl über Jahrzehnte hinweg gezielt herbeigeführt worden, weil man keine geschichtsbewusste Jugend will. Sie ist also nicht die Folge bedauerlicher Versäumnisse von Bildungspolitikern.
Denn nur wenn die junge Generation aus der Geschichte gelernt hat, dass Kriege allein deshalb geführt werden, weil sie ein gutes Geschäft sind, dass der potentielle Feind zuvor jahrelang dämonisiert werden muss, um die Bevölkerung für einen Waffengang zu gewinnen und dass jeder Krieg mit einer Lüge beginnt und unermessliches Leid mit sich bringt, nur dann lässt sie sich nicht mehr so leicht für ein Kriegsabenteuer gewinnen. Nur dann gelingt es auch Redaktionen von Konzern-Medien nicht mehr, jüngere Journalisten als Kriegstrommler einzuspannen.
Kann sich die junge Generation dieses geschichtliche Bewusstsein nicht erwerben, ist sie viel leichter zu manipulieren und eventuell bereit, sich in neue verheerende Kriege hineinlügen zu lassen.
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