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Fällt Kabul? Die Belagerung des Hotel Intercontinenal. – von Andre Vltchek (Rubikon)

Afghanistan schwebt in Lebensgefahr. Es muss überleben – nur wie, ist nicht klar.

Das Hotel Intercontinental in Kabul, das letzten Samstag (22. Januar) von Bewaffneten angegriffen wurde, passte wie angegossen in die Stadt. Draußen tobte der Krieg. Das Leben von Millionen von Afghanen wurde ziellos zerstört, Hunderttausende wurden dahingerafft. Der Preis für mehr als 16 Jahre NATO-Besatzung beläuft sich auf über eine Billion Dollar. Doch statt Frieden und Wohlstand zu bringen, hat die Okkupation Afghanistan in Schutt und Asche gelegt.

Alles, was in dem Land noch funktioniert, sind die Strukturen und die Infrastruktur, die vor und während der Sowjetära errichtet wurden, wie das Abwasserkanalsystem, Kanäle und Brotfabriken. Weitere Sachanlagen kamen in letzter Zeit aus China und Indien. Nichts jedoch wurde von den NATO-Besatzungsländern zur Verfügung gestellt, außer endlosen Zäunen, Stacheldraht und Militäranlagen.

Selbst vor der Belagerung des Intercontinental Hotels, bei der 20 Menschen getötet wurden, räumte der afghanische Präsident Ashraf Ghani in einem Interview ein, dass er außerstande sei, seine eigene Hauptstadt zu schützen.

Doch das trifft natürlich nicht nur auf die Hauptstadt zu. Das gesamte Land strudelt in ein Chaos. Es ist klar, dass es bald unmöglich sein wird, es – zumindest als eine Einheit – von Kabul aus zu kontrollieren.
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