„Djihad“ als deutsche Kriegsstrategie im Ersten Weltkrieg – In deutschem Auftrag wurden Putsche und Attentate, sogar Sprengstoffanschläge verübt (Das Erste 2005)

Während des Ersten Weltkriegs. Ausgerechnet ein aus muslimischer Sicht „Ungläubiger“, Max Freiherr von Oppenheim, deutscher Diplomat und oberster Orientstratege von Kaiser Wilhelm II., fordert wörtlich den Djihad als deutsche Kriegsstrategie im Orient.

In Propagandaflugblättern, tausendfach aus Berlin verschickt in die muslimische Welt, ist zu lesen: „Oh Volk der Schawia, zieht in den Djihad gegen die Ungläubigen“. Mit deutschen Waffen und in deutschem Auftrag wurden Putsche und Attentate, sogar Sprengstoffanschläge verübt – gegen die britischen, französischen und russischen Kolonialherren, gleichzeitig Deutschlands Kriegsgegner. Doch am Ende ging der Berliner Djihad-Plan nicht auf. Die große Mehrheit der Muslime wollte mit dem heiligen Krieg made in Germany nichts zu tun haben. Aber die Idee des Djihad als globale Kriegswaffe war geboren: in Deutschland.

https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2005/Kaiser-Wilhelms-heiliger-Krieg-Deutsche-erfanden-weltweiten-Djihad,erste8744.html