Thomas Sankara, ein afrikanischer Revolutionär

Viel zu wenig bekannt hierzulande ist auch diese revolutionäre Geschichte Afrikas.
Ein afrikanischer Revolutionär wie Sankara, der dabei war sein Land in die Unabhängigkeit vom Imperialismus zu führen, so einer darf seine Pläne nicht zu Ende verwirklichen…denn das hätte zum Vorbild für andere Länder Afrikas werden können …dafür sorgte der frühere französische Kolonialherr, der auch ganz entscheidend die Bedingungen herbeiführte, die zum Sturz und zur Ermordung Gaddafis führte…
Burkina Faso: Vor 30 Jahren wurde Thomas Sankara mit mutmaßlicher Hilfe des Élysée-Palastes ermordet
Am 15. Oktober 1987 wurde Thomas Isidore Noël Sankara ermordet – und Frankreich soll daran mitgewirkt haben. Sankara, auch als „Afrikas Che Guevera“ bezeichnet, war Hauptmann der Armee von Burkina Faso, Revolutionär, Pan-Afrika-Theoretiker und Präsident.
Hier zum Artikel: https://deutsch.rt.com/afrika/59236-vor-30-jahren-wurde-thomas-sankara-ermordet-sein-vermaechtnis-lebt-in-burkina-faso-weiter/
Auszüge:
Die Ermordung dieses charismatischen Führers erschütterte seinerzeit einen ganzen Kontinent und zerstörte die Hoffnung auf afrikanische Selbstbestimmung gegenüber den alten Kolonialherren. Sankara kam 1983 durch einen vom Volk weitgehend mitgetragenen Putsch an die Macht. Der damals 33-Jährige hatte es sich zum Ziel gesetzt, die Korruption im Land zu beenden und die anhaltende Dominanz der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich zu brechen. Er begann rasch mit einem ehrgeizigen Programm sozialer und ökonomischer Veränderungen, wie sie zuvor in dieser Radikalität auf dem afrikanischen Kontinent niemand, vielleicht abgesehen von Muammar al-Gaddafi, versucht hatte.
Um dem Aufbruch seines Landes in eine neue autonome Zukunft ein Symbol zu setzen, benannte Sankara es vom alten französischen Kolonialnamen Obervolta um in Burkina Faso – was so viel bedeutet wie „Land der aufrechten Menschen“. Doch wer war dieser Thomas Sankara? Er wurde 1949 geboren und träumte schon früh davon, einen Staat frei von Korruption zu schaffen, unabhängig vom Westen, vereint mit den afrikanischen Nachbarländern. Dabei ließ er sich von der kubanischen Revolution und von seinem ghanaischen Amtskollegen Jerry Rawlings inspirieren – mit diesem zusammen plante er später sogar einen Zusammenschluss beider Länder.
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Kaum an der Macht, begann Sankara seine ehrgeizigen Pläne in die Tat umzusetzen. Seine Außenpolitik beruhte auf dem Anti-Imperialismus, wobei seine Regierung ausländische Hilfe vermied, auf Reduzierung der verhassten Schulden drängte, das Land und die Bodenschätze verstaatlichte und die Macht und den Einfluss des IWF und der Weltbank ablehnte. Seine Innenpolitik konzentrierte sich auf die Verhütung von Hunger durch landwirtschaftliche Selbstversorgung und Landreform. Ein Hauptaugenmerk lag auch auf der Bildung durch eine landesweite Alphabetisierungskampagne und Förderung der Gesundheit durch Impfung von 2,5 Millionen Kindern gegen Meningitis, Gelbfieber und Masern. Dafür ließ Sankara Gesundheitszentren in jedem Dorf errichten.
Zudem veranlasste er das Pflanzen von über zehn Millionen Bäumen, um die Verwüstung der Sahel zu stoppen. Sankara bewirkte eine Verdoppelung der Weizenproduktion durch Umverteilung von Land der Feudalherren an die Bauern, er hob Kopfsteuer und Hausmieten auf und nahm ein ehrgeiziges Straßen- und Eisenbahnprogramms in Angriff, „um das Land zusammenzubringen“. Auch in anderer Hinsicht zeigte sich Sankara als progressiv und einem emanzipatorischen Erbe verpflichtet: Er verbot Genitalverstümmelung, Zwangsheiraten und Polygamie und förderte Frauen in hohen Regierungsämtern. Er ermutigte diese zudem, außerhalb des Hauses zu arbeiten und in der Schule zu bleiben – selbst wenn sie schwanger waren. (…)