„Leben und leben lassen“: IS findet Zuflucht an israelischer Grenze (RT Deutsch)

23.10.2017
Wie israelische Medien berichten, fanden etliche IS-Kommandeure auf ihrer Flucht aus Syrien Zuflucht in den Golan-Höhen an der Grenze zu Israel. Dort rekrutieren sie neue Kämpfer und betreiben einen neuen Propaganda-Kanal. Mutmaßlich geht es Tel Aviv darum, ein „iranisches Imperium“ zu verhindern.

Im vergangenen November noch gab sich der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hemdsärmelig. Demnach werde Israel „es nicht zulassen, dass sich Figuren des Islamischen Staats oder anderer feindlicher Akteure unter dem Deckmantel des Kriegs in Syrien, sich in der Nähe unserer Grenzen einrichten.“
Nun jedoch scheint es so, dass dieses Szenario dies nicht nur eingetroffen ist, sondern übertroffen wurde. Demnach betreibt der sogenannte Islamische Staat, oder das, was von ihm übrig geblieben ist, ein veritables Terrorcamp auf der syrischen Seite der Golan-Höhen in unmittelbarer Nähe der israelischen Grenze. Obwohl Analysten bereits seit Jahren darauf verweisen, dass der IS über Rückzugsräume entlang der syrisch-israelischen Grenze verfügt, handelt es sich bei den aktuellen Enthüllungen durch die Times of Israel und den israelischen TV-Kanal Channel 2 um die erste öffentliche Bestätigung über IS-Operationen in der Golan-Region.

Die Times of Israel verweisen auf Channel 2 Video- und Fotomaterial. Dieses führe demnach den Beweis, dass es sich bei dem IS-Camp um ein Trainings- und Rekrutierungszentrum handelt, in dem bereits dreihundert neue Terroristen in ihrem blutigen Handwerk ausgebildet wurden. Unter den federführenden IS-Kommandeuren soll sich auch der führende Rekrutierer von Terroristen Abu Hamam Jazrawi befinden. Von Angriffen aus Israel weitestgehend verschont, verfügen die sunnitischen Extremisten, neben Training und Rekrutierung, offensichtlich über genügend Müßiggang, um sich auch eigenen PR-Maßnahmen zu widmen.

So berichten die israelischen Presseorgane, dass die IS-Kommandeure weiter die Entwicklung von „Internet-Propaganda-Kampagnen“ verfolgten, auch nachdem sie aus ihrem früheren Zentrum im syrischen Rakka vertrieben wurden und damit ihrer ehemaligen „Kampagnen-Hochburg“ beraubt wurden. Channel 2 spekuliert darüber, dass sich der IS nach der erfolgreichen Vertreibung aus weiten Teilen Syriens durch das Eingreifen Russlands und der syrischen Armee, nun möglicherweise im Süden Syriens zu restrukturieren gedenkt.

Doch wer nun mutmaßt, dass es sich bei all dem um neue Entwicklungen handelt, wird eines Besseren belehrt: „Beide, der IS-Ableger der Khalid ibn al-Walid Armee und die Jabhat Fateh al-Sham, früher als al-Nusra-Front bekannt, die wiederum mit dem IS verbunden ist, befinden sich bereits seit Jahren an den israelischen Grenzen“, stellen die Times of Israel nüchtern fest.

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