von Heinz Eckel
Manche Linke in den westlichen Ländern glauben, in den Kampfgruppen der kurdischen YPG (einem Ableger der PKK) in Syrien eine Art Vorkämpfer für einen sozialistischen Nahen Osten sehen zu können. Was es wirklich mit den Aktivitäten der YPG in Syrien und deren Unterstützung durch die westliche, US-geführte Kriegskoalition auf sich hat, beleuchtet ein Artikel des kanadischen Autors, Bloggers und Antikriegsaktivisten Stephen Gowans, der für seine Regime-Change-Kritik speziell bezüglich Syriens vor allem in der nordamerikanischen Friedensbewegung bekannt ist.
Dieser Artikel ist auch insofern von Interesse, als er Fragen hinsichtlich der Unterstützung beispielsweise der deutschen Linken für die PKK aufwirft: ist eine sich kommunitär gebende Bewegung wie die PKK wirklich „links“, wenn sie in erster Linie völkisch orientiert ist (und ihr ideologischer Überbau im Laufe der Zeit von marxistisch-leninistisch bis zu islamistisch reichte)?
Kritisch anmerken zum Artikel möchte ich noch, dass die darin erwähnten ethnischen Säuberungsaktionen durch die YPG umstritten sind. Während verschiedene Medien und Amnesty von solchen Säuberungen berichteten (s. z. B. hier), bestreitet ein UN-Bericht den ethnischen Charakter dieser „Säuberungen“ und erklärt sie mit taktischen Gründen beim Kampf gegen den IS (vgl. hier). Davon unberührt bleibt aber die Kritik daran, dass die YPG inzwischen faktisch als Bodentruppe der USA agiert (vgl. den Artikel).
Noch eine Bemerkung zur (etwas merkwürdigen) Veröffentlichungsgeschichte meiner Übersetzung dieses Artikels (s.u.): ich hatte ihn zunächst den „Nachdenkseiten“ und dann der „Jungen Welt“ zur Veröffentlichung vorgeschlagen – ohne irgendeine Resonanz von deren Seite. Ich würde nicht ausschließen, dass die dezidiert israelkritische Haltung des Artikels für dieses Desinteresse ausschlaggebend oder zumindest mitverantwortlich war – wer lässt sich schon gerne mit der „Antisemitismus“-Keule erschlagen?
Nach Rücksprache mit dem Autor habe ich dann den Artikel auf Indymedia und auf linksunten.indymedia veröffentlicht; letzteres auch deshalb, weil ich aufgrund von Vorerfahrungen (im Zusammenhang mit dem Gaza-Krieg 2008/2009) davon ausgehen musste, dass er auf Indymedia (das anscheinend von Antideutschen unterwandert ist) zensiert werden würde. Tatsächlich „verschwand“ der Artikel dann auch nach kurzer Zeit von der Indymedia-Website, und linksunten.indymedia wurde knapp drei Tage nach meiner Veröffentlichung von Innenminister de Maizière verboten. Da mir der Autor, Stephen Gowans, die Art der Veröffentlichung freigestellt hat, gebe ich ihn hiermit zur Weiterverbreitung in jedweder Form (außer auf rechtsgerichteten Medien) frei. Auf Wunsch kann ich auch die Originaldatei (im .odt oder .doc-Format) zusenden.
Noch eine Anmerkung: bitte seht diesen Artikel in erster Linie als Beitrag zur Information und Diskussion an. Für Außenstehende ist es meinem Eindruck nach nämlich ziemlich schwer, die reichlich komplexen Verhältnisse im Nahen Osten (und speziell im syrischen Kriegsgebiet) umfassend zu bewerten.
Heinz Eckel
Hier zum Artikel auf deutsch http://bit.ly/2h6w580