Focus Magazin nennt den russischen Präsident Wladimir Putin einen „Hund“ – Zum Rassismus tendierende Russenfeindlichkeit

Die russlandfeindliche Berichterstattung spitzt sich immer weiter zu.

Eine sehr starke Russophobie rückt jetzt Begrifflichkeiten, wie der vom russischen Untermenschen, immer näher.

In der Printausgabe der Zeitschrift  Focus vom 9. September mit dem Titel „50 Gründe gegen Merkel“, wird der russische Präsident Putin als „Hund“ bezeichnet.

Der Sprecher von Wladimir Putin, Dmitry Peskov, sagte in einer Entgegnung, dass es eine „Tatsache ist, diese Medien-Ausgabe ist für seine extreme Subjektivität sehr bekannt ist“, und als „nicht nennenswerte Quelle“ betrachtet werde. Es sei eine Quelle deren Subjektivität „hauptsächlich auf extremer Russophobie basiert.“

Die Presseabteilung der russischen Botschafter in Berlin hatte zuvor das Aussenministerium in Moskau über den Focua-Beitrag unterrichtet. Auf der Facebookseite der Presseabteilung hiess es „Es gibt noch rote Linien (die nicht überschritten werden dürfen)“.

weiter hiess es in der Erklärung:

„Heute ist viel mehr in den Medien erlaubt, ‚akzeptabel‘ und ’nachvollziehbar‘ als noch vor 20 Jahren. Aber einige Sachen haben gar nichts mit Meinungs- oder Medienfreiheit zu tun, und sind keinesfalls zu tolerieren. Dies lässt sich darauf hoffen, dass die im Titelartikel der letzten Ausgabe von FOCUS Magazin erschienene beleidigende Aussage gegen den Präsidenten Russlands nichts anders als eine fehlende linguistische Übung eines Journalisten bzw. einer Journalistin ist, die man aus Versehen zum Druck zugelassen hat. Und dass der Chefredakteur #RobertSchneider, der definitiv genug Lebens- und Diensterfahrung hat, und ganz klar versteht, wo die ‚roten Linien‘ der journalistischen Ethik liegen, sich die Gelegenheit (und Mut, natürlich) findet, sich für so ein klares Fail seiner Redaktion zu entschuldigen.“

Die von russischen Stellen erbetende „Entschuldigung“ seitens der Focus-Redaktion erklärte den Vorgang sinngemäss folgenderweise:
Russen seien der feinsinnigen deutschen Sprache nicht ganz mächtig und könnten nicht verstehen, dass es mehr als „harter Hund“ gemeint gewesen sein könnte.

Tatsächlich gibt es aber in der deutschen Sprache nur den beleidigenden Sprachgebrauch „du Hund“, und den grenzwertigen, aber akzeptablen Sprachgebrauch „harter Hund“, oder die Beleidigung durch die Bezeichung Hund mit Beifügungen wie bei falscher Hund, blöder Hund, frecher Hund noch verstärkt werden.

Gegenüber Russland derart unverhohlen mit Lügen zu agieren, noch dazu von Politik und Presse völlig unwidersprochen, zeigt auf, dass wir es mit starker Russophobie, mit stark zu Rassismus tendierender Russenfeindlichkeit zu tun haben. Mit einem Rassismus der Sprache, der sich sogar noch in der Lüge rechtfertigt.

Linke und fortschrittliche Kräfte müssen sich jetzt schützend vor Minderheiten, vor Geflüchtete und vor allem aber auch vor die Russen stellen, sprich klar und deutlich Stellung beziehen.

Fehlt diese pro-russische Haltung, oder zumindest eine Russland verteidigende Haltung, drohen Antirassismus und Antifaschismus zur Farce zu werden.

Es zeichnet sich eine dramatische Verschlechterung der Beziehungen zu Russland ab.
In den USA sahen wir kürzlich zur Schliessung russischer Konsulate, ausserdem wurde ein ehemaliger Mitarbeiter des russischen Senders Sputniknews vom FBI vernommen.

Hierzulande gibt es Vorwürfe, dass russische Stellen die Bundestagswahlen beeinflussen könnten.

Dagegen stehen jetzt aus unterschiedlichsten Motiven heraus immer wieder Russland zugeneigte Äusserungen von Politikern wie Gysi, Lafontaine, Wagenknecht, Neu, Hunko, Wimmer, Todenhöfer, Lindner, Gabriel, Schulz, Schröder u.a. und zahlreichen Stimmen aus der deutschen Wirtschaft.

Vor dem Hintergrund einer schier masslosen anti-russischen Kampagne, die klare Elemente von Rassismus aufzeigt, sind alle diese Stimmen wichtig. Man sollte auf sie hinweisen dürfen, auch ohne politisch im gleichen Lager zu stehen.


Nachtrag:

Russische Botschaft in Berlin: Focus entschuldigt sich für Putin-Beleidigung
Der Chef-Redakteur des deutschen Wochenmagazins Focus hat sich für die Beleidigung vom russischen Präsidenten Wladimir Putin entschuldigt. Dies geht aus einer Meldung von Focus hervor.
Der Leiter des Presse- und Kommunikationsdienstes der russischen Botschaft in Deutschland, Denis Mikerin, hat auf seinem Facebook-Account geschrieben, dass der Chef-Redakteur von Focus, Robert Schneider, die Botschaft am Donnerstag angerufen und sich für die Beleidigung von Putin entschuldigt habe.
Er habe persönlich sein Bedauern über die letzten Äußerungen des Magazins in Richtung des russischen Präsidenten Wladimir Putin ausgedrückt.
Schneider habe versichert, es sei nicht die Absicht der Redaktion gewesen, Putin herabzuwürdigen.
„Sollten sich Menschen dennoch verletzt gefühlt haben, tut mir das leid. Ich habe Botschafter Grinin zu einem Besuch in unserer Redaktion eingeladen und freue mich auf die Begegnung“, so Schneider.

https://de.sputniknews.com/politik/20170914317440533-russische-botschaft-in-deutschland-focus-hat-sich-fuer-beleidigung-putin-entschuldigt/ 22:39 14.09.