Ende der Sprachlosigkeit? Aufarbeitung der Nachwendezeit in Sachsen

26 Jahre später fällt der FAZ auf, daß es in der Nachwendezeit himmelschreiendes Unrecht im „wiedervereinigten“ Osten gab und daß bis heute ganze Generationen davon gezeichnet sind. Immerhin lesenswert, da gut zusammengefaßt:

„Vom Ende der Sprachlosigkeit —
Seit Sachsens Integrationsministerin Petra Köpping über die harte Nachwendezeit spricht, kommen erschütternde Geschichten ans Licht. Diese Aufarbeitung aber passt nicht allen.“
http://plus.faz.net/politik/2017-08-05/d257cc131f51e76236b31d7a7f32d714/

Erschütternd sind die Geschichten wohl hauptsächlich für die konservative Stammleserschaft der West-Gazette FAZ, denn wer im Osten lebte, kennt das Schema zu Genüge — aus eigenem Erleben, aus der Familie oder dem Freundes-und Bekanntenkreis. Sprachlosigkeit gab es dort nämlich eigentlich nicht. Resignation und das Gefühl von Ohnmacht allerdings schon.

In diesem Zusammenhang sei auch (nochmals) auf eine hervorragende ZDF-Doku von 2010 zum Thema hingewiesen:

„Beutezug Ost – Die Treuhand und die Abwicklung der DDR“

Interessanterweise schrieb ausgerechnet o.g. Zeitung, die sich nun so „erschüttert“ gibt, seinerzeit gegen diese Fernseh-Doku eine von Zynismus, Überheblichkeit und Propaganda triefende Polemik und unterbot dabei in weiten Teilen noch das Niveau geifernder Springer-Blätter:

„Ihr seid alle ausgebeutet! —
Das ZDF weiß, was in Ostdeutschland schiefgegangen ist. Und will seinen Zuschauern die wirtschaftspolitischen Entscheidungen von 1990 als „größtes Betrugskapitel in der Wirtschaftsgeschichte Deutschlands“ verkaufen.“
http://www.faz.net/-11039947

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