Wieso dieser Hass auf die G20? von Andreas Wehr

Ganzer Artikel hier zu lesen: http://www.andreas-wehr.eu/wieso-dieser-hass-auf-die-g20.html

In seinem neuen Artikel im Rückblick auf die Anti-G20 Proteste geht Andreas Wehr auf die Legenden und die Unkenntnis über die G20 hierzulande ein, was die G20 ist und was sie weder vorgibt zu sein, noch sein kann, auf die tatsächlichen Ergebnisse des Hamburger Gipfels.

Er zeigt auf, wie der zentrale Anti-G20 Aufruf „Für grenzenlose Solidarität statt G20“, die wirklichen Verhältnisse und Verantwortlichkeiten in der Welt völlig negiert und selbst die parteipolitisch organisierte Linke Täter und Opfer der westlichen imperialistischen Politik unterschiedslos auf eine Stufe stellt.

Er schreibt: „Die in Hamburg anwesenden Repräsentanten des Westens bzw. der NATO hatten daher von solchen Protesten und dem abstrakten Verlangen nach einer ‚Welt des Friedens, der globalen Gerechtigkeit und der grenzenlosen Solidarität‘ nichts zu befürchten. Zwar gab es in der Demonstration, vor allem von Aktivisten der Friedensbewegung vorgetragen, auch Forderungen, die sich eindeutig gegen die NATO und gegen die Politik der Bundesregierung richteten, doch diese Stimmen gingen in dem Einheitsbrei ‚Alle sind gleichermaßen schuld‘ unter.“

Und schließlich zeigt Andreas Wehr, dass der Protest gegen die G20 vom liberalen Mainstream vorbereitet und begleitet wurde:

„Man fragt sich, woher dieser Hass auf die G20 stammt, der sich in den Straßen Hamburgs sowohl friedlich artikulierte als auch gewalttätig austobte. Worin liegt der tiefere Grund für die unbestreitbare Breite der Ablehnung des Gipfels, selbst unter sonst unpolitischen Menschen? Diese prinzipielle Gegnerschaft steht im Gegensatz zu den mageren Mobilisierungserfolgen bei Ereignissen, die allemal Proteste verdienen. Zwar wurde auch gegen den Nato-Gipfel vor wenigen Wochen protestiert, doch in Brüssel kamen weit weniger als jetzt in Hamburg zusammen, und auch für Randale sah niemand eine Notwendigkeit. Selbst die Ratsgipfel der EU, auf denen die weitere Drangsalisierung Griechenlands beschlossen wird, laufen regelmäßig ohne Proteste ab, ganz zu schweigen von den Friedensdemonstrationen, die gegenwärtig nur wenig Zulauf haben.

Die Organisatoren der Hamburger Proteste täuschen sich, sollten sie glauben, es wäre ihre Agitation und Propaganda gewesen, die zu dieser Mobilisierung geführt hat. Dafür sind ihre Organisationen und Medien viel zu einflusslos. Der Schub wurde vielmehr von der breiten liberalen bzw. linksliberalen Öffentlichkeit, von Medien wie Zeit, Spiegel, Süddeutscher Zeitung, Frankfurter Rundschau, Freitag, taz, Stern, Neue Zürcher Zeitung und auch von einigen öffentlich-rechtlichen Medien erzeugt. Dort fand man bereits vor Monaten die heute so aktuellen Vorwürfe gegen die G20: Sie handele selbstherrlich, geriere sich als Weltregierung, missachte die UN, sei schlicht illegitim. Vorwürfe, die man dort niemals gegenüber der G7 erheben würde. Es ist ganz offensichtlich, dass diesen Medien die ganze Richtung nicht passt. Es ist die Institution G20 als solche, die stört, weil in ihr mit Russland und China und anderen Schwellenländern Mächte an Einfluss gewonnen haben, die auch der deutsche Imperialismus unbedingt in seine Schranken zurückverweisen will. Ganz konkret stört Russland die unter deutscher Führung stehende Expansionsstrategie der EU in der Ukraine, Georgien und auf dem Westbalkan. Und was China angeht, so soll dem wachsenden ökonomischen Einfluss des Landes in Afrika Einhalt geboten werden. Beispiele für diese Medienkampagnen gibt es unzählige. Hier seien lediglich zwei zitiert. (…)“

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