Russische Politiker und Experten zum G20: „Keine plötzliche Verbesserung zu erwarten“


https://deutsch.rt.com/international/53877-g20-russische-politiker-und-experten-fazit/ Auszüge

Zum Gipfel allgemein:
Auch russische Politiker zogen nach dem G20-Gipfeltreffen Bilanz. Konstantin Kosachev, der Vorsitzende des Komitees für auswärtige Angelegenheiten des russischen Föderationsrates:  (…) G20 spricht den G7-Staaten ihre Illusionen darüber ab, dass sie die Träger der einzigen und endgültigen Wahrheit seien und dass nur ihre Ansicht darüber, wie die Welt aussehen soll, die richtige ist. G20 zerstreut diese Illusionen und, ich denke, schafft Ordnung in den Köpfen vieler Teilnehmer derartiger Gipfeltreffen. Daher bin ich damit zufrieden, wie alle multilateralen Diskussionen, Absprachen und bilaterale Treffen abliefen.“

Zum Treffen Putin/Trump:
Der Politikwissenschaftler und Chefredakteur der Zeitschrift Russia in Global Affairs Fjodor Lukjanow zog in einem Interview mit der Nachrichtenagentur NSN das Fazit zum G20-Gipfel im Kontext der russisch-US-amerikanischen Beziehungen: „Was die russisch-US-amerikanischen Beziehungen angeht, wurde bei dem Gipfeltreffen mehr erreicht, als man erwarten konnte. Auch wenn die Atmosphäre der Gespräche zwischen Trump und Putin positiv und konstruktiv gewesen ist, heißt das nicht, dass sich die Beziehungen nun automatisch verbessern werden. (…)“ Außerdem betonte der Experte, dass der US-Kongress versuchen wird, Trump in seinem Wunsch, die Beziehungen zu Russland zu verbessern, „den Wind aus den Segeln zu nehmen.“

Iwan Surma, Professor des Lehrstuhls für Verwaltung und Nationale Sicherheit der Diplomatischen Akademie des russischen Außenministeriums, vertritt eine ähnliche Meinung, was das Treffen der beiden Präsidenten angeht: „Das erste Treffen der beiden Oberhäupter weist eine positive Dynamik aus. Dennoch sollte man keine plötzliche Verbesserung der Beziehungen zwischen den beiden Staaten erwarten. In den USA gibt es eine große Beharrlichkeit, die mit der Opposition zu Trump verbunden ist. (…)“

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Zum Treffen Trump/Putin, meint Stephen F. Cohen, US-amerikanischer Universitätsprofessor Emeritus für Russistik und Autor zahlreicher Bücher und vieler Artikel vor allem zu den Beziehungen Sowjetunion bzw. Russland und den USA:

„Als erstes fällt auf, wie sehr die Presse danach eiferte, dass dieses Treffen zwischen unserem und dem russischen Präsidenten scheitert.

(…) Als Historiker würde ich zu dem, was wir heute in Hamburg erlebt haben, folgende Schlagzeile formulieren: „Geschichtlich eine potentiell neue Entspannung. Trump und Putin beginnen Anti-Kalte-Kriegs Partnerschaft. Versuche diese zu sabotieren eskalieren bereits.“

(…) Ich habe viele Gipfeltreffen zwischen amerikanischen und russischen Präsidenten gesehen und an einigen nahm ich teil. Ich habe an der Vorbereitung des Gipfeltreffens von George Bush mit Gorbatschow in Malta teilgenommen. Er hatte mich nach Camp David eingeladen, um vor seinem Team zu sprechen. Was wir heute sahen, war vielleicht das schicksalhafteste Treffen zwischen einem amerikanischen und russischen Präsidenten seit dem Krieg. Der Grund dafür ist, dass die Beziehung mit Russland so große Gefahren birgt und wir einen Präsidenten haben, der durch diese Russia-Gate Attacken angeschlagen und eingeschüchtert sein könnte. Er war es nicht. Er zeigte politischen Mut. Es ging gut. Sie haben wichtige Dinge getan. Vielleicht haben wir heute Präsident Trump erlebt, der sich als amerikanischer Staatsmann erweist.“

(Auszug aus einem Interview am 8. Juli in Fox News https://youtu.be/5L2F4ocEIZw)

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