Anti-G20 Protest: „Der Ruf zum Tyrannenmord“

Vorab noch einmal zur Erinnerung die Kritik von Andreas Wehr an der Teilnahme von Gruppen der Friedensbewegung am kommenden Protest gegen die G20 in Hamburg und die Gleichsetzung der G20 mit der G7 http://www.andreas-wehr.eu/wer-demonstriert-da-gegen-wen.html
und: https://de.sputniknews.com/panorama/20170614316156701-g20-proteste-berechtigte-globalisierungskritik/

Eine Berliner „Künstlergruppe“, das „Zentrum für Politische Schönheit (ZPS)“ beteiligt sich nun auf seine Art am geplanten Anti-G20 Protest mit einem kurzen Video, das zum „Tyrannenmord“ (Erdogan, Putin, König Saud) aufruft https://www.youtube.com/watch?v=G-y07RhD7VQ
Das Video ist Teil der Kampagne „Scholl 2017“, mit der die „Künstlergruppe“ sich anmaßt, an den Widerstand der Geschwister Scholl anzuknüpfen.

In ihrem Artikel „Der Ruf zum Tyrannenmord“ (4.7.2017) beschreibt die taz das Video:„In dem Film sind unter anderem Transparente mit der Aufschrift „Tötet Erdogan“ zu sehen. An einer anderen Stelle wird ein rotes Banner gezeigt, das über einer Straße gehisst wurde. Darauf steht: „Welcome to Hamburg, Dictator Putin!“ Daneben hängt an einem Laternenpfahl ein aufgehängter Mensch. In anderen Szenen halten Demonstranten Transparente in die Luft, auf denen „Tod und Frieden“ oder „Kopfschuss“ steht.

Im weiteren Verlauf des Films wird ein Szenario entworfen, dass vom Tod von Regierungschefs ausgeht, die am Freitag und Samstag in Hamburg zum bevorstehenden und heiß umkämpften G20-Gipfel erwartet werden. So zeigt das Video einen vermeintlichen Flugzeugabsturz Wladimir Putins und eine Dioxinvergiftung des saudischen Königs.

Eine Sprecherin behauptet in dem Video: „Das Auswärtige Amt hat mittlerweile eine Reisewarnung für die Staatschefs autokratischer Regime herausgegeben. Hintergrund sei eine bis zum äußersten aufgestachelte Zivilgesellschaft, die auf Rache für die Opfer totalitärer Diktaturen sinnt.“ Eine vermeintliche Stiftungsexpertin sagt: „Der Tyrannenmord ist immer das letzte Mittel gegen eine verbrecherische Diktatur.“

(…) Das Video endet mit einem Logo, das dem offiziellen G20-Logo nachempfunden ist – der Slogan allerdings: „G20 Tyrannenmord 2017“. Eine Off-Stimme sagt: ,Jetzt ist es an uns, unsere Demokratie und Humanität zu verteidigen. Die Bundesregierung bittet sie, nicht unvermittelt über unsere Gäste herzufallen.‘ „

Die taz meint das Video, könnte „in kritischer Lesart auch eine Debatte über den Umgang von Demokratien mit Autokraten und Diktatoren anregen“.

Und wie beschreibt sich dieses „Zentrum für Politische Schönheit (ZPS)“ selbst? Als
„Sturmtruppe zur Errichtung moralischer Schönheit, politischer Poesie und menschlicher Großgesinntheit. Es setzt auf Menschlichkeit als Waffe, vertritt den aggressiven Humanismus und experimentiert mit den Gesetzen der Wirklichkeit. Widerstand ist eine Kunst, die weh tun, reizen und verstören kann. Grundüberzeugung des Zentrums für Politische Schönheit ist, dass die Lehren des Holocaust durch die Wiederholung politischer Teilnahmslosigkeit, Flüchtlingsabwehr und Feigheit annulliert werden und dass Deutschland aus der Geschichte nicht nur lernen, sondern auch handeln muss.“
… jawoll, der „menschlich großgesinnte“ Deutsche entscheidet, wer leben und andere Länder regieren darf …. (dp)

Advertisements
%d Bloggern gefällt das: