Berlin: Intendant Chris Dercon und die neue politisch korrekte Volksbühne

Chris Dercon löst Frank Castorf ab, der nach 25 Jahren gehen muss, weil er scheinbar doch immer wieder mal allzu viel an Systemkritik durchblicken liess.
Castorfs Idee und Konzept der Volksbühne als eine Bühne für das Volk soll endgültig ruiniert werden.

Jetzt soll die Volksbühne zu einer Art Ereignis- und Eventstätte umgeformt werden, in der auch die Stimmen des Widerstands gegen das Russland Putins, das China Xi Jinpings und gegen das Syrien Assads vermehrt zu hören sein werden.

Intendant Chris Dercon beginnt mit internationalen Künstlern.

Besonders interessant sind die Syrer Mohammad Al Attar und Omar Abusaada. Die beiden syrischen Theaterleute üben die in Deutschland sehr gern gehörte Kritik am „Assad-Regime“.

In einem Interview äusserte Al Attar kürzlich, dass Theater eine Form des Widerstands sei und sagte: “Ich schreibe immer noch Theaterstücke, weil wir mit Theater Widerstand leisten können. Es geht auch darum der Verzweiflung und der Depression zu widerstehen. Denn heute ist es sehr schwer ein Syrer zu sein und daran zu glauben, dass dein Land eine Zukunft hat. Es ist schwierig Depression und Verzweiflung zu überwinden, wenn man sich die Realität anschaut. Insbesondere da anscheinend kein Ende dieser Qual in Sicht ist.”

Der in Berlin lebende Ai Weiwei findet die Einwände gegen die Berufung Dercons zum Intendanten der Volksbühne übrigens „lächerlich“.
Chinas berühmtester Gegenwartskünstler und Regimekritiker Ai Weiwei besichtigte bereits im vergangenen Jahr das legendäre Kunsthaus Tacheles, begleitet vom einstigen Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz und Sebastian Klatt, dem Chef eines US-Investmentunternehmens. Hier im Tacheles könnte bald vielleicht der Regimekritiker Atelier- und Ausstellungsräume in konkurrenzlos exponierter Lage beziehen.

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