Libyen: Macron gesteht Fehler ein und hat vor einer Wiederholung dieses Szenarios in Syrien gewarnt (sputniknews)

Der französische Präsident Emmanuel Macron hat die Beteiligung der Streitkräfte seines Landes an der Libyen-Operation im Jahr 2011 als einen Fehler bezeichnet und vor einer Wiederholung dieses Szenarios in Syrien gewarnt.

In einem Interview für europäische Medien, darunter für die italienische Zeitung „Corriere della Sera“, sagte Macron: „Mit mir kommt diese Form des Neokonservatismus, die vor zehn Jahren von Frankreich importiert wurde, zum Ende. Die Demokratie kann nicht von außen eingebracht werden, ohne dass Völker darin involviert werden. Frankreich war nicht am Irak-Krieg beteiligt und hatte damit recht. Aber es beging einen Fehler, indem es in den Libyen-Krieg eintrat. Welches sind die Ergebnisse dieser Invasionen? Zerstörte Länder, in denen Terrorgruppen florieren. Ich möchte nicht, dass Derartiges in Syrien geschieht.“
Mitte Februar 2011 hatten in Libyen Massendemos begonnen, deren Teilnehmer den Rücktritt von Muammar Gaddafi forderten, der seit mehr als 40 Jahren das Land regierte. Die Proteste gipfelten in einer bewaffneten Konfrontation zwischen den Regierungskräften und den Rebellen. Im selben Jahr begann die Nato einen Luftfeldzug in Libyen.
Nach dem Sturz und der Ermordung von Muammar Gaddafi im Oktober 2011 entstand eine Doppelherrschaft zwischen dem Parlament, das in allgemeiner Wahl gewählt wurde und in Tobruk im Osten des Landes seinen Sitz hat, und dem pro-islamischen Allgemeinen Nationalkongress in Tripolis. Dabei stehen mehrere Gebiete des Landes außer Kontrolle der Zentralbehörden. Zudem agieren Mitglieder der Terrormiliz „Islamischer Staat“ intensiv auf libyschem Territorium.

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