US-geführte Anti-IS-Koalition setzt Weißen Phosphor im Irak ein

nach Aussagen eines neuseeländischen Generals setzte die US-geführte „Koalition“ mehrfach Phosphor-Brandmunition im Irak ein. Aber auch die irakischen Streitkräfte sollen mit Weißem Phosphor operiert haben. Damit bestätigen sich entsprechende Meldungen (auch seitens des IS), die bereits seit mehreren Wochen kursieren. Angeblich diente der Einsatz jeweils zur „Abschirmung“ (Nebelwand), um Zivilisten die Flucht zu ermöglichen.
https://www.rt.com/news/392203-us-white-phosphorous-mosul/

Dies läßt sich natürlich schwer nachprüfen. Bereits 2005 wurde bekannt, daß – nach ähnlichen Beteuerungen seitens der USA und Großbritanniens – Phosphormunition auch als Brandmunition direkt gegen Aufständische (und Zivilisten) in Falluja eingesetzt worden war. Der italienische Sender RAI dokumentierte die Folgen damals. Strafrechtliche Konsequenzen hatte das Kriegsverbrechen für die USA und GB allerdings nicht.
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/irak-usa-haben-phosphor-als-brandwaffe-benutzt-a-385312.html

Weißer Phosphor ist als Brandwaffe völkerrechtlich geächtet (CCW-Konvention), da der Phosphor bei Luftkontakt sich sofort entzündet und bei extrem hohen Temperaturen schwerste Wunden verursacht. Durch Wasser ist er nicht zu löschen. Außerdem ist Phophor hochgradig giftig. Trotzdem ist der Einsatz der Substanz als Rauch- und Signalmunition weiterhin erlaubt. Die Grenze läßt sich aber schwer ziehen, und Menschen laufen in jedem Fall bei einem Einsatz Gefahr, damit in Kontakt zu kommen. Dazu kommt, daß die UN-Regelungen nicht sehr konkret sind, v.a. was den Einsatz gegen feindliche Stellungen angeht.

Auch andere Staaten sollen in letzter Zeit Phosphormunition eingesetzt haben, so z.B. Saudi-Arabien im Jemen und die Ukraine im Donbass.
https://deutsch.rt.com/der-nahe-osten/41143-usa-greifen-islamischen-staat-im/

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