20-Proteste: Berechtigte Globalisierungskritik oder blinder Aktionismus?

Zum Protest gegen die G20 in Hamburg, hat sputniknews.com mit Andreas Wehr und Werner Rätz gesprochen.
Hier der Link zum Bericht über die Gespräche und am Ende des Berichts zum Anhören des jeweiligen Gesprächs.
https://de.sputniknews.com/panorama/20170614316156701-g20-proteste-berechtigte-globalisierungskritik/

Zur Teilnahme der Friedensbewegung am Protest gegen die G20 hier Auszüge vom Gespräch mit Andreas Wehr :
(…)
„Die Friedensbewegung hat einen ganz merkwürdigen Aufruf veröffentlicht gegen die ‚globalisierte Nato‘. Das ist absurd. Hier werden Opfer und Täter miteinander vermengt. Wenn man sich die konkrete Situation mal ansieht, dann wird Russland von der Nato unter Druck gesetzt, im Baltikum, in der Ukraine, in Georgien, aber auch in anderen Regionen. Man versucht auch, China einzukreisen. Insbesondere die Situation im Südchinesischen Meer wird von den USA permanent verschärft. Es ist also absurd, dass man alle Gipfelteilnehmer über einen Kamm schert und es ist schon ein Unterschied, ob ein G7-Gipfel oder ein G20-Gipfel tagt. Aber alle sind ‚globalisierte NATO‘. Was die Friedensbewegung da von sich gibt, ist unter ihrem Niveau.“  (…)

„Es ist auch sehr schade, dass die Demonstranten nicht genau hinsehen, wie das in den letzten Jahren gelaufen ist. Da kann man feststellen, dass die Außenpolitik der G7 Staaten, insbesondere Deutschlands und der USA gar kein Interesse an der Fortexistenz der G20 hatten. Das war damals die Initiative von China, weil China eingebunden werden sollte in die Lösungsstrategie der großen Krise 2007/2008. China hat ein gigantisches Konjunkturprogramm aufgelegt, machte aber zur Bedingung, dass es eine interne Koordination gibt und das wurde dann die G20. Dann ist es ein bisschen still geworden um die G20. Die Schwellenländer, aber auch China und Russland hatten immer ein großes Interesse an der Fortexistenz. Und das war auch richtig so, weil dort Themen angesprochen wurden und werden, die woanders nicht angesprochen werden. Man könnte zugespitzt sagen, die Demonstranten erledigen die Arbeit der G7 Staaten also der westlichen imperialistischen Staaten, die ja sowieso kein großes Interesse an der G20 haben, so dass womöglich keine weiteren Treffen der G20 stattfinden. (…)“

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