KAIROS Palästina-Solidaritätsnetz: Pfarrer Dr. Mitri Raheb – 50 Jahre israelische Besatzung – Wir dürfen nicht schweigen.

Das deutsche KAIROS Palästina-Solidaritätsnetz wurde im Juli 2012 in Reaktion auf das von Christinnen und Christen in Palästina verfasste KAIROS-Dokument („Die Stunde der Wahrheit – ein Wort des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung aus der Mitte des Leidens der Palästinenser und Palästinenserinnen“) unter dem Dach des ökumenischen Netzwerkes Kairos Europa e.V. gegründet. RepräsentantInnen lokaler und bundesweiter Initiativen, Organisationen und Netzwerke versammelten sich in Frankfurt a.M., um der Bitte palästinensischer Kirchen zu entsprechen, das Unrecht der Besatzung Palästinas durch Israel gegenüber den Kirchen in der Bundesrepublik anzusprechen und gemeinsam nach Wegen zu dessen Überwindung zu suchen.

Das KAIROS Palästina-Solidaritätsnetz will die kirchliche Auseinandersetzung mit der israelischen Besatzungs- und Siedlungspolitik auf der Ebene von Gemeinden (an der ökumenischen Basis) fördern und das Gespräch mit Kirchenleitungen, Hilfswerken und Verbänden suchen.

Das Kairos Palästina-Dokument wurde im Dezember 2009 in Bethlehem verabschiedet. Es richtet sich an Christen, Juden, Muslime im Nahen Osten sowie an die Kirchen der Welt und die internationale Staatengemeinschaft.

Das Kairos Palästina-Dokument ist
1. ein Wort des Glaubens an Gott, der jeden Menschen nach seinem Bilde geschaffen hat;

– ein Wort der Hoffnung, die trotz des gegenwärtigen Elends der palästinensischen Christen stark bleibt und einer neuen Gesellschaft entgegensieht, in der Menschen auf ihre eigene Würde und die Würde ihrer Widersacher vertrauen, in der Feindschaft überwunden wird und eine neue Kultur des Lebens entstehen kann;

– ein Wort der Liebe, die auch den Feinden gilt und den gewaltfreien Widerstand gegen das Unrecht der völkerrechtswidrigen Besetzung des Landes der Palästinenser einschließt. Dieser Widerstand kommt beiden Seiten zugute, weil der Zyklus der Gewalt durchbrochen wird, der Israel und Palästina zerstört;

2. eine Bitte der christlichen Palästinenser an die Christen in der Welt und an die Völkergemeinschaft, der Bevölkerung Palästinas zur Seite zu stehen, die seit mehr als sechs Jahrzehnten unter Vertreibung, Unterdrückung und Apartheid leidet; gegen Ungerechtigkeit und Apartheid aufzustehen, sich von theologischen Argumenten abzuwenden, die das Unrecht rechtfertigen und sich auf die Bibel berufen;

3. ein Plädoyer für Gerechtigkeit, d.h. die Beendigung der Besatzung palästinensischen Landes; die Beseitigung der Trennmauer, die Städte und Dörfer in Gefängnisse verwandelt; die Beendigung der Blockade des Gazastreifens.

„Das Glück des einen Volkes ist das Glück des anderen“. (Martin Buber)

 

http://www.oikoumene.org/de/resources/documents/other-ecumenical-bodies/kairos-palestine-document

 

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