Corbyn: Jez, he did! Die Ära der Alternativlosigkeit ist vorbei (Nachdenkseiten)

(…) Was hätten die Wahlkampfmanager im Willy-Brandt-Haus noch vor wenigen Tagen geantwortet, wenn man ihnen gesagt hätte, dass man auch heute als Sozialdemokrat noch gute Wahlergebnisse einfahren kann, wenn man eine echte linke Politik anbietet, einen authentischen Kandidaten aufstellt, den zu erwartenden Gegenwind der Medien einfach über sich hinwegziehen lässt und stattdessen auf Graswurzel-Bewegungen und die Sozialen Medien setzt? Was würden die Strategen der SPD antworten, wenn man ihnen sagt, dass man als progressive politische Kraft Wahlen nicht in einer ominösen Mitte, sondern bei den Jungwählern gewinnen kann? Es ist kein Zufall, dass die Briten ihre „Corbymania“ und wir den Schulz-Zug haben, der momentan eher an eine rostige Draisine erinnert.

Bei der Linkspartei sieht es nicht viel besser aus. Zwar haben die Linken mit Sahra Wagenknecht eine authentische und charismatische Spitzenkandidatin; jedoch stehen Teile der Partei nicht hinter dieser Kandidatin, sondern wetzen bereits unter ihrer Toga die Dolche und können es offenbar gar nicht abwarten, ihre Werte für einen Platz am Katzentisch der großen Politik zu verkaufen. Jeremy Corbyn hat gezeigt, wie man sich mit Hilfe von jungen Anhängern und einer treuen Basis die nötigen Freiräume verschaffen kann. Das Wahlergebnis in Großbritannien sollte den progressiven Kräften in der Linkspartei Rückenwind geben. Jeremy Corbyn hat viele linksliberale Selbstverständlichkeiten hinterfragt und eigene Akzente gesetzt. Man muss keinem Mainstream hinterherlaufen, um die Menschen für sich zu gewinnen. Authentizität ist wichtiger als Koalitionsfähigkeit.

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