Geschichtsmanipulation – Das Gedenken an die Befreiung Europas vom Faschismus wird instrumentalisiert.(rubikon)

 

von Andreas von Westphalen

Heute jährt sich zum 72. Mal das Ende des Zweiten Weltkrieges und man darf gewiss viele wohlmeinende Reden zum Gedenken an die Befreiung Europas vom Faschismus erwarten. Fraglich ist jedoch, ob zentrale Aspekte in dem politischen und medialen Erinnerungschor nicht wieder einmal ausgeblendet werden.

Siehe Artikel: https://www.rubikon.news/artikel/geschichtsmanipulation

Auszug:

Lebensraum im Osten

„Untersuchungen zur Geschichte des deutsch-sowjetischen Krieges verdrängen allzu oft den schlichten Tatbestand, dass der deutsche Überfall auf die UdSSR am 22. Juni 1941 einer primär wirtschaftlichen Zielsetzung folgte, nämlich ‚Lebensraum im Osten’ zu erobern“, schreibt der Historiker Rolf-Dieter Müller. Christian Hartmann unterstreicht, dass der Feldzug „von vornherein als rassenideologischer Vernichtungskrieg“ konzipiert war.

Adolf Hitler stellte im Oktober 1941 klar: „Es gibt nur eine Aufgabe: eine Germanisierung durch Hereinnahme der Deutschen vorzunehmen und die Ureinwohner als Indianer zu betrachten.“

Tatsächlich war Hitler der Ansicht, dass „diese Völker uns gegenüber in erster Linie die Aufgabe haben, uns wirtschaftlich zu dienen“, weshalb es darauf ankomme, „aus den besetzten russischen Gebieten herauszuholen, was sich herausholen lasse.“

Zwei Tage vor Kriegsbeginn betonte Hitler noch einmal den rein wirtschaftlichen Aspekt des Überfalls: „Das Ziel muss also sein, sich alle die Gebiete, die für uns wehrwirtschaftlich von besonderem Interesse sind, durch Eroberung zu sichern.“ Auf einer Besprechung am 16. Juli 1941 skizzierte er seine entsprechende Vorstellung vom künftigen Schicksal des Ostens: „Besetzen, verwalten, ausbeuten.“ Die Ausbeutung der Sowjetunion erschien anfangs vielversprechend und Ende 1941 jubelte ein Vorstandsmitglied der Dresdner Bank über den „größten Amortisierungsplan der Geschichte.“

Propagandaminister Joseph Goebbels fasste die perverse Ausbeutungsstrategie in bizarr poetische Bilder: „Dieser Krieg wird nicht für Thron und Altar geführt, sondern er ist ein Krieg für Getreide und Brot, für einen vollgedeckten Frühstücks-, Mittags- und Abendtisch, ein Krieg für die Erringung der materiellen Voraussetzungen zur Lösung der sozialen Frage, der Frage des Wohnungs- und Straßenbaus, des Baues einer Kriegs-, Handels- und Reiseflotte, des Baues von Volkswagen und Traktoren, von Theatern und Kinos für das Volk bis ins letzte Dorf hinein, ein Krieg um die Rohstoffe.“

Hungerplan und Generalplan Ost

Die menschenverachtende Kriegsplanung, deren Hauptziel die wirtschaftliche Ausbeutung war, lässt sich unter anderem an verschiedenen Dokumente nachweisen, die Bestandteil des sogenannten „Hungerplans“ oder „Hungerkalküls“ waren und zum Teil bereits vor Kriegsbeginn verfasst wurden. So steht in der Aktennotiz einer Besprechung der Staatssekretäre am 2. Mai 1941, dass „zweifellos zig Millionen verhungern, wenn das für uns Notwendige aus dem Lande herausgeholt wird.“ In den „Wirtschaftspolitischen Richtlinien“ vom 23. Mai 1941 hieß es hierzu: „Viele 10 Millionen von Menschen werden in diesem Gebiet überflüssig und werden sterben oder nach Sibirien auswandern müssen.“

Der sogenannte „Generalplan Ost“ formulierte die rechtlichen, wirtschaftlichen und räumlichen Grundlagen für die Siedlungspolitik im neuen Lebensraum. Anders ausgedrückt, er war die „genozidale Strategie der ‚Germanisierung’ des gesamten ‚Ostraums’“. Das Ziel des Plans war das Ziel, „31 Millionen Menschen auszusiedeln und 14 Millionen als Arbeitskräfte und Einzudeutschende in den Siedlungsgebieten zu belassen.“ Dies entsprach ganz der Devise von SS-Reichsführer Heinrich Himmler: „Unsere Aufgabe ist es, den Osten nicht im alten Sinne zu germanisieren, das heißt dort wohnenden Menschen deutsche Sprache und deutsche Gesetze beizubringen, sondern dafür zu sorgen, dass im Osten nur Menschen wirklich deutschen, germanischen Blutes wohnen.“

Die biologische Komponente des Kriegs formulierte Himmler noch schärfer:

„Zweck des Russlandfeldzugs ist die Dezimierung der slawischen Bevölkerung um 30 Millionen.“

(…)

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