Trump vs. Iran: „Russlands Reaktion rückt die Dinge ins richtige Licht“ (sputniknews)

https://de.sputniknews.com/politik/20170207314429912-trump-iran-russland/

07.02.2017

Die USA haben offenbar vor, einen Keil zwischen Moskau und Teheran zu treiben. Der Kreml will allerdings keine schwache Position in seinen Beziehungen mit der neuen US-Administration einnehmen, schreibt die russische Onlinezeitung vz.ru in einem Kommentar.

Vz.ru stellt fest: „Dmitri Peskow, der Sprecher des russischen Präsidenten, sagte, der Kreml – anders als Donald Trump – halte den Iran nicht für einen terroristischen Staat und wolle die Beziehungen mit diesem Land ausbauen. Einen ähnlichen Kommentar gab der russische Außenminister Sergej Lawrow ab.“

„Im Gegensatz zum breiten Publikum begreift der Kreml ausgezeichnet, dass Trump keineswegs ‚prorussisch‘ ist. Er ist eindeutig ein ‚proamerikanischer‘ Präsident. Dabei legt der neue US-Staatschef tatsächlich einen offenen Pragmatismus an den Tag. Im Hinblick auf seine Business-Methoden ist er außerdem als talentierter, konstruktiver, aber harter Unterhändler bekannt. Beim Aufbau der Beziehungen mit ihm könnte eine von vornherein ‚schwache‘ Position deshalb langfristige negative Folgen haben“, schreibt die russische Onlinezeitung.

Die neue US-Administration scheine den Iran als „Hauptfeind der Gesellschaft“ eingestuft zu haben. Die Rhetorik von Trumps Team sei auf diesem Gebiet sehr hart: „Bekannt gegeben werden die Pläne für eine Kündigung des ‚Atom-Deals‘, der zu den wichtigsten Leistungen der bisherigen Regierung in Washington zählt. Die ersten antiiranischen Schritte in Form eines weiteren Ausbaus der Sanktionen wurden bereits gemacht.“

„Für den neuen US-Präsident wird die Situation allerdings dadurch verkompliziert, dass die Beziehungen zwischen Moskau und Teheran nachhaltig verbessert werden. Der Kreml formt im Nahen Osten im Grunde genommen ein geopolitisches Dreieck mit Russland, dem Iran und der Türkei, das die Region stabilisieren soll“, so vz.ru.

„Um seine harte antiiranische Rhetorik in die Tat umzusetzen, muss Washington also vor allem Teheran um Moskaus Unterstützung bringen. Es gibt bereits Medienberichte über solche Pläne. Ein Erfolg dieser Pläne wirkt aber äußerst wenig wahrscheinlich“, heißt es in dem Kommentar.

Um seine Beziehungen mit den USA zu verbessern, habe Russland einst die geplante Lieferung seiner S-300-Luftabwehrsysteme an den Iran ausgesetzt. Russlands Ruf als Partner im Bereich der militärtechnischen Zusammenarbeit habe dadurch einen Rückschlag erlitten. Der Kreml habe sich viel Mühe geben müssen, um die negative Wirkung jener Entscheidung auszuwetzen, so der Kommentar weiter.

„In dieser Situation wäre es für das Weiße Haus äußerst naiv, damit zu rechnen, dass Russland den Fehler wiederholen wird. Russlands eindeutige Reaktion auf die jüngsten antiiranischen Ausfälle aus Washington rückt die Dinge lediglich endgültig ins richtige Licht, damit das Weiße Haus unter Berücksichtigung der russischen Position über seine weiteren Schritte in diesem Bereich entscheidet. Allerdings wäre der Kreml auch bereit, beiden Ländern seine Dienstleistungen als Vermittler anzubieten“, schreibt vz.ru zum Schluss.

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