Kampf ums Wasser Syrische Armee beginnt Angriff um Wadi Barada. Aufbauplan für Ostaleppo (junge Welt)

https://www.jungewelt.de/2017/01-09/007.php

Die syrische Armee hat einen erneuten Angriff auf die von bewaffneten Gruppen kontrollierten Wasserquellen in der Nähe von Damaskus begonnen. Die Operation habe am Sonntag morgen begonnen, hieß es aus syrischen Militärkreisen. Die Wasserversorgung der syrischen Hauptstadt ist seit kurz vor Weihnachten unterbrochen. Es soll zu Gefechten und Luftangriffen in dem Tal Wadi Barada gekommen sein.

In den vergangenen Tagen waren die Kämpfe um das Tal zunächst zurückgegangen. Eine russische Delegation hatte nach Angaben aus Militärkreisen mit den dortigen bewaffneten Gruppen verhandelt. Nachdem die Gespräche über einen Zugang der Regierung zu den Wasserwerken gescheitert waren, habe die Armee eine neue Offensive gestartet, teilte ein Vertreter der syrischen Armee mit.

Im Umland von Damaskus kam es am Sonntag zu einem Anschlag. Laut der syrischen Nachrichtenagentur SANA starben fünf Menschen bei der Explo­sion einer Autobombe an einem Kontrollpunkt in Beit Dschinn, nahe den Golanhöhen. Fünfzehn Menschen wurden bei der Attacke verletzt, deren Ausführung die islamistische Gruppe Fatah-Al-Scham (früher Al-Nusra-Front) für sich reklamiert.

Am Samstag hatte die syrische Regierung einen Plan zum Wiederaufbau von Aleppo beschlossen. Erst im Dezember konnte das Kabinett die Befreiung der ehemaligen Handelsmetropole im Norden von Syrien vermelden. Zuvor hatten bewaffnete Gruppen Viertel im Ostteil der Stadt besetzt gehalten.

Während der Okkupation in den vergangenen Monaten waren viele Wohnhäuser und die Infrastruktur wie Krankenhäuser und Schulen zerstört worden. Der Regierungsplan sehe nun die Wiederinbetriebnahme der Strom-, Wasser- und Brennstoffversorgung vor, berichteten syrische Medien. Außerdem sollten die Straßen freigeräumt werden. Daneben werde geprüft, welche Häuser umgehend repariert werden könnten.

Das Kabinett billigte zudem einen Plan des Bildungsministeriums, im nächsten halben Jahr 50 Schulen in Ostaleppo wieder instandzusetzen. Bis zum Beginn des kommenden Schuljahres sollten 100 Bildungseinrichtungen fertig sein. Außerdem sei die Wiederherstellung von fünf Gesundheitszentren und zwei Krankenhäusern geplant. Auch der internationale Flughafen Aleppos sowie 18 Kilometer Eisenbahnschienen würden repariert.

(dpa/Reuters/SANA/jW)

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