Freitag, 6. Januar 2017 um 19.30 – Coop Anti-War Cafe Berlin – “Bald ist alles vorbei” (Film / Russland)

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Buch und Regie: Alexej Rybin

Kamera: Wladimir Bryljakow

Produzenten: Alexej Rybin, Igor Gudkow

Der Protagonist des Films – Michail Nossow – ist Dreher in einem großenWerk. Nossow kommt aus Tscheljabinsk, adaptiert sich rasch in Sankt Petersburg, fühlt sich in der Stadt wie zu Hause, verdient nach seinen Vorstellungen ordentliches Geld und mietet eine Ein-Raum-Wohnung. Sein Leben besteht aus Arbeit an der Drehbank, Fernsehen und, nach der Arbeit, Internet und gelegentlichen Besuchen in billigen Nachtclubs.

Eines Tages lernt er ein Mädchen des sogenannten “horizontalen Gewerbes” kennen und findet sie derart anziehend, daß er beginnt, sich regelmäßíg mit ihr zu treffen. Irgendwann schlägt er ihr vor, für eine Weile bei ihm einzuziehen und die Rolle der Ehefrau zu spielen. Nossow versucht ganz einfach, das “Familienleben” auszuprobieren – sei es auch nur mit einer Prostituierten, die ledigliche eine Rolle  spielt.

Doch erweist sich Katja – die Hauptheldin des Films – als ein Mensch mit einem komplizierten, ja tragischen Schicksal und so tritt in Nossows Leben  unverhofft auch deren Tragödie ein. Das “Familien-Leben-Spiel” hört auf, ein Spiel zu sein, und so muß Michail mit einigen für ihn grundsätzlichen Dingen brechen und Ansichten Katjas teilen, die zunächst seiner eigenen Weltanschauung widersprechen.

Michail, der in den ersten Bildern des Films als ein einfältiger, nahezu primitiver Arbeiterbursche erscheint, zeigt sich in der Folge als ein erwachsener, weiser und starker Mann, der in der Lage ist, jemanden, der ihm nahe geworden ist, zu verstehen und ihm zu vergeben.

Die Handlung des Films entwickelt sich zunächst (in der Exposition) langsam, nimmt dann an Tempo auf und so erweist sich das “einfache Leben einfacher Leute” als nicht minder dramatisch, spannend und rasend, als  ein “Krimi” oder ein Action-Film mit Superhelden. Hiermit erreichen die Gestalten Katjas und des Arbeiters Nossow Dimensionen von gigantischen, chthonichen Helden.

In der Rollen: verdienter Künstler der RF Sergej Lossew, Michail Siworin, Oksana Skakun, Igor Golowin u.a.

Buch und Regie: Alexej Rybin

Kamera: Wladimir Bryljakow (“Eineinhalb Zimmer”, “Winterkirsche”, “Erstarre, stirb und stehe wieder auf” u.a.)

Produzenten: Alexej Rybin, Igor Gudkow

http://coopcafeberlin.de/ex/rfilm/

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