Archive for Januar 4th, 2017

4. Januar 2017

Aleppo und seine massive Zerstörung

Der erste Bildbericht „The destruction of Eastern Aleppo, Syria December 2016“ konzentriert sich auf die Zerstörungen in der Stadt.

Ich war dort, als Ost-Aleppo befreit wurde oder fiel, je nach Ihrer Perspektive und der Berichterstattung in den Medien. Ich war unter den ersten paar Ausländern, die nach diesem Ereignis in den Osten kamen. Man kann sich nur wundern: Es waren am 11.12. während diesem historischen Ereignis keine nordeuropäischen und keine westlichen Medien (mit Ausnahme eines Fotografen aus Kroatien) anwesend. Warum?

Aleppo, heute etwa 190 Quadratkilometer groß, ist die größte Stadt in Syrien und war die drittgrößte im Osmanischen Reich. Sie ist eine der ältesten ununterbrochen bewohnten Städte der Welt; möglicherweise schon seit dem 6. Jahrtausend v. Chr.
Oberg schreibt:

Die Zerstörungen, die ich in Ost-Aleppo sah, waren riesig. Unbeschreiblich. Sie waren systematisch. Und es war herzzerreißend aus jeder menschlichen Sicht.

Diejenigen, die das Ost-Aleppo besetzten ‒ unterschiedlich Rebellen, Dschihadisten, bewaffnete Opposition, Kämpfer, Terroristen usw. genannt und aus zahlreichen Ländern und Nationen kommend bekämpften nicht nur die syrisch-arabische Armee, sondern sich auch gegenseitig.
Bevor die Zerstörungen durchgeführt wurden, war das Industrieviertel geplündert worden. Alles von Wert war aus Tausenden von Fabriken, Läden, Schulen, Krankenhäuser und Büros ‒ groß und klein ‒ ausgeräumt, auf Lastwagen in die Türkei transportiert und dort verkauft worden ‒ den Besatzer die Mitteln für Waffenkäufe verschaffend.

Die Bilder vermitteln die klare Botschaft, dass diese Besatzer, die die Waffen zum Kampf gegen die Assad-Regierung in Syrien aufnahmen, nicht die Absicht hatten, eine bessere Gesellschaft und ein besseres Leben für diejenigen zu schaffen, die hier lebten. Es scheint vor allem um die Suche nach Geld, um Kampf untereinander, um Zerstörung und Tod um seiner selbst willen gegangen zu sein.

Natürlich ist die Wahrheit komplex und natürlich sind weder das syrische Militär noch die Russen ‒ die als einzige ausländische Kraft legal, auf Einladung der Regierung, in Syrien sind ‒ unschuldig an diesen Zerstörungen.
Eins muss kristallklar sein: Keine Bürger verdienen es, dass ihre Stadt, ihre Häuser und Arbeitsplätze, ihre Kultur und Geschichte auf diese Weise zerstört werden. Kein politisches Ziel könnte diese Barbarei legitimieren.
[…] Es ist an der Zeit, dass die westlichen Medien den Mut finden, zu berichten, dass der Westen (NATO-Länder und ihre Verbündeten) durch seine politische, finanzielle und militärische Unterstützung für diejenigen, die vier Jahre lang Ost-Aleppo besetzten, in hohem Maße mitverantwortlich für diese Zerstörungen ist.
Ich habe die Zerstörungen in Orten wie Sarajevo, Vukovar, Krajina, Ost-und West-Slawonien, Abchasien und Süd-Ossetien gesehen. Dies hier war schlimmer. Sie erinnerten mich teilweise an die Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg, teilweise an Hiroshima.

Deshalb erlaube ich mir, es als eine Befreiung zu betrachten, und es folgt noch eine weitere Fotostory [siehe weiter unten], die die Freude der Menschen illustriert, die ich getroffen habe.
Das bedeutet nicht, dass es nicht auch anderswo Menschen gab, die nicht glücklich waren. Westliche Mainstream-Medien taten sich damit hervor, genau von diesen zu berichten. Ich selbst habe aber keine getroffen und kann nicht berichten oder zeigen, was ich nicht erlebt habe.
[…]
Die Tatsache, dass die westlichen Teile aus dem Osten angegriffen wurden und die dortigen Menschen in den vier Jahren der Besatzung gefährdeten ‒ und diese daher nun erleichtert und glücklich sind, dass es vorbei ist ‒ wurde im Westen kaum berichtet und viele Medien konnten deshalb nicht verstehen, dass es auch auf dieser Seite Feiern gab, als Ost-Aleppo befreit wurde.

Die Bilder, die Jan Oberg in der ersten Serie veröffentlicht, zeigen vor allem die materiellen Zerstörungen. Er hoffe, dass der Betrachter dabei auch an die Menschen denke, die hinter den Mauern lebten.

Interessant ist die Art der Zerstörungen die zu sehen sind.

Wenn Aleppo, wie die Medien sagen, vorwiegend durch russische und syrische Flugzeuge aus der Luft zerstört worden wäre, müsste das Stadtbild nun viel flacher sein. Was man jedoch sieht, ist, dass Straße für Straße, Haus für Haus und sogar Stockwerk für Stockwerk gekämpft wurde und die Schäden durch kleinere Waffen verursacht wurden, die vom Boden aus nächster Nähe oder kürzerer Entfernung abgefeuert wurde.
Soldaten erklärten mir, dass sie keine Luftangriffe nach Lust und Laune geflogen hätten, weil sie sich dabei auch hätten selbst treffen können. Bomben aus der Luft wurden auf militärische Kommandozentralen, unterirdische militärische Einrichtungen und Munitionsdepots geworfen. Maximal 7-10 Prozent der Zerstörungen von Ost-Aleppo wurden von den Luftwaffen verursacht.

[mehr und zahlreiche Bilder…]

4. Januar 2017

Bremerhaven Appeal – No to saber rattling – Stop the movement of troops!

http://bit.ly/2ibEWVh

by several groups and organizations in Germany

Starting on January 6, 2017, the U.S. Army will move a complete tank brigade with 4000 soldiers and more than 2,000 tanks, howitzers, jeeps and trucks via the german port of Bremerhaven for NATO maneuvers, which are going to take place for the period of nine months in Eastern Europe.

Bremerhaven for decades has been abused for the shipments of military hardware of all kinds. The current shipments are by far the  largest since the end of the Cold War.

From Bremerhaven the transport is heading east by trains, road and ship. German troops are also move to take part in the military exercises. Germany is therefore becoming a launching point for the operation.

We firmly reject this militaristic showdown against Russia. The consequences of these exercises are incalculable. The global political situation is tense. NATO’s saber-rattling on the doorstep of Russia raises the danger of war. The deployment of a tank brigade is not only threatening, but its is a concrete preparation for war. The Deputy Logistics Commissioner of EUCOM, the U.S. command in Stuttgart stated that the deployment it was also to prove the ability for combat in Europe, at right time and at the right place.

We need a new policy of de-escalation instead of more provocations. We want peace in Europe and around the world as well as the abolition of all wars. The ongoing arms race is wasting the money that humanity needs to effectively combat hunger, hardship and climate crises.

We want to stop military transports via Bremerhaven and call for other cities and communities to organize creative and determined protests. We call on mayors and municipal parliaments to protest against the military deployments via their cities and their ports.

• No to NATO exercises in Europe and worldwide

• No more german military war deployments abroad

• Stop arms exports

• For solidarity and a just world

We call for a protest on January 7 in Bremerhaven.

http://www.bremerfriedensforum.de/pdf/bremerhavener_appell_new.pdf

http://www.bremerfriedensforum.de/758/aktuelles/Bremerhavener-Appell-Nein-zum-Saebelrasseln-Truppenverlegung-stoppen/

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supporters as of January 4:

Bremerhavener Initiative Mut zum Frieden;
Bremer Friedensforum; Deutsche Friedensgesellschaft (DFG/VK-Bremen);
Aachener Aktionsgemeinschaft „Frieden jetzt!”;
Afrika-FreundInnen Bremen e. V.;
Aktionsbündnis Bremervörde;
Alevitische Gemeinde;
Arbeiterfotografie Bundesverband;
attac Hamburg;
Coop Anti-War Cafe Berlin;
DKP Bremen, Bremen-Nord und GO Fürstenwalde;
Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung e. V.;
Informationsstelle Militarisierung;
DIE LINKE mit den Untergliederungen Landesverband Bremen,
Bremerhaven, KV Links der Weser, KV
Wesermarsch / Ortsverband Nordenham, Südkreis Cuxhaven;
linksjugend [’solid] mit Landesverband Bremen und BHV/Cux;
Kurdisch-Deutscher Gemeinschaftsverein;
Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg;
Pusdorfer Friedensgruppe;
Solidarische Hilfe Bremerhaven, Verein für gleiche Rechte;
SAV Bremen, SAV Bremerhaven;
VVN-BdA Lübeck; Würselener Initiative für den Frieden;
Zusammenarbeitsausschuss der Friedensbewegung Schleswig-Holstein ZAA

4. Januar 2017

Offener Brief von Mohssen Massarrat an Navid Kermani anlässlich seiner Kritik an der Friedensbewegung im Deutschlandfunk v. 24.12.2016- Warum ich vor der russischen Botschaft nicht demonstriert habe

anbei  zum Jahresbeginn mein offener Brief an den deutsch-iranischen Schriftsteller Navid Kermani. Er hatte am 24.12.2016 in einem Deutschlandfunk-Interview die Friedensbewegung anlässlich des Kriegseinsatzes von Russland und Iran kritisiert, zu Unrecht wie ich meine. Navid Kermani ist mittlerweile in Deutschland eine moralische Instanz, dessen Wort daher auch großes Gewicht beigemessen wird. Deshalb ist es m. E. unerlässlich, dass seine Kritik an der Friedensbewegung eine kritische Bewertung erfährt.

http://bit.ly/2i9wGox

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