Syrien: Kurdische Rakka-Offensive ist strategischer Fehler – Abgeordneter (sputniknews)

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Die Offensive der Demokratischen Kräfte Syriens auf die IS-Hochburg Rakka unter der Führung der USA ist ein strategischer Fehler mit weitreichenden Konsequenzen für die kurdische Bevölkerung in Syrien. Das sagte Osmar Osi, Vorsitzender der Initiative Kurdistan und Abgeordneter im syrischen Parlament, der Tageszeitung „Al-Watan“.

Die Demokratischen Kräfte Syriens (DKS) haben am vergangenen Sonntag eine-Offensive auf Rakka unter der Führung der Anti-IS-Koalition verkündet. Auch Deutschland beteiligt sich an der internationalen Koalition. Die Operation unter dem Decknamen „Zorn des Euphrat“ sieht vor, dass die USA die kurdischen Bodentruppen aus der Luft unterstützen – ohne die Zustimmung der legitimen syrischen Regierung in Damaskus.

Die Entscheidung der DKS sei ein Fehler und werde negative Folgen für die Kurden selbst haben, so Osmar Osi: „Ich bin davon überzeugt, dass die Entscheidung unserer Brüder von den DKS, die Rückeroberung in Koordination mit der US-geführten Koalition zu beginnen, ein strategischer Fehler ist, der letztendlich zu negativen Konsequenzen für die syrischen Kurden führen wird“, sagte der kurdische Parlamentarier der syrischen Zeitung.

Washington nehme sein eigenes Versprechen, den IS auf syrischem Boden zu vernichten, nicht allzu ernst, weil der „Islamische Staat“ immer noch auf der politischen Agenda der US-Amerikaner stehe, sagte Osi: „Die Vereinigten Staaten nutzen die Terrororganisation, um eine neue geostrategische Karte der Nahostregion zu entwerfen“, so der Abgeordnete.

Washington werde die syrischen Kurden an die Türken verkaufen. „Der Kampf um Rakka wird sich hinziehen. Deshalb sollten die DKS ihre Position hinsichtlich der Koordination ihres Vorgehens mit den USA prüfen“, rät der Parlamentarier.

Derweil sei Damaskus bereit, mit allen Kräften zusammenzuarbeiten, die sich der Ausbreitung des IS auf syrischem Boden entgegenstellen – unter der Maßgabe, dass „dieser Kampf mit den syrischen Streitkräften und ihren Verbündeten Russland und Iran“ koordiniert werde, erklärte Osi.

„Die kurdischen Einheiten haben ihre Tapferkeit im Kampf gegen den IS und andere Terrorvereinigungen wiederholt unter Beweis gestellt – so etwa im Kampf um Kobane und andere Regionen im syrischen Norden“, sagte Osi. Die Kurden seien eine zuverlässige, kampferprobte Kraft. Sie hätten IS-Offensiven mehrmals zurückgeschlagen. Die USA aber seien „ein pragmatischer und heuchlerischer Staat“ ohne jedwede Agenda für die syrischen Kurden, betonte der Vorsitzende der syrischen Initiative Kurdistan. „Die Amerikaner brauchen Bodentruppen, um einige Gebiete zu befreien – beispielsweise Rakka und andere im Nordosten Syriens. An die Kurden wenden sie sich, weil sie es selbst nicht geschafft haben“, konstatierte Osi.

Die Rakka-Operation ist bereits die zweite Großoffensive gegen den IS der jüngsten Zeit: Anfang letzten Monats hatten die irakischen Regierungstruppen mit Unterstützung der USA und ihrer Verbündeten mit der Befreiung Mossuls vom IS begonnen.

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