Syrien wird leben – Der Terror, den der Westen uns geschickt hat, ist schlimmer als die Hölle selbst. (Auszug Freitag)

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Interview Ayham Jabr galt einmal als große Regiehoffnung. Heute verarbeitet der 28-jährige Künstler seine täglichen Erfahrungen im ruinierten Damaskus zu dystopischen Collagen.

Damaskus ist die älteste Hauptstadt der Welt, und sie wird überleben, so, wie sie es immer getan hat.

Der Terror, den der Westen uns geschickt hat, ist schlimmer als die Hölle selbst. Ich glaube, jeder in der Welt kann das fühlen.
Ja, ich sehe diese alten Gassen, Straßen, Häuser und lerne dabei, sie stärker wertzuschätzen. Der Krieg lehrt, das Leben jeden Tag stärker wertzuschätzen. Als ich ein Kind war, haben mir meine Eltern gesagt, ich solle jeden Tag würdigen, dass ich lebe. Aber was sie meinten, habe ich erst verstanden, als der Krieg begann.

Der Damaszener Vorort Dschobar war früher einmal berühmt für eine der ältesten Synagogen der Welt. Heute dringen nur noch apokalyptische Szenen aus dem nahezu vollständig zerstörten Ort. Seit Frühjahr 2013 kämpfen dort syrische Armee und islamistische Milizen wie der Al-Qaida-Ableger Al-Nusra-Front und Ahrar al-Scham um die Vorherrschaft. Die Bevölkerung wurde in der Folge nahezu vollständig vertrieben. Auch die berühmte Synagoge steht nicht mehr. Sie wurde im Mai 2014 unter ungeklärten Umständen zerstört.

Niemand ist hier in Sicherheit, glaube ich. Ich lebe ja gleich neben dem Vorort Dschobar. Der Tod ist hier die ganze Zeit um uns herum. Nach dem Waffenstillstand hatten sie eigentlich aufgehört, die ganze Scheiße auf uns abzulassen. Jetzt schießen sie sogar in der Nacht. Aber in meinem Viertel sind wir an den Beschuss und die Granaten gewöhnt.

Das ganze Interview hier:

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/syrien-wird-leben

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