Syien: Weiße Helme, blauer Dunst – Die TAGESSCHAU wirbt für Katar-Kombattanten (rationalgalerie)

Autor: U. Gellermann Datum: 29. September 2016

Neulich im Lift des NDR. Zwischen zwei Stockwerken: Ein plötzlicher Halt. Dr. Gniffke, Chef von ARD-aktuell: „Hoffentlich holt uns jemand hier raus.“ Ein Kollege: „Rufen sie doch die White Helmets an, die helfen uns bestimmt.“ Dr. Gniffke: „Würde ich ja gerne, aber die arbeiten nur für Geld.“

Kollegen: „Aber, aber, Sie senden doch ständig Bilder über die Gruppe und loben sie über den grünen Klee. Da muß doch was möglich sein.“ Dr. Gniffke: „Nur Bares ist Wahres.“ Kollege: „Kann man der TAGESSCHAU aber nicht entnehmen.“ Dr. Gniffke: „Was der Zuschauer nicht weiß . . . „

Programmbeschwerde
Glorifizierung der „Weißhelme“ statt vollständiger Information
Ausgaben Tagesschau 20 Uhr am 22.09., 23.09. und 24.09. 2016

Werte Damen und Herren Rundfunkräte, werter Herr Intendant,

Die Berichterstattung über die Vergabe des Alternativen Nobelpreises u.a. an die „Weißhelme“ in Syrien darf als klassisches Beispiel für den Satz genommen werden, dass die Verbreitung der halben Wahrheit einer ganzen Lüge gleichkommt. Konkret: Einer umfassenden Propagandalüge über angeblich neutrale, rein humanitär engagierte White Helmets, die in den Trümmern zerbombter Städte ihr Leben für die Rettung Verschütteter riskieren. Ein plattes Propagandamärchen.

Mit keinem Wort machte die Tagesschau in der genannten Zeit kenntlich,  dass es sich bei den „Weißhelmen“ nicht um eine Gründung von Syrern zwecks Hilfe für Syrer handelt. Die Tagesschau informierte nicht über alle Aspekte der Arbeit dieser Organisation, sondern kaprizierte sich lediglich auf ein paar Videos über die Rettung verschütteter Kinder. Die Tagesschau verschwieg, wer die Weißhelme finanziert. Und sie berichtete schon gar nicht über Kritik, die Moskau und Damaskus an der Organisation üben.

Gegründet wurden die „White Helmets“ 2013 von dem vormaligen britischen Offizier James Le Mesurier, wenn auch nicht mit Geld aus dessen privater Schatulle. Er ist Militärberater der Vereinigten Arabischen Emirate, speziell Katars, neben Saudi-Arabien der wichtigste Finanzier und Waffenlieferant der Terroristen in Syrien. Die vorgebliche Unabhängigkeit und Neutralität der White Helmets ist schon wegen dieses „Geburtshelfers“ blanke Fiktion. Die Organisation hat 2900 Aktive. Die sind ausschließlich in Gebieten tätig, in denen die al Kaida wütet bzw wo sie gehaust hat: Aleppo, Homs, Idlib, Latakia, Hama, Damaskus und Daraa. Die enge Verflechtung und Zusammenarbeit von al Kaida und White Helmets ist belegt, die sind unübersehbar in die Terrorszene „embedded“ –  unübersehbar für alle, die sehen wollen (also nicht für den ARD-Korrespondenten Volker Schwenck, der sitzt ja auch weit weg in Kairo und bezahlt mit Rundfunkgebühren lieber schmierige Terroristen-Amigos, die dann an seiner Stelle „sehen“). Finanziert wurden die „Weißhelme“ anfänglich von Katar. Sie erhielten aber sogleich 19,7 Mio. Pfund (=23 Mio Euro) von der Regierung in London, 4 Mio Euro von den Niederlanden, 5 Mio Euro vom Auswärtigen Amt in Berlin (inzwischen hat die BRD weitere 7 Mio. Euro gezahlt). Quelle: http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Infoservice/Presse/Meldungen/2016/160923_Weisshelme.html

Das Außenministerium in Washington schob nach eigenen Angaben 32 Mio US-Dollar in den kleinen Verein. Zahlungen in unbekannter Höhe leisteten außerdem weitere NATO-Staaten sowie auch die EU. Die paar White Helmets haben in den knapp drei Jahren ihrer Existenz also mehr als 60 Mio. US-Dollar von der westlichen Kriegskoalition (i.e.  „Westliche Werte-Gemeinschaft“, WWG) erhalten, dazu Sachleistungen in unbekannter Höhe. Ein erheblicher Teil dieser riesigen Summe floss nicht in Rettungsaktionen und die Beschaffung von Bergungsgerät, sondern in False-Flag-Operationen, mit denen sich die Weißhelme hervortun, besonders in Video-„Dokumentationen.“ Die Fälschungen sind belegt.

Quelle: http://blauerbote.com/2016/04/30/syrien-white-helmets-faelschten-fassbombenangriff/
ARD-aktuell verzichtete aus ersichtlichen propagandistischen Gründen darauf,  die Verantwortlichen in Berlin, Washington usw. zu fragen: Warum werden Millionen Euro an eine so dubiose Organisation bezahlt, während dem Syrisch Arabischen Roten Halbmond mit der westlichen Sanktionspolitik der Geldhahn zugedreht wird – obwohl diese Organisation unter gleich schweren Bedingungen für die Rettung von Menschenleben arbeitet, allerdings ohne sich der Kooperation mit Kopfabschneidern schuldig zu machen wie die Weißhelme? Ist nicht allzu deutlich und für jedermann sichtbar, dass hier Doppelmoral in widerwärtigster Form politischen Ausdruck findet?

Warum Chefredakteur Dr. Gniffke sich Washingtons Interessen verpflichtet fühlt und nicht dem Wahrhaftigkeitsverlangen des Staatsvertrags, fragen wir nicht. Fragen Sie ihn das, es wäre Ihre Aufgabe. Unter Stichworten wie „White Helmets“ finden Sie im Internet zahlreiche  Ansätze dafür, zum Beispiel http://www.globalresearch.ca/white-helmets-new-breed-of-mercenaries-and-propagandists-disguised-as-humanitarians-in-syria/5473381. Auch die Suche nach Quellen von unterlassenen Informationen wäre Ihr Job – wenn Sie den denn richtig verstünden. Wir sehen nicht ein, weshalb wir weiterhin auch Ihnen noch Arbeit abnehmen sollten, die schon ARD-aktuell nicht richtig macht.

Volker Bräutigam, Friedhelm Klinkhammer

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