Fulvio Grimaldi: Eritrea, Libyen, Syrien, Ukraine – Regierungen, die der neoliberalen Globalisierung etwas entgegensetzen, werden mit Hilfe der USA unter Druck gesetzt (junge Welt)

Assad hat die Wahlen dreimal gewonnen. 2012 war ich während der Wahl in Syrien. Das war ein Jahr nach dem Aufstand, aus dem sich der Krieg entwickelt hat. Da waren internationale Beobachter der Vereinten Nationen vor Ort. Die hatten an den Wahlen, bei denen Assad 85 Prozent Zustimmung errang, nichts auszusetzen. Es herrschte in einigen Regionen Gewalt. Infolge der Wahlbeobachtung war es aber eine legitimierte Regierung, von den Vereinten Nationen anerkannt.

Von Anfang an waren die Demonstrationen gewalttätig. Teilnehmer haben bereits in den ersten Wochen auf die Polizei geschossen. In ganz Europa wurden sie aber als demokratische Revolutionäre bezeichnet. Rekruten aus der gesamten islamischen Welt kamen, finanziert von den Saudis und Katar und trainiert von US-amerikanischen Spezialisten. Da rundet sich doch ein Bild ab: Das war niemals eine demokratische Revolution. Das war ein Angriff auf einen arabischen Staat, der sich nicht beugte.

Natürlich ging es den Ländern, von denen wir reden, und den Menschen dort schlecht. Aber heute geht es ihnen tausendmal schlechter.

Im Endeffekt ist es für Syrien und die Menschen dort egal, wie die deutsche Linke sich zu der Auseinandersetzung verhält. Aber es wundert mich immer wieder, dass es innerhalb der Linken Gruppen gibt, die prominenteste in der BRD ist sicherlich »Adopt a Revolution«, die stark Partei für die Assad-Gegner ergreifen. Sie halten die Vorgänge wohl für eine wirkliche Revolution, eine Bürgerbewegung, und verkennen dabei neben den Interessen der USA auch die islamistischen Kräfte.

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http://www.jungewelt.de/2016/08-13/063.php?sstr=Grimaldi

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