Mordaufruf des Ex-CIA-Chefs: Moskau und Teheran drängen Washington zu Antwort (sputniknews)

http://de.sputniknews.com/politik/20160810/312051692/ex-cia-chef-moskau-teheran-ua-aussenamt-antwort.html

Der ehemalige CIA-Chef Michael Morell hat durch seinen Aufruf, in Syrien heimlich Russen und Iraner zu töten, die Doppelbödigkeit der US-amerikanischen Politik im Anti-Terror-Kampf bewiesen, wie russische und iranische Parlamentarier nun äußerten.

Zuvor hatte Morell in einem CBS-Interview erklärt, dass die US-Streitkräfte in Syrien „heimlich“ Iraner und Russen töten sollten, um die Syrien-Krise zu lösen. Dadurch könne man Druck auf Damaskus, Moskau und Teheran ausüben, um schneller eine „diplomatische Regelung“ herbeizuführen. Außerdem solle Washington aktiver die Rebellen in Syrien unterstützen.

„Morell hat nicht nur die Zweideutigkeit der US-Politik im Anti-Terror-Kampf gezeigt, bei dem hinter tückischen Aussagen Nachsicht gegenüber Terroristen versteckt wird, sondern auch eine abscheuliche Offenbarung über mögliche als Terrorattacken getarnte Morde durch US-Kräfte gemacht, die eigene zerstörerische Pläne umsetzten sollten“, sagte die Vorsitzende des Duma-Sicherheitsausschusses, Irina Jarowaja.

Das US-Außenministerium soll darauf dringend klar antworten, sonst gebe es alle Gründe zu befürchten, dass der Ex-CIA-Chef genau das „verplappert hat, was die CIA aktuell als Staatsgeheimnis auf der Tagesordnung hat“, so die Politikerin weiter.

Die Behörde hatte auf Anfrage von Ria Novosti die Aussage Morells allerdings nicht kommentiert und auf eigene „Instruktionen und die Politik hinsichtlich Syrien“ verwiesen.

Der iranische Politologe und Experte für internationale Politik und Abgeordnete im iranischen Parlament, Sabbah Zahganeh, hat Morell politische Ignoranz vorgeworfen:

„Diese Person hat weder von Diplomatie noch von internationaler Politik Ahnung. Es mangelt ihm auch an elementaren geographischen Kenntnissen: Er versteht nicht, dass er in einem Land wohnt, das sich Tausende Kilometer vom Iran, Irak oder Syrien entfernt befindet. Welches Recht hat sein Staat überhaupt darauf, sich in Angelegenheiten Syriens oder des Iraks einzumischen?“

Der Tod der amerikanischen Soldaten in jedem beliebigen Land habe nur eine Ursache: die Aggression der USA und ihr Eindringen in das Territorium anderer souveräner Länder. Schuld sei die sogenannte „amerikanische Diplomatie“, die sie in Asien, Afrika, im Irak, Syrien oder Libyen aufzuzwingen versuchen, erläuterte Zahganeh weiter.

Der stellvertretende Vorsitzende des Sicherheitskomitees der russischen Staatsduma, Dmitrij Gorowtsow, hat dazu aufgerufen, Michael Morell wegen extremistischer Äußerungen vor Gericht zu stellen:

„Das ist ein Mordaufruf, und genau dasselbe wie terroristische Äußerungen und extremistische Erklärungen, die zur Ermordung von Menschen aufrufen. Es geht nicht darum, ob sie Russen sind oder nicht. Das ist ein Aufruf, Menschen zu vernichten. Das ähnelt der faschistischen Ideologie. Dafür muss man vor Gericht gestellt werden.“

Zuvor hatte Morell dem US-Präsidentschaftskandidaten der Republikaner, Donald Trump, vorgeworfen, ein Agent Russlands zu sein. „Beim Geheimdienst würden wir sagen, dass (der russische Präsident Wladimir – Anm. der Red.) Putin Herrn Trump als unfreiwilligen Agenten für die Russische Föderation eingestellt hat“, schrieb Morell in einem Gastbeitrag für „The New York Times“. Der Millionär hatte diese Anschuldigung zurückgewiesen und den Ex-CIA-Chef als „Popanz von Obama-Clinton“ bezeichnet.

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