Schlaf der Moral Hiroshima: Das Verbrechen, das sich noch heute auszahlt – bis die Abrechnung kommt – Von Diana Johnstone (junge Welt)

 

Siehe ganzen Artikel im Anhang

 

Auszüge:

 

Bei seinem Besuch in Hiroshima im vergangenen Mai hat sich Obama nicht, wie manche vergeblich hofften, für den Abwurf der Atombombe am 6. August 1945 entschuldigt. Statt dessen hielt er eine hochtrabende Rede gegen den Krieg. Dies tat er, während er zur selben Zeit Drohnenkriege gegen wehrlose Feinde in fernen Ländern führte und die Aufstockung des Haushalts für das US-Atomwaffenarsenal um eine Billion Dollar bewilligte.

Dabei wäre eine Entschuldigung ebenso nutzlos gewesen wie seine Rede. Leere Worte ändern gar nichts. Aber eine Sache hätte es gegeben, die Obama hätte sagen können, die tatsächlich Wirkung gezeigt hätte: Er hätte die Wahrheit sagen können.(…)
(…) Die systematischen offiziellen Lügen über die »Notwendigkeit, amerikanische Leben zu retten«, haben für ein vollkommen reines amerikanisches Kollektivgewissen gesorgt. Gleichzeitig hat die Macht über die Bombe bei den Führern des Landes ein nachhaltiges Gefühl von selbstgerechtem »Exzeptionalismus« erzeugt. Wir Amerikaner allein dürfen Dinge tun, die andern nicht erlaubt sind, weil wir »frei« und »demokratisch« sind und sie – falls wir es so entscheiden – das nicht sind. Da andere Länder keine »Demokratien« sind, dürfen wir sie zerstören, um sie zu befreien. Oder einfach nur zerstören. Das ist die Quintessenz des »Exzeptionalismus«, der in Washington das »Gewissen des amerikanischen Volkes« ersetzt, das von Hiroshima nicht erregt, sondern erstickt wurde.

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https://www.jungewelt.de/2016/08-06/012.php

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