Außenminister Russlands, Sergej Lawrow, am Rande der Sitzung des Rats der Staatsoberhäupter der SOZ am 24. Juni 2016 in Taschkent

Frage: Indiens Regierungschef Narendra Modi bedankte sich bei Russland für die Unterstützung der Anstrengungen zum Beitritt des Landes zur Gruppe der Kernmaterial-Lieferländer. Könnten Sie erklären, worin diese Unterstützung besteht? Soviel ich verstehe, besteht die Intrige darin, dass Indien sowie Pakistan besondere Bedingungen zum Beitritt zu dieser Organisation wollen.

Sergej Lawrow: Es gibt keine Intrige bei dieser Frage. Die Gruppe der Kernmaterial-Lieferländer wurde aus den Mitgliedsstaaten des Atomwaffensperrvertrags gebildet, um die Fragen der sicheren Übergabe der Atomtechnologien zur Produktion von Strom zu lösen. Indien gehört nicht zu  den Mitgliedern des Atomwaffensperrvertrags, doch angesichts der Tatsache, dass Indien einen tadellosen Ruf als Land hat, das nie eine Quelle der Verbreitung von Atomtechnologien war, sind wir bereit, es zu unterstützen.

In der Gruppe der Kernmaterial-Lieferländer gibt es mehrere Länder, die meinen, dass diese Frage zusätzlich durchgearbeitet werden soll.

Frage: Um welche Länder geht es? Gehört China dazu?

Sergej Lawrow: Da ist nicht nur China. Dazu gehören auch einige Staaten, die zwar nicht für die Sperrung Indiens Beitritts zu dieser Gruppe sind, sie sind bereit, den Beitritt zu erörtern, doch sie wollen die Ausarbeitung bestimmter Verfahren für die Länder, die am Atomwaffensperrvertrag nicht teilnehmen.

Frage: Verhält sich Russland ebenso zu Pakistan?

Sergej Lawrow: Natürlich, diese Frage ist systematisch, sie betrifft nicht nur einzelne Länder.

Frage: Bislang können keine ungefähren Fristen skizziert werden. Wann kann der Beitritt unter Bedingungen solcher Diskussionen stattfinden?

Sergej Lawrow: Sobald ein Konsens erreicht wird.

Frage: Wir sagen, dass ein schwaches Europa für uns unvorteilhaft ist, doch zugleich sagen einige in unserem Land, dass es jedoch für die USA vorteilhaft ist. Stimmen Sie dieser Behauptung zu?

Sergej Lawrow: Ich weiß nicht, was ein schwaches bzw. starkes Europa ist, ob der vom britischen Volk getroffene Beschluss Europa abschwächt oder stärkt. Man soll noch sehen.

Frage: Erwarten Sie keine Welle der Referenden? Jetzt sprechen viele Politiker darüber.

Sergej Lawrow: Wir erwarten überhaupt nichts. Wir gehören nicht zu dieser Organisation. Wenn politische Kräfte in verschiedenen EU-Ländern sagen, sie wollen ebenfalls solches Referendum abhalten, ist es eine rein innere Angelegenheit der entsprechenden Länder und der EU.

http://www.mid.ru/de/foreign_policy/news/-/asset_publisher/cKNonkJE02Bw/content/id/2331664

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