zum 22. Juni: Offizielle deutsche „Gedenkkultur“ – Heute vor 75 Jahren überfiel das faschistische Deutschland die Sowjetunion.

Heute vor 75 Jahren überfiel das faschistische Deutschland die Sowjetunion.

Offizielle deutsche „Gedenkkultur“: Der Bundespräsident verbringt den Tag bei den ehemals Nazi-Verbündeten Rumänien und Bulgarien – die Bundeskanzlerin hält Deutsch-Polnische Regierungskonsultationen, die CDU/CSU Bundestagsfraktion feiert ihr Sommerfest ….

und hierzu passt auch diese Nachricht von heute

http://epaper.neues-deutschland.de/eweb/nd/2016/06/22/a/6/1092542/

Nazi-Kriegsverbrecher darf Grabkreuz behalten

München. Der bayerische Landtag hat einen Antrag des Aktionskünstlers Wolfram Kastner auf Entfernung eines Grabkreuzes für den Nazi-Kriegsverbrecher Alfred Jodl auf dem Fraueninsel-Friedhof im Chiemsee abgelehnt. Kastner hatte gefordert, die Erinnerung an den einstigen Chef des Wehrmachtführungsamtes zu beseitigen. »Das Ehrenkreuz für Jodl ist vielen Menschen und insbesondere Besuchern der Fraueninsel ein unerträgliches Ärgernis und eine Provokation, die schon viel zu lange existiert und umgehend beseitigt werden muss«, so Kastner im Dezember 2015 an Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Der Aktionskünstler nannte die Mitglieder des Bildungsausschusses im Landtag, die den Antrag nun ablehnten, am Dienstag einen »Jodl-Verein« und beschimpfte sie als »Jodler« oder »Jodl-Insulaner«. Er kündigte eine neue Initiative gegen das Ehrenkreuz an: »Das schreit förmlich nach einer Aktion.« Jodel ist in dem Grab auf der oberbayerischen Seeinsel nicht bestattet. dpa/nd

Zu Jodl: https://de.wikipedia.org/wiki/Alfred_Jodl

(…) In der Folgezeit war Jodl bald mit der Ausarbeitung von Plänen für einen Feldzug gegen die Sowjetunion beschäftigt. Die Weisung Nr. 21 vom 18. Dezember 1940, die unter dem Tarnnamen Fall Barbarossa den Angriff auf die UdSSR skizzierte, stammte maßgeblich von Jodl und seinen Mitarbeitern im Wehrmachtführungsstab. Jodl war auch an der Abfassung des völkerrechtswidrigen Kommissarbefehls beteiligt, der insbesondere anordnet: „Diese Kommissare [i.e. „politische Kommissare als Organe der feindlichen Truppe“] werden nicht als Soldaten anerkannt; der für Kriegsgefangene völkerrechtlich geltende Schutz findet auf sie keine Anwendung. Sie sind nach durchgeführter Absonderung zu erledigen.“ Im März 1941 sprach sich Jodl dafür aus, dass bei dem geplanten Feldzug die der SS unterstehenden Einsatzgruppen sowjetische Kommissare und „Bolschewistenhäuptlinge“ im Operationsgebiet ohne Verzögerung „unschädlich“ zu machen hätten. Tatsächlich verübten die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD nach dem Überfall auf die Sowjetunion Verbrechen unvorstellbaren Ausmaßes. (…)

———————-
Deshalb alle, die in Berlin sind, auf zur Gedenkveranstaltung heute um 18 Uhr  am Sowjetischen Ehrenmal Tiergarten (Straße des 17. Juni)
http://www.kontakte-kontakty.de/deutsch/verein/veranstaltungen.php

%d Bloggern gefällt das: