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14. Oktober 2015

Ein Gespenst geht um – Pegida-Anhänger errichten Galgen für Merkel und Gabriel

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Die rechten Rattenfänger sind wieder unterwegs, umgeben von Sympatisanten, die nicht mehr zwischen rechts und links zu unterscheiden vermögen und wählen für völlig uncool halten, weil in ihren Augen alle Politiker Verbrecher sind. So entsteht logischerweise zunehmend auch Akzeptanz für „lächerliche Bastelarbeiten“ (Zitat Bachmann) wie eine Galgenattrappe für die „Volksverräter“ Merkel und Gabriel bei der lezten Pegida-Demonstration.

Die dumpfe deutsche Art greift wieder um sich, aber keineswegs nur bei der Polizei und Staatsanwaltschaft, die nicht unmittelbar einschreiten, wie jetzt bei der „Galgenaffäre“ von Dresden. Nein, quer durch die Gesellschaft kann man einen zunehmenden Drall nach rechts verspüren, einen deutschnationalen Hang zur Egozentrik. Von brennenden Asylunterkünften als extreme Auswüchse, rechten Aufmärschen von Pegida-Wutbürgern, hasserfüllten Videoaufrufen und Lügen im Kontext der „Asylantenflut“ bis hin zu zunehmenden fremdenfeindlichen Andeutungen im Alltag.

Wir leben hier in Berlin aber zusammen mit Menschen aus mehr als hundert Ländern. Ohne die Menschen aus der „Fremde“ würde hier vieles nicht mehr funktionieren, Müllabführ, öffentliche Verkehrsmittel, Krankenhäuser, Altenheime wären da nur als einige Beispiele aufzuführen.

Viele Deutsche gehen überhaupt nicht mehr wählen und sind damit mitverantwortlich für unsere Regierungen, andere wählen sie sogar. Regierungen, die Afrika systematisch in Armut und Elend halten, eben jetzt durch neue EPA-„Freihandelsabkommen“ mit Afrika zementiert. Viele Deutsche gehen überhaupt nicht mehr wählen und sind damit mitverantwortlich für unsere Regierungen, andere wählen sie sogar. Regierungen, die Afrika systematisch in Armut und Elend halten, eben jetzt durch neue EPA-„Freihandelsabkommen“ mit Afrika zementiert. Diese Abkommen schreiben fest, dass Afrika z.B. mit von afrikanischen „Asylanten“ geernteten billigen Tomaten überschwemmt werden darf, was wiederum bedingt, dass noch mehr, um ihre Lebensgrundlage gebrachte Afrikaner auf von „Schlepperbanden“ organisierten Booten nach Europa kommen, um in den europäischen „Plantations“ zu arbeiten. Oder zusammen mit „Asylbetrügern“ aus anderen Regionen für ein paar Euros arbeiten in den Küchen von Yuppie-Restaurants, in Bordellen, als Putzhilfen in Hotels, als Schwarzarbeiter auf Baustellen oder Dealer für deutsche Drogen-Konsumenten.

Und unsere Regierung hat sich in die völkerrechtswidrigen Kriege im Nahen und Mittlerem Osten einspannen lassen, auch eine der wesentlichen Ursachen für die jetzt allseits so beklagte „Flüchtlingsschwemme“. Zum Beispiel logistisch durch die Duldung von US-Militärbasen auf deutschen Boden, von absolut zentraler Bedeutung für den US-Drohnenkrieg. Zudem wird der Krieg gegen Syrien begleitet von einer systematischen und ununterbrochenen Medienkampagne in Print, TV und Radio. Und zwar vorwiegend gegen die Regierung in Damaskus, die angeblich die syrischen Bevölkerung in die Flucht treibt. Jetzt soll Russland sogar noch mitverantwortlich gemacht werden.

Berlin leistete zeitweilig sogar direkte diplomatische Unterstützung für die Anti-Assad Opposition („Freunde Syriens“), durch die Einrichtung eines Verbindungsbüros für die syrische Opposition in Berlin. Folge dieser Politik sind Hunderttausende Tote und Millionen von Menschen aus Syrien, die auf der Flucht sind. Ein Grossteil lebt in Syriens Nachbarländern dem Libanon, der Türkei und Jordanien, in Flüchtlingscamps, die vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR verwaltet werden.

Seit dem vergangenen Jahr hatte die UNHCR aber bereits eindringlich mehrfach davor gewarnt, dass die dramatisch sinkenden Zahlungen an das UN-Flüchtlingshilfswerk der Auslöser einer Flüchtlingsbewegung nach Europa sein könnten. Berlin hat aber die Flüchtlingscamps für Syrer (Türkei/Libanon/Jordanien) dennoch bis zum Sommer 2015 für das Kalenderjahr finanziell kaum unterstützt – nur mit 10 Mill. Euro. Bis Oktober waren es dann 20 Mill. Euro seit Jahresbeginn. Die UNHCR Nahrungsrationen mussten seit Jahresbeginn um 50% gekürzt werden. Jetzt werden nur noch 14 US-Dollar pro Kopf und Monat gezahlt, das sind weniger als 50 Cent täglich, von denen die Flüchtlinge essen und überleben müssen. Warum?

Heute morgen noch, am 14. Oktober, hiess es in den Nachrichten auf Deutschlandradio, dass keine neuen Einzahlungen für die Syrienhilfe eingegangen sein, obwohl das in der vergangenen Woche angekündigt worden war.

Und vergessen wir in diesem Zusammenhang auch nicht so schnell wieder die deutschen Ressentiments und rechte Dumpfheit gegen Griechenland, die Hetze in den Medien gegen die „faulen“ Griechen, gegen die „griechischen Sozialbetrüger“ auf deutsche Kosten, vergessen wir auch nicht die deutschen Verbrechen im Vernichtungskrieg gegen Griechenland im 2. Weltkrieg und die Bedeutung der griechischen „Gastarbeiter“ beim deutschen Wirtschaftswunder. Und vergessen wir auch nicht die derzeitige, andauernde Zerstörung der griechischen Infrastruktur, des Gesundheitswesens, und die Verarmung der Bevölkerung unter der Ägide der deutschen Wirtschaftspolitik. Und die Verteilung griechischer Infrastruktur mittels einer europäischen „Treuhand“.

Es ist an der Zeit sich endlich anders zu besinnen. Internationale Solidarität!

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14. Oktober 2015

Deutschlands „Leitmedien“ im Bann der Anti-Assad-Propaganda l sputniknews

 

Rüdiger Göbel 14.10.2015

Die NATO-Staaten werfen Russland vor, in Syrien nicht vorrangig die Terrormiliz »Islamischer Staat« anzugreifen, sondern auch »gemäßigte Rebellen« – eine verharmlosende Bezeichnung für die Dschihadistentruppen Al-Nusra, Ahrar Al-Sham und Co. Dabei eröffnet Moskau damit für Millionen Syrer eine Bleibeperspektive im Land.

Zum Artikel: http://de.sputniknews.com/meinungen/20151014/304919266.html

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