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11. Oktober 2015

Offener Brief des US-Friedensrates an die Friedensbewegung

peace

Wir sind uns alle be­wusst, dass un­se­re Welt an einem kri­ti­schen Punkt an­ge­kom­men ist: Es be­steht die Ge­fahr einer mi­li­tä­ri­schen, mög­li­cher­wei­se nu­klea­ren Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen der NATO, aus­ge­tra­gen von den USA und Russ­land. Die Streit­kräf­te der bei­den nu­klea­ren Su­per­mäch­te ste­hen sich in Ost­eu­ro­pa wie­der ein­an­der ge­gen­über, dies­mal vor allem in der Ukrai­ne und in Sy­ri­en. Und die Span­nun­gen neh­men täg­lich zu.

In ge­wis­ser Weise kann man sagen, dass ein Welt­krieg be­reits jetzt statt­fin­det. Der­zeit bom­bar­die­ren die Re­gie­run­gen von 15 Län­dern in Sy­ri­en. Dazu ge­hö­ren sie­ben ver­bün­de­te NA­TO-Staa­ten: USA, Groß­bri­tan­ni­en, Frank­reich, Tür­kei, Ka­na­da, Bel­gi­en und die Nie­der­lan­de. Au­ßer­dem auch Nicht-NA­TO-Ver­bün­de­te der USA: Is­ra­el, Katar, Ver­ei­nig­te Ara­bi­sche Emi­ra­te, Sau­di-Ara­bi­en, Jor­da­ni­en, Bah­rain und Aus­tra­li­en; und schließ­lich jetzt auch Russ­land.

An den west­li­chen Gren­zen Russ­lands wird ein wei­te­rer ge­fähr­li­cher Krieg ge­führt. Die NATO baut ihre mi­li­tä­ri­schen Kräf­te in den An­rai­ner­staa­ten Russ­lands aus. Alle Re­gie­run­gen der Nach­bar­län­der Russ­lands er­lau­ben es den NATO- und US-Streit­kräf­ten auf ihrem Ho­heits­ge­biet zu ope­rie­ren, dort wo die NATO jetzt nur Ki­lo­me­ter von rus­si­schen Groß­städ­ten ent­fernt be­droh­li­che Mi­li­tär­ma­nö­ver ab­hält. Dies ver­ur­sacht zu­neh­mend Span­nun­gen für die rus­si­sche Re­gie­rung – ge­nau­so ginge es gewiß der US-Re­gie­rung, wenn rus­si­sche Streit­kräf­te an der US-me­xi­ka­ni­schen und der Gren­ze zwi­schen den USA und Ka­na­da sta­tio­niert wären und diese ein paar Mei­len von US-ame­ri­ka­ni­schen Groß­städ­ten ent­fernt mi­li­tä­ri­sche Übun­gen ab­hal­ten wür­den.

In einer oder in bei­den die­ser Kon­flikt­la­gen kann es leicht zu einer di­rek­ten Kon­fron­ta­ti­on zwi­schen den USA und ihren NA­TO-Ver­bün­de­ten auf der einen und Russ­land auf der an­de­ren Seite kom­men; eine Kon­fron­ta­ti­on, die das Po­ten­zi­al der Es­ka­la­ti­on zu einem Atom­krieg mit ver­hee­ren­den Fol­gen hat.

An­ge­sichts die­ser ge­fähr­li­chen Si­tua­ti­on wen­den wir uns nun an un­se­re Freun­de und Ge­nos­sen in der Frie­dens- und An­ti-Atom-Be­we­gung. Es scheint uns, dass viele un­se­rer Ver­bün­de­ten in der Be­we­gung die­sen Ge­fah­ren, die die ge­sam­te Exis­tenz der Mensch­heit auf glo­ba­ler Ebene be­dro­hen, wenig Auf­merk­sam­keit wid­men und dass sich ihre Re­ak­tio­nen dar­auf be­schrän­ken, gegen diese oder jene Hand­lung der einen oder der an­de­ren Seite zu pro­tes­tie­ren. Im bes­ten Fall ver­dam­men sie so­wohl die USA als auch Russ­land und kri­ti­sie­ren beide Sei­ten glei­cher­ma­ßen für die Er­hö­hung der Span­nun­gen. Dies ent­spricht aus un­se­rer Sicht einer pas­si­ven, ahis­to­ri­schen und vor allem in­ef­fek­ti­ven Re­ak­ti­on, mit der man die Dring­lich­keit der be­ste­hen­den Be­dro­hung igno­riert. Dar­über hin­aus wer­den durch die gleich­mä­ßig ver­teil­ten Schuld­zu­wei­sun­gen die wirk­li­chen Ur­sa­chen der Pro­ble­ma­tik ver­schlei­ert.

Aber die Wur­zeln der ge­gen­wär­ti­gen Krise lie­gen viel tie­fer als die jüngs­ten Kon­flik­te in Sy­ri­en und der Ukrai­ne. Alles geht zu­rück auf die Zer­stö­rung der So­wjet­uni­on im Jahr 1991 und den Wunsch der USA, als ein­zi­ge ver­blie­be­ne Su­per­macht die ganze Welt ein­sei­tig zu do­mi­nie­ren. Diese Tat­sa­che wird sehr un­ver­blümt in einem Do­ku­ment der Neo­kon­ser­va­ti­ven zum Aus­druck ge­bracht, das im Sep­tem­ber 2000 unter dem Titel „Ame­ri­kas Ver­tei­di­gung, Wie­der­auf­bau: Stra­te­gie, Kräf­te und Mit­tel für ein neues Jahr­hun­dert“ pu­bli­ziert wurde und auf dem die ak­tu­el­le US-Po­li­tik ba­siert (ver­zeiht uns die etwas lang­ge­ra­te­ne Ge­dächt­nis­hil­fe):

  • Der­zeit haben die Ver­ei­nig­ten Staa­ten kei­nen glo­ba­len Ri­va­len. Ame­ri­kas Stra­te­gie soll­te dar­auf ab­zie­len, diese vor­teil­haf­te Po­si­ti­on zu er­hal­ten und zu er­wei­tern, so weit wie mög­lich in die Zu­kunft hin­ein. Es gibt je­doch po­ten­ti­ell mäch­ti­ge Staa­ten, die mit der ak­tu­el­len Si­tua­ti­on un­zu­frie­den sind und da­nach stre­ben, diese zu ver­än­dern….
  • Heute ist es die Auf­ga­be [des Mi­li­tärs] … den Auf­stieg einer neuen, ri­va­li­sie­ren­den Groß­macht zu ver­hin­dern; Schlüs­sel­re­gio­nen in Eu­ro­pa, Ost­asien und im Nahen Osten zu ver­tei­di­gen; und die ame­ri­ka­ni­sche Vor­macht­stel­lung zu be­wah­ren …. Heute, kann diese Si­cher­heit nur im ein­zel­nen durch­ge­setzt wer­den, durch Ab­schre­ckung oder, wenn nötig, indem man re­gio­na­le Fein­de dazu zwingt, sich so zu ver­hal­ten, dass ame­ri­ka­ni­sche In­ter­es­sen und Prin­zi­pi­en ge­schützt wer­den….
  • Es ist nun ge­mein­hin klar­ge­wor­den, dass In­for­ma­ti­ons- und an­de­re neue Tech­no­lo­gi­en … eine Dy­na­mik ent­ste­hen las­sen, die Ame­ri­kas Fä­hig­keit, seine do­mi­nie­ren­de mi­li­tä­ri­sche Macht aus­zu­üben, be­dro­hen könn­ten. Po­ten­zi­el­le Kon­kur­ren­ten wie China sind be­strebt, diese trans­for­ma­ti­ven Tech­no­lo­gi­en auf brei­ter Basis zu nut­zen, wäh­rend Geg­ner wie Iran, Irak und Nord­ko­rea in Eile bal­lis­ti­sche Ra­ke­ten und Atom­waf­fen als Ab­schre­ckung gegen eine ame­ri­ka­ni­sche In­ter­ven­ti­on in Re­gio­nen ent­wi­ckeln, die sie selbst zu do­mi­nie­ren be­ab­sich­ti­gen…. Wenn ein ame­ri­ka­ni­scher Frie­den auf­recht­er­hal­ten und er­wei­tert wer­den soll, muss eine un­be­strit­te­ne Vor­rang­stel­lung des US-Mi­li­tärs das si­che­re Fun­da­ment dafür bil­den….
  • [D]ie Rea­li­tät in der heu­ti­gen Welt ist, dass es kei­nen Zau­ber­stab gibt, mit dem man [Kern] Waf­fen be­sei­ti­gen kann … und davon ab­zu­schre­cken, dass sie zum Ein­satz kom­men, er­for­dert eine zu­ver­läs­si­ge und do­mi­nie­ren­de nu­klea­re Schlag­kraft der USA…. Atom­waf­fen blei­ben eine ent­schei­den­de Kom­po­nen­te der ame­ri­ka­ni­schen Mi­li­tär­macht….
  • Atomwaffen bleiben eine wichtige Komponente der amerikanischen Militärmacht …
  • Au­ßer­dem kann es not­wen­dig wer­den, eine neue Fa­mi­lie von Kern­waf­fen zu ent­wi­ckeln, um neue mi­li­tä­ri­sche An­for­de­run­gen zu meis­tern, wie bei­spiels­wei­se den An­griff auf sehr tief im Un­ter­grund be­find­li­cher ge­här­te­ter Bun­ker­an­la­gen, die von vie­len un­se­rer po­ten­ti­el­len Geg­ner ge­baut wer­den…. Die nu­klea­re Über­le­gen­heit der USA ist nichts, des­sen man sich schä­men müss­te; sie ist viel­mehr ein we­sent­li­ches Ele­ment zum Er­halt der ame­ri­ka­ni­schen Füh­rungs­rol­le ….
  • Die Auf­recht­er­hal­tung oder Wie­der­her­stel­lung einer Ame­ri­ka ge­mä­ßen Ord­nung in we­sent­li­chen Re­gio­nen der Welt, wie Eu­ro­pa, dem Nahen Osten und Ost­asi­en, stellt eine ganz be­son­de­re Ver­ant­wor­tung für die US-Streit­kräf­te dar….
  • Zum einen ver­langt dies eine po­li­ti­sche Füh­rungs­rol­le Ame­ri­kas, we­ni­ger eine Füh­rung sei­tens der Ver­ein­ten Na­tio­nen…. Noch kön­nen die Ver­ei­nig­ten Staa­ten eine der UN ähn­li­che, neu­tra­le Po­si­ti­on ein­neh­men; die ame­ri­ka­ni­sche Vor­macht ist so groß und die glo­ba­len In­ter­es­sen Ame­ri­kas sind so weit ge­spannt, dass es sich nicht so ver­hal­ten kann, als sei es gleich­gül­tig ge­gen­über den po­li­ti­schen Er­geb­nis­sen auf dem Bal­kan, am Per­si­schen Golf oder dann, wenn man Kräf­te in Afri­ka ein­setzt…. ame­ri­ka­ni­sche Streit­kräf­te müs­sen im Aus­land im Ein­satz blei­ben, in gro­ßer zah­len­mä­ßi­ger Stär­ke…. Ver­nach­läs­si­gung oder Rück­zug von schutz­po­li­zei­li­chen Mis­sio­nen würde un­be­deu­ten­de Ty­ran­nen er­mun­tern, sich ame­ri­ka­ni­schen In­ter­es­sen und Idea­len zu wi­der­set­zen. Wenn wir bei der Vor­be­rei­tung auf die Her­aus­for­de­run­gen von mor­gen ver­sa­gen, be­rei­ten wir der ge­gen­wär­ti­gen Pax Ame­ri­ca­na mit Si­cher­heit ein frü­hes Ende….
  • [E]s ist wich­tig, dass die NATO nichtdurch die Eu­ro­päi­sche Union er­setzt wird, denn das hieße, dass die Ver­ei­nig­ten Staa­ten keine Stim­me mehr in eu­ro­päi­schen Si­cher­heits­an­ge­le­gen­hei­ten hät­ten….
  • Auf lange Sicht kann sich der Iran als eine eben­so große Be­dro­hung für die US-In­ter­es­sen in der Golf­re­gi­on er­wei­sen wie der Irak. Und selbst, wenn sich die US-ira­ni­schen Be­zie­hun­gen verbessern  soll­ten, ist der Ver­bleib der vor­ge­la­ger­ten Mi­li­tär­ver­bän­de in der Re­gi­on an­ge­sichts der seit lan­gem be­ste­hen­den ame­ri­ka­ni­schen In­ter­es­sen in der Re­gi­on nach wie vor ein we­sent­li­ches Ele­ment der US-Si­cher­heits­stra­te­gie ….
  • Die Sta­tio­nie­rung vor Ort ist wei­ter­hin wich­tig für eine glo­ba­le Su­per­macht, deren Si­cher­heits­in­ter­es­sen sich auf … die Fä­hig­keit stüt­zen, Krie­ge zu ge­win­nen. Neben ihrer Rolle im di­rek­ten Kampf hat die US-Ar­mee in den letz­ten zehn Jah­ren neue Auf­ga­ben er­hal­ten – und un­mit­tel­bar … die Ver­tei­di­gung ame­ri­ka­ni­scher In­ter­es­sen am Per­si­schen Golf und im Nahen Osten. Diese neuen Mis­sio­nen ma­chen es er­for­der­lich, wei­ter­hin US-Ar­mee-Ein­hei­ten im Aus­land zu sta­tio­nie­ren…. Teile der US-Ar­mee in Eu­ro­pa soll­ten nach Süd­ost­eu­ro­pa ver­legt und eine Ein­heit auf Dauer in der Golf­re­gi­on sta­tio­niert wer­den….
  • Wenn ihre Ra­ke­ten mit nu­klea­ren, bio­lo­gi­schen oder che­mi­schen Ge­fechts­köp­fen be­stückt sind, dann kön­nen auch schwa­che Re­gio­nal­mäch­te – un­ab­hän­gig vom zah­len­mä­ßi­gen Ver­hält­nis der kon­ven­tio­nel­len Streit­kräf­te – über eine glaub­wür­di­ge Ab­schre­ckung ver­fü­gen. Nach In­for­ma­tio­nen der CIA ver­fü­gen eine Reihe von Re­gi­men, die zu­tiefst feind­lich Ame­ri­ka ge­gen­über ein­ge­stellt sind – Nord­ko­rea, Irak, Iran, Li­by­en und Sy­ri­en – „be­reits über bal­lis­ti­sche Ra­ke­ten oder sind dabei diese zu ent­wi­ckeln“, die US-Ver­bün­de­te und -Streit­kräf­te im Aus­land ge­fähr­den könn­ten…. Sol­che Fä­hig­kei­ten sind eine erns­te Be­dro­hung für den ame­ri­ka­ni­schen Frie­den und eine hohe An­for­de­rung für die mi­li­tä­ri­sche Macht, wel­che die­sen Frie­den be­wahrt. „Die Mög­lich­keit, diese neue Be­dro­hung durch tra­di­tio­nel­le Nicht­ver­brei­tungs­ver­trä­ge in den Griff zu be­kom­men, ist be­grenzt….“
  • Der der­zei­ti­ge ame­ri­ka­ni­sche Frie­den wird von kur­zer Dauer sein, wenn die Ver­ei­nig­ten Staa­ten für Schur­ken­mäch­te an­greif­bar wer­den, die über klei­ne, kos­ten­güns­ti­ge Ar­se­na­le an bal­lis­ti­schen Ra­ke­ten und Atom­spreng­köp­fen oder über an­de­re Mas­sen­ver­nich­tungs­waf­fen ver­fü­gen. Wir kön­nen nicht zu­las­sen, dass Nord­ko­rea, Iran, Irak oder ähn­li­che Staa­ten, die ame­ri­ka­ni­sche Füh­rungs­rol­le schwä­chen….“
  • Und der wich­tigs­te Punkt ist, dass nichts hier­von er­reicht wer­den könne, „ohne ein ka­ta­stro­pha­les und ka­ta­ly­sie­ren­des Er­eig­nis – so etwas wie ein neues Pearl Har­bor….“
    (alle Her­vor­he­bun­gen im Text hin­zu­ge­fügt.)

Und die­ses Do­ku­ment ver­kör­pert seit­her das Leit­prin­zip für die Po­li­tik der USA und zwar so­wohl für die Re­gie­rung von Prä­si­dent Bush als auch von Prä­si­dent Obama. Jeder As­pekt der heu­ti­gen US-Po­li­tik steht im Ein­klang mit den Wor­ten die­ses Do­ku­ments, im Nahen Osten, Afri­ka, Ost­eu­ro­pa und La­tein­ame­ri­ka, unter Um­ge­hung der UN als glo­ba­le Frie­dens­trup­pe, er­setzt durch die Mi­li­tär­macht der NATO als glo­ba­lem Voll­stre­cker, so wie es in die­sem Do­ku­ment emp­foh­len wird. Jeder Re­gie­rungs­chef oder jede Re­gie­rung, die sich der ge­plan­ten US-Vor­herr­schaft in der Welt wi­der­setzt, muss aus dem Weg, wenn nötig durch An­wen­dung von mi­li­tä­ri­scher Ge­walt!

Das „ka­ta­stro­pha­le und ka­ta­ly­sie­ren­de Er­eig­nis – so etwas wie ein neues Pearl Har­bor“, das sie brauch­ten, wurde ihnen am 11. Sep­tem­ber 2001 auf einem Sil­ber­ta­blett ge­reicht und der ganze Plan wurde in Be­we­gung ge­setzt. Eine neuer „Feind“, der is­la­mi­sche Ter­ro­ris­mus, trat an die Stel­le des alten „Fein­des“, des Kom­mu­nis­mus. Der „glo­ba­le Krieg gegen den Ter­ro­ris­mus“ be­gann. Zu­erst kam Af­gha­nis­tan, dann Irak, dann Li­by­en, und nun Sy­ri­en, der Iran be­fin­det sich in der War­te­schlan­ge (alle diese Staa­ten wer­den in dem Do­ku­ment als Ziele von Re­gime­wech­sel auf­ge­führt). In ähn­li­cher Weise und auf der Grund­la­ge der glei­chen Stra­te­gie müs­sen auch Russ­land und spä­ter China als „glo­ba­le Ri­va­len“ und als „Hemm­nis“ für die Welt­herr­schaft der USA geschwächt und ein­ge­dämmt wer­den. Daher auch die Kon­zen­tra­ti­on von NA­TO-Trup­pen an den rus­si­schen Gren­zen und die Ent­sen­dung von Flug­zeug­trä­gern und Kriegs­schif­fen nach Ost­asi­en, um China ein­zu­krei­sen.

Lei­der sieht es so aus, als werde die­ses stra­te­gi­sche Ge­samt­bild von einem si­gni­fi­kan­ten Teil un­se­rer Frie­dens­be­we­gung nicht er­fasst. Viele ver­ges­sen, dass die Dä­mo­ni­sie­rung von aus­län­di­schen Po­li­ti­kern und Slo­gans wie „Sad­dam Hus­sein muss gehen“, „Gad­da­fi muss gehen“, „Assad muss gehen“, „Cha­vez muss gehen“, „Ma­du­ro muss gehen“, „Ja­nu­ko­witsch muss gehen“, und jetzt, „Putin muss gehen“, (alle deut­lich in Miss­ach­tung des Völ­ker­rechts und der UN-Char­ta) alle Be­stand­tei­le der­sel­ben Welt­herr­schafts-Stra­te­gie sind, etwas, was den Frie­den und die Si­cher­heit der gan­zen Welt be­droht, sogar die Exis­tenz der Mensch­heit als Gan­zes. Die Frage, um die es hier geht, ist nicht, ob man die­sen oder jenen Füh­rer, diese oder jene Re­gie­rung ver­tei­di­gen oder die Ver­let­zung der Rech­te ihrer Bür­ger durch sie ver­nach­läs­si­gen soll­te. Das Pro­blem ist, dass wir nicht jeden die­ser Fälle ein­zeln und iso­liert von den an­de­ren sehen kön­nen und dann im ein­zel­nen han­deln, ohne die ei­gent­li­che Grundur­sa­che zu er­ken­nen – zum Bei­spiel das Stre­ben der USA nach glo­ba­ler Vor­herr­schaft. Wir kön­nen nicht dar­auf hof­fen, Atom­waf­fen zu be­sei­ti­gen, wenn gleich­zei­tig die bei­den mäch­tigs­ten Nu­kle­ar­mäch­te am Rande einer mi­li­tä­ri­schen Kon­fron­ta­ti­on ste­hen. Wir kön­nen un­schul­di­ge Zi­vi­lis­ten nicht durch die Fi­nan­zie­rung und Be­waff­nung von Ex­tre­mis­ten schüt­zen, egal ob auf di­rek­tem Wege oder über Ver­bün­de­te. Wir kön­nen nicht Frie­den und Zu­sam­men­ar­beit mit Russ­land er­war­ten, wenn sich an der Gren­ze NA­TO-Streit­kräf­te kon­zen­trie­ren und Mi­li­tär­übun­gen an Russ­lands Gren­zen statt­fin­den. Si­cher­heit wird es für uns nicht geben, so­lan­ge wir nicht die Sou­ve­rä­ni­tät und die Si­cher­heit an­de­rer Na­tio­nen und Völ­ker re­spek­tie­ren.

Fair und ob­jek­tiv be­deu­tet nicht, den An­grei­fer und seine Opfer auf glei­che Weise zu be­ur­tei­len. Wir müs­sen Ag­gres­sio­nen stop­pen, bevor wir uns mit den Re­ak­tio­nen der Opfer auf die Ag­gres­si­on be­fas­sen. Wir soll­ten nicht das Opfer der Ag­gres­si­on an Stel­le der Ak­tio­nen des An­grei­fers ver­ant­wort­lich ma­chen. Wenn man das Ge­samt­bild be­trach­tet, wird es kei­nen Zwei­fel daran geben, wer die Angreifer sind.

In An­be­tracht der Tat­sa­chen sind wir der Mei­nung, dass wir die sich ab­zeich­nen­de Ka­ta­stro­phe nicht ver­hin­dern kön­nen, ohne alle Kräf­te zu bün­deln und, ver­bun­den mit dem nö­ti­gen Ge­spür für die Dring­lich­keit, in Wor­ten und Taten das Fol­gen­de zu for­dern:

1. Die NA­TO-Streit­kräf­te müs­sen so­fort aus den An­rai­ner­staa­ten Russ­lands ab­ge­zo­gen wer­den;

2. Alle aus­län­di­schen Trup­pen müs­sen Sy­ri­en un­ver­züg­lich ver­las­sen, und die Sou­ve­rä­ni­tät und ter­ri­to­ria­le In­te­gri­tät Sy­ri­ens muss ge­währ­leis­tet wer­den.

3. Der sy­ri­sche Kon­flikt kann nur durch po­li­ti­sche Pro­zes­se und di­plo­ma­ti­sche Ver­hand­lun­gen zu einer Lö­sung ge­bracht wer­den. Die USA müs­sen ihre Po­li­tik der „Assad muss gehen“-Vor­be­din­gung fal­len­las­sen und auf­hö­ren, di­plo­ma­ti­sche Ge­sprä­che zu blo­ckie­ren.

4. Ver­hand­lun­gen müs­sen ins­be­son­de­re die Re­gie­rung Sy­ri­ens mit ein­schlie­ßen sowie alle re­gio­na­len und glo­ba­len Mäch­te um­fas­sen, die von dem Kon­flikt be­trof­fen sind.

5. Über die Zu­kunft der sy­ri­schen Re­gie­rung muss vom sy­ri­schen Volk al­lein ent­schie­den wer­den, frei von allen äu­ße­ren Ein­flüs­sen.

6. Die US-Stra­te­gie einer glo­ba­len Vor­herr­schaft muss zu Guns­ten einer Po­li­tik der fried­li­chen Ko­exis­tenz aller Län­der auf­ge­ge­ben wer­den, unter der Vor­aus­set­zung des Re­spekts für das Recht eines jeden Vol­kes auf Selbst­be­stim­mung und Sou­ve­rä­ni­tät.

7. Der Pro­zess der Ab­schaf­fung der NATO muss so­fort be­gin­nen.

Wir ap­pel­lie­ren an alle un­se­re Freun­de und Ge­nos­sen in der Frie­dens- und An­ti-Atom-Be­we­gung, mit uns in einer de­mo­kra­ti­schen Ko­ali­ti­on zu­sam­men­zu­wir­ken, um alle An­griffs­krie­ge zu be­en­den. Wir wür­den uns über alle ko­ope­ra­ti­ven Re­ak­tio­nen un­se­rer Freun­de und Ge­nos­sen in der Be­we­gung freu­en.

US-Friedensrat
am 10. Oktober 2015

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deutsch PDF
http://bit.ly/1VVXqKP

http://www.wpc-in.org

Open Letter from the U.S. Peace Council To the Peace Movement

PDF in english  http://bit.ly/1P90LSn

US Peace Council
http://uspeacecouncil.org

World Peace Council
http://www.wpc-in.org

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Russian language version

Word Doc
http://bit.ly/1OGhEE3
PDF
http://bit.ly/1Gg87B4

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11. Oktober 2015

Hollywood-Regisseur Oliver Stone: „Ich hoffe, dass Putin in Syrien gewinnen wird“

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Es sei gut, dass Russlands Präsident Wladimir Putin in Syrien gegonnen habe zu handeln, sagte der Hollywood-Regisseur Oliver Stone jetzt in einem Interview mit der spanischen Tageszeitung El Mundo.

Oliver Stone äußerte die Hoffnung, dass Russland in Syrien in der Lage sein würde zu gewinnen und der syrischen Armee zu neuer Stärke zu verhelfen, damit diese im Laufe der Zeit in der Lage sein würde die Terrorgruppe des islamischen Staates (ISIL) zu besiegen.

11. Oktober 2015

Open Letter from the U.S. Peace Council To The Peace And Anti-Nuclear Movement

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It is in light of these facts (see full text) that we believe we cannot avoid the impending catastrophe without joining forces, with the needed sense of urgency, to demand the following in both words and action:

1. NATO forces must be immediately withdrawn from the countries bordering Russia;

2. All foreign forces must leave Syria immediately, and Syrian sovereignty and territorial integrity must be guaranteed.

3. Syrian conflict must be dealt with only through political processes and diplomatic negotiations. The US must withdraw its policy of “Assad must go” as a precondition, and stop blocking diplomatic talks.

4. Negotiations must include the government of Syria especially, as well as all regional and global parties that are affected by the conflict.

5. The future of the Syrian government must be decided by the Syrian people alone, free of all external interferences.

6. The US strategy for global domination must be abandoned in favor of peaceful coexistence of all countries and respect for every nation’s right to self-determination and sovereignty.

7. The process of dismantling NATO must begin immediately.
We call upon all of our friends and comrades in the peace and anti-nuclear movement to join hands with us in a democratic coalition to end all wars of aggression. We wholeheartedly welcome all cooperative responses by our friends and comrades in the movement.

U.S. Peace Council
October 10, 2015

see the full OPEN LETTER here

http://bit.ly/1P90LSn

11. Oktober 2015

WikiLeaks has released the full Trans-Pacific Partnership documents

Today’s release by WikiLeaks of what is believed to be the current and essentially final version of the intellectual property (IP) chapter of the Trans-Pacific Partnership (TPP) confirms our worst fears about the agreement, and dashes the few hopes that we held out that its most onerous provisions wouldn’t survive to the end of the negotiations.

http://futuristech.info/posts/wikileaks-has-released-the-full-trans-pacific-partnership-documents

11. Oktober 2015

US Republican presidential front-runner Donald Trump on US-policies in Syria, Libya and Iraq

US Republican presidential front-runner Donald Trump said on Sunday the Middle East would be more stable if Muammar Gaddafi and Saddam Hussein were still in power in Libya and Iraq.
He mentioned Libya and Iraq in comparison to current efforts to drive Syrian President Assad out of power.
“You can make the case, if you look at Libya, look at what we did there, it’s a mess,” Trump said on NBC.
“If you look at Saddam Hussein with Iraq, look what we did there, it’s a mess. It’s going to be the same thing” in Syria, he said.
Asked if the Middle East would be more stable with Gaddafi and Saddam in power, Trump said, “Of course it would be.”

11. Oktober 2015

Michael Fallon, UK defence secretary claims Assad is barrel-bombing his own civilians, their children, his own cities and villages

According to an article in the britsish Guardian,  Michael Fallon, UK defence secretary said: “Russia is making a very serious situation in Syria much more dangerous. We will be calling on Russia specifically to stop propping up the Assad regime, to use their influence constructively to stop Assad bombing his own civilians and themselves to avoid the use of unguided munitions in areas that are not being controlled by Isil [Isis].”

“If Russia wants to help here, the single most helpful thing they can do is use their influence on Assad to stop barrel-bombing his own civilians, their children, his own cities and villages. That’s how Russia could help to resolve this conflict.”

11. Oktober 2015

London: Angeblicher Abschussbefehl gegen russische Flugzeuge – Moskau verlangt Erklärung

Nach den Medienberichten über einen angeblichen Abschussbefehl gegen russische Flugzeuge hat das Verteidigungsministerium in Moskau den britischen Militärattaché einbestellt und Erklärungen gefordert.

Britische Medien hatten unter Berufung auf Militärkreise in London Quellen berichtet, dass die britischen Piloten angewiesen worden seien, bei Lebensgefahr russische Flugzeuge im irakischen Luftraum abzuschießen.

„Der Militärattaché der britischen Botschaft in Moskau wurde heute in das Verteidigungsministerium Russlands eingeladen. Ihm wurde eine Note mit der Bitte um offizielle Erklärungen übergeben“, teilte das russische Verteidigungsamt am Sonntag mit. Der britische Militärattaché habe versichert, dass die Botschaft umgehend eine offizielle Antwort geben werde. Zuvor bereits hatte die russische Botschaft in London Erklärungen gefordert.

http://de.sputniknews.com/politik/20151011/304860755/russland-grossbritannien-irak-abschuss.html#ixzz3oHHCVIEC

11. Oktober 2015

Deutschland trägt schwerste Verantwortung für die Flüchtlingsbewegung aus Syrien nach Europa.

1) Seit 2012 Destabilisierung der Zentralregierung in Damaskus, durch Berlins diplomatische Unterstützung der Anti-Assad Opposition („Freunde Syriens“), später durch Einrichtung eines Verbindungsbüros der Opposition in Berlin. Begleitet von einer systematischen und ununterbrochenen Medienkampagne in Print, TV und Radio gegen die Regierung in Damaskus, die angeblich die syrischen Bevölkerung in die Flucht treibt.

2) Zeitgleich  dramatisch sinkende Zahlungen an das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR als Auslöser der Flüchtlingsbewegung nach Europa. Seit Jahresbeginn hatte die UNHCR gewarnt. Berlin hatte die Flüchtlingscamps für Syrer (Türkei/Libanon/Jordanien) bis zum Sommer 2015 für das Kalenderjahr  finanziell kaum unterstützt – nur 10 Mill. Euro. Bis Oktober waren es dann 20 Mill. Euro seit Jahresbeginn. Die UNHCR Nahrungsrationen mussten seit Jahresbeginn um 50% gekürzt werden. Jetzt werden nur noch 14 US-Dollar pro Kopf und Monat gezahlt, „weniger als 50 Cent täglich, von denen sie essen und überleben müssen.“

11. Oktober 2015

„Mit ZDF ist es immer schwieriger“ Das Spezialgebiet von Dirk Pohlmann sind Geheimdienstoperationen der USA l sputniknews

Das Spezialgebiet von Dirk Pohlmann sind Geheimdienstoperationen der USA. Sein Dokumentarstreifen „Täuschung – Die Methode Reagan“ wurde beim Filmfestival in St. Petersburg ausgezeichnet. Und gerade wegen dieses Filmes bekam er Probleme mit seinen Auftraggebern. Ein Gespräch über Medienfreiheit, Internet und unendlichen Kalten Krieg.

Zum Interview: http://de.sputniknews.com/panorama/20151010/304834251.html

11. Oktober 2015

kreisblatt.de l Bundeswehr-Boot vor Libyen Lebensretter auf hoher See – ZDF-Redakteurin acht Tage an Bord der „Werra“

Die „Werra“ erhielt den Funkspruch, dass in ihrer Box (ein bis zu 100 Meilen breiter Meeresabschnitt, in dem das Schiff hin und her kreuzt) ein Boot gesichtet worden sei. Der Anblick, der sich Barbara Völkel und der Besatzung bot, war schrecklich:

http://www.kreisblatt.de/lokales/main-taunus-kreis/Lebensretter-auf-hoher-See;art676,1632607

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