Dramatisch sinkende humanitäre Hilfe Auslöser der Flüchtlingsbewegung nach Europa. Deutschland hat die Flüchtlingscamps für Syrer in der Türkei kaum unterstützt.

Über 1 Milliarde Euro braucht das UNHCR in diesem Jahr, um seine Programme für syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern Syriens zu finanzieren. Berlin hat sich bislang an den UN-Programmen für syrische Flüchtlinge seit Januar laut der von der UNHCR veröffentlichten Statistik mit lediglich zehn Millionen Euro beteiligt.

Laut Aussagen der türkischen UNHCR-Sprecherin hat die Türkei seit 2011 ungefähr 2 Millionen Menschen von insgesamt rund vier Millionen syrischen Flüchtlingen aufgenommen, die meisten von ihnen lebten zunächst in 23 vom UNHCR unterstützten Camps. Ab Anfang 2013 haben aber viele der Flüchtlinge die türkischen Camps verlassen und versucht, sich mit Hilfe von Verwandten, Ersparnissen oder Gelegenheitsjobs selbst durchzuschlagen. Zur Zeit sollen nur noch ca. 250.000 Menschen in den türkischen Flüchtlingscamps leben. Mehr als 1,5 Millionen Syrer sollen jetzt in türkischen Städten leben.

Die Türkei hat syrischen Flüchtlingen vorübergehendes Bleiberecht und kostenlosen Zugang zum Gesundheits- und Bildungssystem gewährt.

Flüchtlinge im Libanon führen die hohen Lebenskosten als Grund für ihre Entscheidung an, zu bleiben oder weiterzugehen. In Ägypten geben Flüchtlinge an, dass es immer schwieriger wird, die Mieten und ihre teils hohen Schulden zu bezahlen sowie ihre Grundbedürfnisse zu stillen. In Jordanien war von jenen, die Flüchtlinge kennen, die weitergereist sind, der am häufigsten genannte Grund, nicht für die eigene Familie sorgen zu können.

Viele Flüchtlinge haben ihre Ersparnisse längst aufgebraucht, Wertgegenstände wurden verkauft und nun leben viele Flüchtlinge unter schlimmen Bedingungen und können kaum Mieten und Lebensmittel bezahlen.

Dramatische Kürzungen der Lebensmittelrationen aufgrund der Unterfinanzierung der Hilfsprogramme bedeuten für die Flüchtlinge, dass sie von ca. 0,50 US-Dollar am Tage leben müssen. Viele Flüchtlinge in Jordanien haben berichten, dass diese Kürzungen der letzte Anstoß waren, das Land zu verlassen. Zehntausende bekommen gar keine finanzielle Unterstützung und versinken immer tiefer in Schulden. Dies führt dazu, dass Flüchtlinge betteln müssen, zu Kinderarbeit und zu steigender Verschuldung.

Die sinkende humanitäre Hilfe wurde sowohl von Flüchtlingen im Irak, in Jordanien, im Libanon und in Ägypten als Grund für ihre Hoffnungslosigkeit und als Auslöser für eine Entscheidung nach Europa zu gehen, angegeben.

Die Anti-Assad Koalition innerhalb Syriens wurde von der deutschen Regierung massiv unterstützt. Ihr wurde in Berlin sogar ein Verbindungsbüro zur Verfügung gestellt.